06.02.2020 | 13:03 Uhr Sachsen startet Imagekampagne für die sorbische Sprache

Sorbisch-Kampagne
Teil der Image-Kampagne ist auch ein Bus. Der wird künftig als Linienbus im Siedlungsgebiet der Sorben unterwegs sein und soll für die sorbische Sprache werben. Bildrechte: MDR/Jenny Hauswald

Unter dem Titel "Sorbisch? Na klar" hat Sachsen eine Imagekampagne für die sorbische Sprache gestartet. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sagte, Ziel sei es, Aufmerksamkeit für die sorbische Sprache zu erzeugen und die Akzeptanz sowie Wertschätzung ihres Gebrauchs in der Öffentlichkeit zu steigern. Wie das Ministerium mitteilte, "sind 300.000 Euro pro Jahr im Doppelhaushalt für die Kampagne eingeplant".

Unsere Vision ist eine Lausitz, in der Sorben und Deutsche einander mit Offenheit, Respekt und Toleranz begegnen. Wir möchten die gesamte Bevölkerung der Lausitz dazu aufrufen, die sorbische Sprache als gemeinsamen Schatz zu verstehen.

Die Kampagne schließe sich an Bemühungen der sorbischen Gesellschaft um den Erhalt der sorbischen Sprache an. Sorbisch sei "selbstverständlicher Teil der alltäglichen Kommunikation in Familien, in der Kirche, in Schulen, aber auch Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung", hieß es. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker leben etwa 60.000 Sorben in Deutschland - rund 40.000 von ihnen in Sachsen und 20.000 in Brandenburg. Der sorbische Dachverband Domowina geht davon aus, dass lediglich rund 17.000 Menschen in Sachsen und etwa 5.000 in Brandenburg ihre Sprache im Alltag aktiv verwenden.

Drei Mädchen singen auf einer Bühne. Hinter ihnen steht: "Sorbisch? na klar!"
Auch musikalisch wurde es am Donnerstag im Bautzner Kornmarktcenter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unesco sieht Sorbisch als bedrohte Sprache

Die Unesco listet das Sorbische als bedrohte Sprache auf. Die Sorben sind eine westslawische Volksgruppe. Sie gehören neben Dänen, Friesen sowie Sinti und Roma zu den vier in Deutschland anerkannten Minderheiten mit Sonderrechten. Ihre Heimat ist die Ober- und Niederlausitz in Sachsen und Brandenburg. Etwa drei Viertel der Sorben sind protestantisch, ein Viertel ist katholisch. Es existieren zwei Schriftsprachen, das Obersorbisch und das Niedersorbisch. Während das Obersorbische dem Tschechischen näher steht, ist das Niedersorbische dem Polnischen ähnlicher.

Am Auffälligsten auch für auswärtige Besucher ist die zweisprachige Ausschilderung der Ortschaften im gesamten Siedlungsgebiet der Sorben.

Zwei Frauen und ein Mann stehen vor einem Bus
Kulturministerin Barbara Klepsch (r.) hat in Bautzen die Kampagne für die sorbische Sprache „Sorbisch? Na klar.“ gestartet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/lam/KNA

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.02.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2020, 13:03 Uhr

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