Eine Insel im Senftenberger See ist abgerutscht.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gefahr weiterer Abrutschungen Senftenberger See komplett gesperrt

Der Senftenberger See an der Grenze zu Brandenburg ist für viele Sachsen ein beliebtes Naherholungsziel. Wassersportler müssen hier jetzt eine Zwangspause einlegen. Es könnten lebensgefährliche Flutwellen auftreten.

Eine Insel im Senftenberger See ist abgerutscht.
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Das Landesbergbauamt Brandenburg hat die vorübergehende Vollsperrung der Wasserfläche des Senftenberger Sees entschieden. Es könne zu weiteren Erdrutschen kommen. Die komplette Sperrung der Wasserfläche gilt seit Freitagnachmittag, sagt Hans-Georg Thiem, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR). Damit sind hier jeglicher Bootsverkehr, aber auch das Baden und Schwimmen bis auf Weiteres verboten. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen haben sich in einer Krisensitzung die zuständigen Behörden gemeinsam mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für diesen Schritt entschieden. "Wir gehen da lieber auf Nummer sicher", so Thiem.

Erdrutsch verursachte Flutwelle

Am 13. September waren Teile einer ungesicherten Insel abgerutscht und hatten eine mächtige Flutwelle verursacht. Im Anschluss nahm ein Geotechniker die Situation vor Ort in Augenschein. Das Ergebnis liegt jetzt vor: Auf Grund des außergewöhnlichen Niedrigwasserstandes von 97,93 Meter und der sich daraus ergebenden geotechnischen Situation bestehe nach wie vor eine Gefahrenlage, heißt es von der LBGR. Zudem dürfen Uferbereiche südlich der gesperrten Insel im Moment nicht betreten werden. Das LBGR hat gegenüber der LMBV angeordnet, hier weitere Absperrungen einzurichten. In der nächsten Woche soll über weitere Maßnahmen entschieden werden.

Kein Risiko für Spaziergänger

Die Sperrung des Senftenberger Sees könne aufgehoben werden, wenn der Wasserspiegel 98,3 Meter erreicht, erklärt Thiem. Erfahrungsgemäß wird das zu Saisonbeginn im nächsten Jahr der Fall sein. Für Spaziergänger bestehe am Ufer - außerhalb der abgesperrten Zonen - keine Gefahr.

Der Senftenberger See ist Eigentum des Landes Brandenburg. Das Gewässer unweit der Grenze zu Sachsen war früher der Braunkohletagebau Niemtsch. Dort wurde laut LMBV von 1941 bis 1966 Braunkohle gefördert. Das Restloch wurde bis 1972 geflutet. Die Seefläche beträgt mehr als 1.200 Hektar.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm beim RBB Antenne Brandenburg | 21.09.2018 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Cottbus

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Zuletzt aktualisiert: 21. September 2018, 17:47 Uhr

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