Begeisterten mit einem "Best of" ihrer bisherigen Inszenierungen: die Schüler des Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasiums.
Begeisterten mit einem "Best of" ihrer bisherigen Inszenierungen: die Schüler des Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Bildrechte: Martin Kliemank

Schülerwelttheatertag Schüler machen Theater in Bautzen

Vor 20 Jahren startete Deutschlands größtes Schülertheatertreffen in Bautzen mit ein paar hundert Zuschauern. An diesem Montag waren 5000 gekommen, um zu sehen, was Gleichaltrige auf die Bühne bringen. 46 Stücke waren an diesem Tag zu erleben. Vom Klassiker wie Shakespeares „Romeo und Julia“ bis zu Musicals und Tanzshows.

Begeisterten mit einem "Best of" ihrer bisherigen Inszenierungen: die Schüler des Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasiums.
Begeisterten mit einem "Best of" ihrer bisherigen Inszenierungen: die Schüler des Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Bildrechte: Martin Kliemank

Die Theatergruppen des Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasiums waren von Anfang an dabei. Zum Jubiläum haben sie ein „Best of“ aus ihren bisherigen Inszenierungen zusammengestellt. Die kurzen Sequenzen drehen sich um Klimapolitik, Umweltverschmutzung und Zukunftsvisionen. Bei der Auswahl der Stücke stellte Lehrerin Helga Schubert-Jenkel fest: „Um Gottes Willen, das ist ja noch aktueller denn je.“

Die Gymnasiasten aus ihren Theater-AGs brachten die Zuschauer zum Schmunzeln, regten aber auch zum Nachdenken an. Dass sie ihren Jung-Schauspielern mit dem Theatertag mal eine andere Bühne und ein anderes Publikum bieten kann, gefällt Helga Schubert-Jenkel. „Es ist gut, wenn die Schüler sehen, was andere Schüler machen. Dieses Sehen in andere Kochtöpfe hinein, das finde ich ganz angenehm.“

Beim Theatertag sehen inzwischen nicht mehr nur Gymnasiasten und Oberschüler zu. Auch immer mehr Grundschüler kommen zu dem Tag nach Bautzen.
Beim Theatertag sehen inzwischen nicht mehr nur Gymnasiasten und Oberschüler zu. Auch immer mehr Grundschüler kommen zu dem Tag nach Bautzen. Bildrechte: Martin Kliemank

Den Austausch zu fördern und auf die Talente und das kreative Potenzial an den Schulen aufmerksam zu machen, darum geht es Heide-Simone Barth, der Organisatorin des Theatertages. Sie beobachtet, dass die Lehrer inzwischen mit anderen Mitteln arbeiten als noch vor Jahren. „Es wird mehr Theaterausstattung benutzt, die Lehrer arbeiten mit Licht, mit Technik. Und ich finde auch die Themen interessant, gerade was die Oberstufe betrifft. Die Gruppen wagen sich an aktuelle Themen. Vieles wird selbst geschrieben, auch von den Schülern selbst entwickelt.“ Sich damit auseinander zu setzen, was junge Menschen beschäftigt, auch das mache den Tag für sie aus.

Über die Jahre ist auch das Publikum des Schülerwelttheatertages breiter geworden. Angefangen habe man mit ein paar Mittelschulen und Gymnasien, erzählt Theaterpädagogin Barth. Mittlerweile kommen auch Berufs- und Grundschulen. Heide-Simone Barth sieht diese Entwicklung gern. Denn sie meint, gemeinsam Theater zu spielen, fülle eine Lücke: „Ich meine die Kommunikation unter den Menschen ist schwieriger geworden und auch relativ einseitig. Wenn man miteinander Theater spielt, muss man miteinander kommunizieren und das hat für viele etwas sehr Heilsames.“

Die Arabisch-Schüler der Salvador-Allende-Oberschule in Bautzen zeigten mit „Prinzessin Sharifa“ ein ägyptisches Märchen in ihrer Muttersprache.
Die Arabisch-Schüler der Salvador-Allende-Oberschule in Bautzen zeigten mit „Prinzessin Sharifa“ ein ägyptisches Märchen in ihrer Muttersprache. Bildrechte: Martin Kliemank

Diese Erfahrung machten auch die Schüler der Salvador-Allende-Oberschule in Bautzen. Sie zeigten am Vormittag ein ägyptisches Märchen in arabischer Sprache. Zwei Erzählerinnen aus ihren Reihen übersetzten ins Deutsche. In nur dreieinhalb Wochen haben die Jugendlichen aus Migrantenfamilien „Prinzessin Sharifa“ als Bühnenstück umgearbeitet und gemeinsam einstudiert. Hilfe bekamen sie vom Thespis-Zentrum des deutsch-sorbischen Volkstheaters. Mitarbeiterin Bronwyn Tweddle hat die Schüler angeleitet. Ihr war es wichtig, dass die Jugendlichen das Märchen in ihrer Muttersprache vorführen und gleichzeitig ihr Deutsch üben konnten. Nach der Präsentation sagt Tweddle über die Schüler: „Ich habe den Eindruck, dass sie Stolz in die eigene Sprache gewonnen haben.“

Die 15-jährige Rand Takieddin stand für das Stück zum ersten Mal als Schauspielerin auf einer Bühne. Sie hat nun Lust auf mehr: „Ich hoffe, wir machen das noch öfter. Wenn wir noch mehr Zeit bekommen, können wir es noch verbessern und andere Leute dazunehmen.“ Die Zusammenarbeit in ihrer Theatergruppe hat ihr viel Freude bereitet. Daran will sie noch mehr Schüler teilhaben lassen.

Quelle: MDR/mk

AKTUELLES AUS SACHSEN

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus Bautzen | 25. März 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 14:06 Uhr

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