Oberbürgermeisterwahl Hoyerswerda wählt neues Stadtoberhaupt

In Hoyerswerda muss ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Der amtierende Oberbürgermeister Stefan Skora von der CDU tritt nicht wieder an. Er war 14 Jahre Oberbürgermeister der Stadt. Da keiner der fünf Kandidatinnen und Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt, kommt es am 20. September zum zweiten Wahlgang.

Hoyerswerdas Rathaus
Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

Das Wahlergebnis vom 6. September

Die Kandidatinnen und Kandidaten

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Hoyerswerda treten im zweiten Wahlgang zwei Frauen und zwei Männer an. Die parteilose Dorit Baumeister wird von den Grünen, den Linken und der Wählervereinigung Aktives Hoyerswerda unterstützt. Außerdem kandidieren Claudia Florian für die CDU, Torsten Ruban-Zeh für die SPD und Marco Gbureck für die AfD. Im ersten Wahlgang war zudem noch Dirk Nasdala von den Freien Wählern als Einzelbewerber angetreten. Er hat seine Kandidatur inzwischen zurückgezogen.

Kurz-Steckbriefe der Kandidaten

Zweiter Wahlgang Wer kandidiert bei der Oberbürgermeisterwahl in Hoyerswerda?

Diese Kandidatinnen und Kandidaten treten im zweiten Wahlgang am 20. September nochmal an. Neben den Fotos finden Sie hier die Kurzprofile der Bewerber.

Oberbürgermeister-Kandidatin Dorit Baumeister
Dorit Baumeister, Grüne, Linke und Aktives Hoyerswerda Geboren: 1963 in Lübz 
Familie: verheiratet, zwei Kinder 
Beruf: Architektin, Citymanagerin
Lebenslauf: 1968 nach Hoyerswerda gezogen, Lehre als Baufacharbeiterin, Studium an der FH Cottbus, Fachrichtung Hochbau & Denkmalschutz, nach Arbeit in Berlin und Regensburg, 1992 Gründung eines Architekturbüros in Hoyerswerda, seit 2003 Kulturaktivistin und Initiatorin von Stadtumbau und Bürgerbeteiligungsprojekten, seit 2018 zur Hälfte als Citymanagerin tätig
Schwerpunkte: Wirtschaft, Stadtumbau, Bürgerbeteiligung
Welche Aufgabe würde sie als Oberbürgermeisterin zuerst angehen?
"Die Verwaltung muss sich als Ermöglicher und Partner für die Bürgerinnen und Bürger neu aufstellen. Dafür werden neue Formate für Transparenz und neue Strukturen für Bürgerbeteiligung verpflichtend eingefügt. Die Potentiale und Kompetenzen werden damit vor Ort gebündelt um sie in die strategische Zukunftsaufstellung der Stadt einzubinden. Erste "Runde Themen-Tische" werden einberufen zu Wirtschaft, Bildung, Soziales, Sport, Tourismus und Kultur."
Bildrechte: privat
Oberbürgermeister-Kandidatin Dorit Baumeister
Dorit Baumeister, Grüne, Linke und Aktives Hoyerswerda Geboren: 1963 in Lübz 
Familie: verheiratet, zwei Kinder 
Beruf: Architektin, Citymanagerin
Lebenslauf: 1968 nach Hoyerswerda gezogen, Lehre als Baufacharbeiterin, Studium an der FH Cottbus, Fachrichtung Hochbau & Denkmalschutz, nach Arbeit in Berlin und Regensburg, 1992 Gründung eines Architekturbüros in Hoyerswerda, seit 2003 Kulturaktivistin und Initiatorin von Stadtumbau und Bürgerbeteiligungsprojekten, seit 2018 zur Hälfte als Citymanagerin tätig
Schwerpunkte: Wirtschaft, Stadtumbau, Bürgerbeteiligung
Welche Aufgabe würde sie als Oberbürgermeisterin zuerst angehen?
"Die Verwaltung muss sich als Ermöglicher und Partner für die Bürgerinnen und Bürger neu aufstellen. Dafür werden neue Formate für Transparenz und neue Strukturen für Bürgerbeteiligung verpflichtend eingefügt. Die Potentiale und Kompetenzen werden damit vor Ort gebündelt um sie in die strategische Zukunftsaufstellung der Stadt einzubinden. Erste "Runde Themen-Tische" werden einberufen zu Wirtschaft, Bildung, Soziales, Sport, Tourismus und Kultur."
Bildrechte: privat
Oberbürgermeister-Kandidat Marco Gbureck (AfD)
Marco Gbureck, AfD Geboren: 1976 in Hoyerswerda
Familie: verheiratet, drei Kinder
Beruf: Orthopädietechniker, Bäcker, Selbstständig 
Lebenslauf: seit 2009 selbstständig mit einem Sanitätshaus, seit 2010 selbstständig in Vermietung/Verpachtung
Schwerpunkte: Strukturwandel, Tourismusförderung
Welche Aufgabe würde er als Oberbürgermeister zuerst angehen?
"Ganz klar sag ich an der Stelle, dass der Strukturwandel als Erstes angepackt werden muss. Wir haben den letzten noch nicht verkraftet und stehen vor dem nächsten, welchen wir nicht verschlafen dürfen. Hoyerswerda hat dadurch 40.000 Einwohner verloren und daher sage ich, es darf kein erneutes "Weiter so" geben."
Bildrechte: privat
Claudia Florian, CDU Geboren: 1965 in Hoyerswerda
Familie: verheiratet, drei Kinder
Beruf: Geschäftsführerin des Landesverbands der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e.V.
Lebenslauf: Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, 1990 Eröffnung eines Einzelhandelsgeschäfts mit ihrem Ehemann, ab 2005 Arbeit für verschiedene Landes- und Bundestagsabgeordnete als Wahlkreismitarbeiterin, heute Geschäftsführerin des Landesverbands der Vertriebenen und Spätaussiedler
Schwerpunkte: Kommunikation und Transparenz, Stadtentwicklung
Welche Aufgabe würde sie als Oberbürgermeisterin zuerst angehen?
"Mir ist es eine Herzenssache die Bürger und die Verwaltung von Anfang an mitzunehmen. Transparenz und Kommunikation kamen in den letzten Jahren zu kurz, jedoch können wir als Stadt nur erfolgreich sein, wenn wir die Bürger an den Projekten und Veränderungen der Stadt teilhaben lassen. Dies lässt sich mit kleinen, aber wirkungsvollen Änderungen schon zu Beginn schnell verbessern. Ich möchte beispielsweise wieder einen öffentlichen OB-Kalender führen und ein Bürgertelefon mit Verbindung zum OB-Büro einrichten. Ich werde außerdem bereits mit der Erarbeitung der Strukturen der Ideenwettbewerbe und des Kinder- und Jugendparlaments sowie mit dem Runden Tisches der Ehrenämtler beginnen."
Bildrechte: privat
Oberbürgermeister-Kandidat Torsten Ruban-Zeh (SPD)
Torsten Ruban-Zeh, SPD Geboren: 1963 in Dresden
Familie: verheiratet, vier Kinder im Haushalt lebend
Beruf: Maschinen- und Anlagenmonteur, Ingenieurökonom
Lebenslauf: Ausbildung als Maschinen-und Anlagenmonteur in den Pumpenwerken Halle, Studium an der Offiziershochschule in Löbau, Ausbildung zum Militärattaché (unterbrochen aufgrund der Wende) und ab 1991 im Einzelhandel tätig, ab 2000 Leitung des Globus-Warenhauses in Hoyerswerda, später Regionalleiter für Globus in Russland, seit 2011 Geschäftsführer des AWO Kreisverbands Lausitz
Schwerpunkte: Führungsrolle Hoyerswerdas in der Region erarbeiten, Wirtschaftsförderung
Welche Aufgabe würde er als Oberbürgermeister zuerst angehen?
"Verwaltung muss den Bürgern und den Unternehmen dienen. Wir brauchen hier einen Kulturwandel im Denken und Handeln. Mit den Mitarbeitern der Verwaltung muss gemeinsam eine Zielstellung erarbeitet werden und eine tragfähige Personalstruktur, um Zukunft auch wirklich gestalten zu können. Warum? Wir müssen aus dem Modus des "Verwaltens" umschalten in die aktive Gestaltung der Region und unserer Stadt."
Bildrechte: privat
Alle (4) Bilder anzeigen

