Visualisierung der neuen Spreebrücke in Bautzen.
Bildrechte: Professur für Städtebau, Fakultät Architektur, TU Dresden

Bautzen Bürger sollen bei neuer Spreebrücke mitreden

Die Pläne für eine neue Fußgängerbrücke über das Spreetal in Bautzen werden viel diskutiert. Bis Ende des Jahres soll eine Machbarkeitstudie vorliegen, dann können die Bautzener auch ganz offiziell mitreden.

Visualisierung der neuen Spreebrücke in Bautzen.
Bildrechte: Professur für Städtebau, Fakultät Architektur, TU Dresden

Im Sommer wurden die Pläne für eine neue Fußgängerbrücke über das Spreetal erstmals öffentlich vorgestellt. Seitdem werden sie auch diskutiert. Denn die 120 Meter lange Brücke soll über dem Spreetal schweben und die Ortenburg mit dem Touristikparkplatz an der Schliebenstraße verbinden. Die Gestaltungsstudie zur Brücke hatte die Stadtverwaltung bei der Professur für Städtebau an der Technischen Universität Dresden in Auftrag gegeben. Die Studenten entwickelten daraufhin die Idee einer filigranen Brücke ohne Stützpfeiler, die nur von einem sogenannten "Spannband" getragen wird.

Neue Möglichkeiten für Bautzen

Der Entwurf stößt bei den meisten Stadträten und vielen Bürgern auf Zustimmung. Nur wenige sehen darin eine "Verschandelung" des Spreetals. Auch Stadtrat Steffen Grundmann von den Linken war von der Gestaltungsstudie sehr angetan. Denn die filigrane Brücke würde sich nicht nur sehr gut in das Spreetal einpassen. "Mit dieser Brücke würden sich auch viele Möglichkeiten für Bautzen ergeben, für den Tourismus, für die Altstadt und für den Bereich an der Ortenburg", sagt Grundmann.

Westliche Altstadt soll belebt werden

Auch Oberbürgermeister Alexander Ahrens verspricht sich viel von der zusätzlichen Spreequerung. Bisher nutzen Autofahrer und Fußgänger hauptsächlich die Friedensbrücke, um über die Spree ins Stadtzentrum zu gelangen. Die westlichen Altstadt rund um die Ortenburg sparen viele deshalb aus. Mit der neuen Spreebrücke wäre dieser Teil der Altstadt aber vom Touristikparkplatz an der Schliebenstraße innerhalb von nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Das würde auch die angespannte Parkplatzsituation im Stadtzentrum entschärfen und die Straßen rund um die Ortenburg beleben, hofft Ahrens.

Doch kann sich die Stadt solch ein Prestigeprojekt überhaupt leisten? OB Ahrens sagt eindeutig: "Ja, kann sie."  Es gebe erste vorsichtige Schätzungen, dass die Baukosten für die Brücke zwischen 800.000 und einer Million Euro lägen. "Ich gehe davon aus, dass wir einen großen Teil der Kosten auch gefördert bekämen", meint Ahrens. Außerdem sei die Stadt nahezu schuldenfrei. Welche Priorität man dem Bau der Brücke aber einräumen wolle, dass müsse sich im weiteren Prozess erst noch zeigen. Denn noch stehe man mit den Planungen ja erst ganz am Anfang.

Nicht um jeden Preis

Auch Stadtrat Steffen Grundmann gibt zu bedenken, dass das Brückenprojekt zwar sehr reizvoll sei, aber man es nicht um jeden Preis umsetzen  müsse: "Wenn die Brücke zu teuer wird, dann sollte man die Finger davon lassen." Auch wenn es im Planverfahren zu große Hürden gibt, beispielsweise beim Natur- oder Umweltschutz, dann solle man eben Abstand davon nehmen. Eine Machbarkeitsstudie soll in diesem Jahr deshalb zeigen, ob und wie die neue Spreebrücke tatsächlich realisiert werden kann.

Frühester Baubeginn 2020

Oberbürgermeister Ahrens hofft, dass Ende des Jahres die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen. Dann sollen auch die Bautzener an der Diskussion offiziell beteiligt werden. "Uns ist wichtig zu wissen, wie die Leute in der Stadt das Projekt sehen und wie sie dazu stehen." Im Jahr 2019 könnten die Planungen dann richtig beginnen, auch der Stadtrat muss über den Bau noch einmal abstimmen. Ahrens rechnet deshalb frühestens mit einem Baubeginn im Jahr 2020.

Quellen: MDR/vis

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 04.01.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2018, 19:58 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

05.01.2018 15:58 Oberlausitzer 2

Die Brücke wird definitiv nicht so "zierlich" gebaut (Unmenge an Vorschriften). Fußgänger brauchen derzeit über die Friedensbrücke bis zur Tourist-Info ca. 12 Minuten, über besagte "neue" Brücke wären es 9 Minuten. Wenn man darüber klagt, dass sich zu wenige Touristen in die westliche Altstadt verirren, sollte man sich mal überlegen, warum. Am zentralen Platz vor dem Rathaus fehlen ganz einfach die entsprechenden (großen) Hinweisschilder, die auf die Sehenswürdigkeiten hinweisen. Die Ortenburg ist z.B. nur 6 Minuten entfernt, aber nirgends dazu ein Hinweis.

05.01.2018 11:08 Humorist 1

Die Brücke an die Oberkante der Altstadtbastei zu hängen, ist der Anfang vom Ende einer nach historischen Gesichtspunkten gepflegten Altstadt-Bausubstanz. Übergang ja, aber weiter unten im Tal, mit leistungsfähigen Personenaufzügen (kein Beispiel an Meißen nehmen!).

Mehr aus der Region Bautzen