Busbahnhof in Bautzen
Als zentraler Umstiegsort für alle Stadtbuslinien bietet sich laut einer Studie der August-Bebel-Platz an. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Verkehrsplaner haben Busverkehr untersucht Neues Liniennetz für Bautzen nötig

Busfahren soll in Bautzen attraktiver werden. Dazu hat der ZVON eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Verkehrsplaner haben die Linienführung und die Taktung der Stadtbusse unter die Lupe genommen und eine Empfehlung gegeben.

Busbahnhof in Bautzen
Als zentraler Umstiegsort für alle Stadtbuslinien bietet sich laut einer Studie der August-Bebel-Platz an. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Der Bautzener fährt nicht gerne mit dem Bus. Sieben Stadtbuslinien werden von dem Verkehrsunternehmen Regionalbus Oberlausitz angeboten. Doch während in Görlitz bei vergleichbarem Angebot übers Jahr rund vier Millionen Fahrgäste gezählt werden, sind es in der Spreestadt nur eine Million. Für Christoph Mehnert, Verkehrswirtschaftler und stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON), liegt die unterdurchschnittliche Nachfrage auch im Busnetz selbst begründet. Das Bautzener Innenstadtnetz sei relativ unübersichtlich, der Fahrplan lasse sich schwer merken. Und dann gebe es mit den Haltepunkten in der Altstadt, am Busbahnhof und am Bahnhof gleich drei Knotenpunkte, die noch dazu schlecht aufeinander abgestimmt seien. Ein Grund für den ZVON, Experten zu engagieren, die genau auf die Taktung guckten.

Unübersichtliches Busnetz, komplizierter Fahrplan

Vor rund anderthalb Jahren wurde eine Machbarkeitsstudie an die Berliner Verkehrsplanungsfirma ETC in Auftrag gegeben, berichtet ZVON-Mitarbeiterin Sandra Trebesius. Den Ausschlag gab die Sanierung des Bautzener Bahnhofs und die Frage, ob sich parallel zur Neugestaltung des Gebäudes nicht auch der Bus- und Bahnverkehr optimieren lasse. Denn auch die Verknüpfung von Bus und Bahn sei sehr unübersichtlich, so Trebesius. Dabei stellte sich heraus, dass bei den Busverbindungen, die sich seit 2007 kaum verändert haben, mehr herausgeholt werden kann.

Zentraler Knotenpunkt am August-Bebel-Platz

Vor allem fehlt Bautzen ein sogenannter Rendezvous-Punkt: Es ließen sich nicht alle Viertel mit Direktlinien günstig verbinden. Also müssten sich die Hauptlinien möglichst zeitgleich an einer zentralen Stelle treffen, damit die Fahrgäste umsteigen können, erklärt dazu der stellvertretende Geschäftsführer Mehnert.

Ein Mann neben einem Aufsteller mit Prospekten
Christoph Mehnert, stellvertretender Geschäftsführer vom ZVON Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Eine Empfehlung, wo der Rendezvous-Punkt am günstigsten liegt, gaben die Planer ebenfalls aus. Mit relativ wenig baulichem Aufwand wäre der derzeitige Busbahnhof dazu geeignet. Die Einbahnstraßenführung am August-Bebel-Platz biete sich hier an. "Mit einer klaren Taktung, beispielsweise alle 30 Minuten, könnten dort die Busse ankommen, einen kurzen Aufenthalt haben und dann weiterfahren", so Mehnert.

Ein Auftrag an die Verkehrsplaner war auch, das Busnetz besser zu strukturieren. Hier schlugen die Verkehrsplaner einige Änderungen in den Linienverläufen vor. So könnte etwa die Westvorstadt mit eingebunden werden. Ziel des ZVON ist, spätestens im Jahr 2022 mit einem optimierten Stadtbusnetz an den Start zu gehen.
Im nächsten Schritt diskutieren der Landkreis und die Stadt Bautzen die Empfehlungen der Machbarkeitsstudie.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.10.2018 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 17:40 Uhr

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