05.07.2020 | 13:23 Uhr Haselbachtal will mit Segway-Park mehr Touristen anlocken

Weil ihr alter Steinbruch allein nicht genügend Besucher anzieht, hat sich die Gemeinde Haselbachtal bei Kamenz etwas Besonderes einfallen lassen. Sie setzt jetzt auf trendige Segway-Stehroller.

Junge Leute fahren auf Segways
Symbolbild Bildrechte: IMAGO

Einst wurde im Haselbachtal Granit abgebaut. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, geblieben ist nur ein alter Steinbruch mit einem Granitmuseum samt Schauanlage. Dass das nicht jeden interessiert, weiß auch Bürgermeisterin Margit Boden. Deshalb hat die Gemeinde zwei Tourismusmanager eingestellt. Sie sollen den Ort besser touristisch vermarkten. Ihre Idee: ein Segway-Park direkt neben dem Granitmuseum am ehemaligen Steinbruch Prelle

Keine Fahrerlaubnis nötig

Die Anlage mit einer 400 Meter langen Schotterpiste wurde vor Kurzem eröffnet. Es sei der erste Natur-Segway-Park Sachsens, sagt Tourismusmanager Frank Klenner. Die Strecke führt vorbei an altem Baumbestand über Schikanen und Hügel, die Fahrspaß garantieren sollen. "Der Clou ist, dass es ein abgeschlossener Park ist und man keine Fahrerlaubnis benötigt", meint der Tourismusmanager. Damit könnten auch Kinder hier fahren, ohne dass ihre Eltern Angst haben müssten. Für Jungen und Mädchen ab vier Jahre gibt es zudem Kinder-Quads.

Ein Mann steht lachend auf einem Segway.
Bildrechte: Colourbox.de

Was ist ein Segway? Das Gefährt ist eine Art Stehroller mit Elektroantrieb. Ein Segway bewegt sich durch die Verlagerung des Körpergewichts in die gewünschte Richtung.

Es besteht keine gesetzliche Helmpflicht. Das Tragen eines Helms wird zur eigenen Sicherheit aber empfohlen.

Auf öffentlichen Straßen darf man Segways erst ab 14 Jahren fahren. Auf dem abgeschlossenen Parcour im Haselbachtal ist dies für jeden möglich, der mindestens 30 Kilo wiegt. Ein Führerschein ist nicht notwendig.

Über Spenden finanziert

Die Strecke hat die Gemeinde allein mit Spenden angelegt. Den Segway-Verleih betreibt eine private Firma aus Dresden. Damit Familien und Schulklassen auch wirklich einen ganzen Tag hier am Steinbruch verbringen, setzt die Gemeinde auf weitere Angebote. So bringt eine alte Werkbahn die Besucher zum Granitmuseum. Außerdem gibt es eine Tauchstation im See des Steinbruchs und einen Naturlehrpfad.

Große Pläne

Den Haselbachtalern reicht das aber noch nicht. Die Gemeinde würde gerne an den steil aufragenden Felsen des Steinbruchsees Klettersteige einrichten, so Tourismusmanager Klenner. Die Einstiege könnte man mit einem Floß erreichen. "Der große Traum ist es, eine Floßbühne zu installieren, wo man abends in gemütlicher Atmosphäre Konzerte genießen kann." Wann dieser Traum Wirklichkeit wird, steht aber noch in den Sternen.

Quelle: MDR/roh/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.07.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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