Fragen und Antworten zur Oberbürgermeisterwahl

Wie lang ist die Amtszeit eines Bürgermeisters in Sachsen?

Bürgermeister bzw. Bürgermeisterinnen werden in Sachsen für sieben Jahre in ihr Amt gewählt.

Wie wird ein Bürgermeister in Sachsen gewählt?

Die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen wählen in einer allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl eine Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister. Alle Wahlberechtigten haben je eine Stimme. Die Wahl gewinnt, wer die absolute Mehrheit auf sich vereint. Das heißt, dass mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen benötigt wird. Schafft das niemand, findet ein zweiter Wahlgang statt. Dieses Mal reicht die relative Mehrheit für einen Wahlsieg. Es gewinnt, wer die meisten gültigen Stimmen bekommt.

Wer kann in Sachsen Bürgermeister werden?

Um zur hauptamtlichen Bürgermeisterin oder zum Bürgermeister in Sachsen gewählt werden zu können, muss eine Personen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes deutsch sein oder einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union angehören.
  • Sie muss zwischen 18 und 65 Jahren alt sein.
  • Sie muss die allgemeinen persönlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis erfüllen. Das heißt, sie darf beispielsweise nicht gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder der Rechtsstaatlichkeit verstoßen haben oder für das frühere Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet haben.
  • Sie darf nach Paragraf 49 Absatz 2 der Sächsischen Gemeindeordnung (SächsGemO) nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen sein, z. B. weil sie aus dem Beamtenverhältnis entfernt wurde oder weil sie in den letzten fünf Jahren rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Welche Aufgaben hat ein Bürgermeister in Sachsen?

Die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister ist in Sachsen die beziehungsweise der Vorsitzende des Gemeinderats und leitet die Gemeindeverwaltung. Er oder sie vertritt die Gemeinde und regelt deren innere Organisation. Die Person ist außerdem der Vorgesetzte, Dienstvorgesetzte und oberste Dienstbehörde der Gemeindebediensteten. In Großen Kreisstädten sowie in kreisfreien Städten heißt das Stadtoberhaupt Oberbürgermeister.

Quelle: MDR/Statistisches Landesamt/cb/mk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.09.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz

Mehr aus Sachsen