Herdenschutz Offenbar Wolfsriss im Landkreis Bautzen

Ein totes Tier auf einer Wiese
Sechs von sieben Schafen hat ein Tierhalter am Dienstagmorgen in Rauschwitz entdeckt. Der Rissgutachter hat Hinweise für den Wolf als Übeltäter ausgemacht. Bildrechte: MDR/RocciPix

In der Nacht zum Dienstag sind im Landkreis Bautzen mehrere Schafe gerissen worden. Nach Angaben des Sächsischen Umweltamtes gibt es mehrere Hinweise darauf, dass es sich dabei um einen Wolfsangriff handelt. Den Angaben zufolge hatte sich mindestens ein Wildtier an einer Landstraße in Rauschwitz bei Elstra Zugang zu einem Schafsgehege verschafft. Sechs der sieben Kameruner Schafe wurden bei dem mutmaßlichen Wolfsriss getötet, darunter fünf Lämmer. Das siebte Schaf blieb unverletzt.

Begutachtung durch Fachstelle Wolf

Am Vormittag hatte ein Rissgutachter der Fachstelle Wolf gemeinsam mit dem Halter die Tiere begutachtet. Dabei seien wolfstypische Merkmale wie Kehlbisse und Zahnabstände festgestellt worden. Nach Angaben des Umweltamtes war der Mindestschutz für die Herde nicht erfüllt. Der Tierhalter wird deshalb voraussichtlich keine Entschädigung erhalten.

Wann erhalten Schafsbesitzer Entschädigungen bei Wolfsriss? Um Anspruch auf Entschädigungen bei einem Wolfsriss zu erhalten, müssen zwei Punkte erfüllt sein:

Ein Gutachter muss feststellen, dass hinreichende Merkmale dazu vorliegen, dass ein Wolf der Verursacher war. Das ist beispielsweise anhand von Kehlbissen, Zahnabständen und Spuren möglich.

Außerdem muss der Tierhalter nachweisen, dass er den sogenannten Mindestschutz für seine Herde erfüllt. Dies ist beispielsweise durch Elektrozäune und Festzäune möglich - allerdings müssen sie einige Kriterien wie eine mindesthöhe erfüllen.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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