Drei Pinguine
Der Hoyerswerdaer Zoo hat in diesem Jahr fast alle seine Pinguine verloren. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda/S.Knobus

Rätselhaftes Sterben im Tierpark Nach Todesserie: Zoo Hoyerswerda nimmt keine Pinguine mehr auf

Seit Jahren gehören zu den Zootieren in Hoyerswerda auch Humboldtpinguine. In diesem Jahr verendete fast die gesamte Kolonie. Der Tierpark ist alarmiert und zieht die Reißleine.

Drei Pinguine
Der Hoyerswerdaer Zoo hat in diesem Jahr fast alle seine Pinguine verloren. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda/S.Knobus

Pinguine sind sensible Tiere. Bisher hatte der Zoo Hoyerswerda mit ihrer Haltung wenig Sorge. Doch in diesem Jahr hat es fast die ganze Kolonie dahingerafft. Von 13 Humboldt-Pinguinen leben nur noch zwei Tiere. "Das ist eine völlig neue Situation, mit der wir noch zu kämpfen haben", sagte Zoosprecher Felix Pál MDR Sachsen. Die mysteriöse Todesserie habe im April begonnen, des letzte Tier verschied am 3. Dezember.

Hinweise auf Schimmelpilzinfektion

Im Laufe des Jahres kontaktierte der Hoyerswerdaer Tierpark im Laufe des Jahres verschiedene Veterinärmediziner und tauschte sich mit anderen Zoos aus. Inzwischen steht fest, dass die Mehrzahl der Hoyerswerdaer Pinguine an einer Pilzinfektion gestorben ist. Bei der Obduktion der Kadaver fanden Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt Dresden in den Lungen der Tiere Hinweise auf eine Aspergillose - eine Schimmelpilzinfektion.

Hitze als zusätzlicher Stressfaktor

Die Zooleitung vermutet nun, dass in diesem Jahr Baumaßnahmen neben der Anlage und dazu der sehr heiße Sommer die Pinguine gestresst haben und dadurch ihr Immunsystem geschwächt wurde. Sollte sich das bewahrheiten, müsse man in Zukunft die Anlage komplett neu überdenken, um die Tiere besser vor der Hitze zu schützen, wie der Zoosprecher erklärt.

Um eine weitere Expertenmeinung einzuholen, wurde ein Kadaver zur veterinärmedizinische Diagnostik nach Leipzig geschickt. Bis zur endgültigen Klärung der Ursache wird der Zoo keine neuen Pinguine aufnehmen. Die letzten zwei in der Anlage verbliebenen Humboldt-Pinguine stünden unterdessen unter besonderer tierärztlicher Kontrolle, berichtet Pál.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.12.2018 | ab 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 12:43 Uhr

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1 Kommentar

12.12.2018 11:55 FA 1

Langsam, ganz langsam könnte man mal auf die Idee kommen, dass die Zootiere dieser Welt seit Jahrzehnten gefangen, überzüchtet, künstlich immunisiert, keine natürlichen Abwehrstoffe mehr produzieren können und letztendlich beim kleinsten Wehwechen eingehen. Es sind längst keine Wildtiere mehr!

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