Wildschweinjagd So kämpfen Jäger gegen die Schweinepest in Sachsen

Vor einigen Wochen ist die Afrikanische Schweinepest auch in Sachsen angekommen und sorgt für allerlei Probleme. Denn obwohl das Virus für den Menschen ungefährlich ist, haben Schweinezüchter Bedenken. Die Sorge ist groß, dass sich das Virus in ihren Beständen ausbreiten könnte und der Tierbestand getötet werden müsste. Als Hauptüberträger gelten Wildschweine. Um die Gefahr möglichst klein zu halten, werden Zäune an der Grenze zu Polen aufgebaut. Außerdem soll der Wildschweinbestand in Sachsen reduziert werden - doch das ist nicht so einfach.

Ein Wildschwein steht im Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen im Wald.
Wildscheine gelten als die Hauptüberträger der Schweinepest. Bildrechte: dpa

Wildschweine müssen derzeit keine Angst vorm Jäger haben, denn das Mondlicht fehlt. Christian Paulick aus Königswartha in der Oberlausitz muss sich bis zum nächsten Schuss noch eine Weile gedulden: "Dadurch, dass wir keinen Mond haben und die Nacht finster ist, ist die Bejagung nicht so einfach. Jetzt müssen wir zwei bis drei Wochen warten, bis der nächste Mond kommt, damit wir genug Licht haben. Wir können ja nicht wahllos irgendetwas schießen."

Hobbyjägern fehlt die Zeit

Beim Wettlauf zwischen Jäger und Wildschwein haben die Borstentiere aktuell gute Karten. Sie vermehren sich immer noch prächtig, es gibt Futter in Hülle und Fülle auf den Feldern und im Wald. Die meisten Waidmänner sind Hobbyjäger. Deshalb sei ihre Zeit, auf wilde Sauen zu lauern, begrenzt, erklärt Paulick: "Da gehen auch mal 20 oder 25 Stunden drauf, damit ich mal ein Stück erlegen kann. Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder ein Privatleben hat und irgendwann steigt mir die Ehefrau aufs Dach, wenn ich Tag und Nacht nur doch dem Schwarzwild hinterher jage."

Abnahmeprämie gewünscht

Hans-Dietmar Dohrmann vom Kreisjagdverband Niederschlesische Oberlausitz hat sein Revier unmittelbar an der Grenze zu Polen. Hier ist die Angst besonders groß, dass die Afrikanische Schweinepest aus dem Nachbarland eingeschleppt wird. Um mehr Schwarzwild zu schießen, würde er sich wünschen, dass der Einsatz von Nachtsichtgeräten erlaubt sei. Außerdem hofft er auf eine staatliche Abnahmeprämie für die Keiler, denn "jetzt schießt niemand Keiler, weil die rauschig sind. Das Fleisch kann man eigentlich nicht mit Genuss essen, weil das stinkig ist." Eine Abnahmeverpflichtung, ähnlich zu der in Brandenburg, sei sinnvoll, meint der Jäger. Dadurch würden mehr Keiler geschossen. "Die Keiler sind unserer Meinung nach die Vermittler des Virus zwischen den Rotten", erklärt Dohrmann.

Und noch etwas bereitet den Jägern Sorge: Ihre Kühlzellen und Kühltruhen sind randvoll, denn wegen Corona sind die Gaststätten geschlossen – ihre Hauptabnehmer für Wildfleisch. Dazu komme der Preisverfall. So fahren manche Jäger eher seltener in den Wald, um Wildschweine zu jagen.

Quelle: MDR/kp/sh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.11.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

2 Kommentare

Ich bins vor 1 Wochen

Vielleicht sollte man bei die Kosten, die wegen der ASP den Geschädigten entstanden sind, den "lieben" Nachbarn rechts der Neisse in Rechnung stellen. Denn die haben sich bis jetzt gegen einen Zaun auf zustellen, mit Händen und Füßen gesträubt. Kostet ja schließlich Geld. Aber immer schön von der EU nehmen. Aber JA nichts leisten. Wenn ich richtig informiert bin kam die ASP eben aus diesem Land. Also ist Schadenersatz zu leisten.

Huehnerbauer vor 1 Wochen

Seit mehreren Jahren verbreitet sich die ASP in den Nachbarländern immer weiter. Von uns einheimischen Jägern wird gefordert mehr Schwarzwild zu jagen um den Bestand und damit das Ausbreitungsrisiko niedrig zu halten. Hier im Norden von Leipzig um den Werbeliner See herum steigt der Schwarzwildbestand seit Jahren immer mehr. Die Behörden haben mit dem totalen Jagdverbot am See ein Sauenparadies geschaffen. Da ist es den umliegenden Jägern unmöglich den Bestand niedrig zu halten. Das einzige was helfen würde ist eine Revier übergreifende Drückjagd einmal im Jahr. Um das im Naturschutzgebiet zu organisieren fehlt der Verwaltung aber der Mut. Auf die "Hobbyjäger" schimpfen ist einfacher.

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