Selbshilfeapp Mammut
Bildrechte: MDR/Viola Simank

28.10.2019 | 15:54 Uhr Selbsthilfe per App - wie funktioniert das?

In der Oberlausitz finden Betroffene Rat und Hilfe in mehr als 140 Selbsthilfegruppen. Darin finden zum Beispiel Suchtkranke zusammen ebenso wie Menschen, die an Rheuma erkrankt sind oder unter Depressionen leiden. Viele scheuen jedoch den Weg in eine Selbsthilfegruppe oder wissen nicht, welche Angebote es gibt. Sie können sich jetzt auch per App Hilfe suchen.

Selbshilfeapp Mammut
Bildrechte: MDR/Viola Simank

Der Weg in die digitale Selbsthilfe heißt "Mammut". Die gleichnamige App ist seit dem Sommer auf dem Markt und wurde vom Sozialen Netzwerk Lausitz und dessen Partnern entwickelt. Sie kann für Smartphone oder Tablet kostenlos in den einschlägigen App-Stores heruntergeladen werden.

An wen richtet sich die App?

In Selbsthilfegruppen unterstützen und helfen sich Menschen, die ein gleiches Problem oder eine Krankheit haben. Das können Suchtprobleme sein, aber auch Krankheiten wie Krebs oder Rheuma. Gerade im ländlichen Raum sind die Wege oft weit bis zur nächsten Selbsthilfegruppe, viele scheuen den Aufwand oder haben Vorbehalte gegen Selbsthilfegruppen. Für sie soll die neue App eine Möglichkeit sein, mit anderen Betroffenen leichter in Kontakt zu treten, Hilfe zu finden und sich auszutauschen. Außerdem sollen sich die Selbsthilfegruppen untereinander besser vernetzen können.

Was bietet die App?

Screenshot Selbsthilfeapp Mammut
Screenshot der Selbsthilfeapp Mammut Bildrechte: Soziales Netzwerk Lausitz

Selbsthilfeinteressierte können sich zum einen untereinander in einem öffentlichen und einem geschützten privaten Chat austauschen. Er ist als datenschutzfreundliche Alternative zu Messengerdiensten wie WhatsApp gedacht. Es werden keine Telefonnummern oder E-Mail-Adressen gespeichert.

Außerdem gibt es neben einem Newsbereich zu Selbsthilfethemen auch eine Suchfunktion zu passenden Selbsthilfe-Kontaktstellen in ganz Sachsen. Die Nutzer können zudem ein digitales Tagebuch inklusive eines Medikamentenplanes führen. Dort kann man sein aktuelles Wohlbefinden und seine Stimmung festhalten. Insbesondere für Arztbesuche kann dies nützlich sein.

Auch wichtige Notfallnummern sind in der App verzeichnet, es gibt einen Notfall-Chat und man kann sich zu regionalen Selbsthilfe-Kontaktstellen oder dem Seelsorgetelefon weiterleiten lassen.

Wie lässt sich die App bedienen?

Einmal aus dem App-Store heruntergeladen, braucht es nur ein paar Klicks bis die App eingerichtet ist. In den Einstellungen kann man zunächst wählen, für welche Erkrankungen man aktuelle Neuigkeiten aus der Selbsthilfe erhalten will, zum Beispiel für allergische Erkrankungen oder Stoffwechselkrankheiten.

Die Suchfunktion filtert die sächsischen Selbsthilfe-Kontaktstellen nach Region und Erkrankung. Wer möchte, kann direkt von der App aus in der entsprechenden Kontaktstelle anrufen, eine Mail schicken oder deren Internetseite besuchen.

Wer an Chats der Community teilnehmen möchte, muss sich mit seiner Email-Adresse und einem Passwort anmelden. In der offenen Community kann man selbst Beiträge verfassen und Bilder, Audiodateien oder Videos posten. Um einen privaten Chat mit Gleichgesinnten zu führen, muss man einen privaten Raum anlegen, der nach einer Prüfung freigegeben wird.

Alle Funktionen lassen sich einfach über das Menü im unteren Bereich der App ansteuern.

Wer hat die Mammut-App entwickelt?

Das Soziale Netzwerk Lausitz aus Weißwasser hat zwei Jahre lang an der Selbsthilfe-App gearbeitet. Dabei wurde es von den Landkreisen Görlitz und Aue unterstützt. An der Entwicklung der App waren auch Betroffene beteiligt.

Wie sicher sind die Daten?

Die Daten werden laut des Sozialen Netzwerkes Lausitz nicht kommerziell genutzt oder gespeichert. Der Server der Mammut-App steht zudem in Deutschland, um die Datensicherheit zu erhöhen. Daten, die im Tagebuch oder dem Medikamentenplaner eingetragen werden, sind nur auf dem dafür genutzten Gerät gespeichert.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.10.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2019, 15:54 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Bautzen

Mehr aus Sachsen