Ermittlungen zu Todesschüssen eingestellt Polizist handelte in Notwehr

Gegen einen Polizisten, der im Sommer bei einem Einsatz in Mittelherwigsdorf einen 23-Jährigen erschossen hatte, ist das Ermittlungsverfahren eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Görlitz und die Dresdner Polizei am Mittwoch mitteilten, habe der Beamte in Notwehr gehandelt.

In dem nun fallengelassenen Verfahren ging es um einen Polizeieinsatz im Ortsteil Eckartsberg Anfang August. Die Mutter des Getöteten hatte die Polizei gerufen, weil ihr Sohn sie bedroht hatte. Einer der vier angerückten Polizisten gab im Wohnhaus von Mutter und Sohn drei tödliche Schüsse auf den 23-Jährigen ab.

Mit Fleischermesser bedroht

Nach Prüfung von Staatsanwaltschaft und Polizei geschah dies zu Recht. Der 23-Jährige habe sich mit einem erhobenen Fleischermesser auf einen der Polizisten hinbewegt und dessen "Leib und Leben" bedroht, hieß es. Dem Kollegen des Angegriffenen seien nur wenige Sekunden geblieben, um die Attacke abzuwehren. Daher sei der Schusswaffeneinsatz "verhältnismäßig und geboten" gewesen. Auch, dass die Schüsse auf den Oberkörper abgegeben worden seien, war demnach gerechtfertigt - wegen der geringen Entfernung.

Der Getötete sei psychisch krank gewesen und habe zum Zeitpunkt des Angriffs unter leichtem Alkoholeinfluss gestanden.

Über dieses Thema berichtet MDR Sachsen auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.11.2017 | ab 13:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2017, 13:00 Uhr

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6 Kommentare

02.11.2017 18:06 Phrasenhasser 6

In anderen Ländern gilt ein Polizist, der großes Unheil abwenden konnte durch so ein Handeln, als Held. Aber in Deutschland muss er eine harte Prozedur über sich ergehen lassen der Prüfung und Rechtfertigung.
Was für ein Rechtsstaat ist das, der Polizisten regelrecht "an den Pranger stellt", weil sie geschossen haben und der Angreifer dabei zu Tode kam? Ich denke da sofort an die Grünen, die am liebsten noch Erbsengewehre an unsere Polizei verteilen würden mit passender von ihnen in den Bundestagspausen persönlich ausgezählter "Munition"...

02.11.2017 14:58 jochen 5

Finaler Schuss auf kriminelle Angreifer ? - Richtig so.
Dieses weichgespülte Getue der verantwortlichen ist nicht mehr auszuhalten.

02.11.2017 10:44 Realist2014 4

@Horst 1: Ich gehe ab und zu mit einem Kumpel auf den Schießstand. Es ist gar nicht so einfach mit einer Pistole zu treffen. Das bedarf viel Übung, welche Polizisten aus Kostengründen in der Regel nicht haben. Bei dem Polizisten kamen noch Adrenalin, Gefahr für das eigene Leben und ein „bewegliches Ziel“ hinzu. Da stelle ich es mir auch recht schwierig vor, in aller Ruhe auf ein Bein zu zielen, während ein alkoholisierter Gewalttäter mit einem Fleischermesser und eindeutiger Absicht auf einen -sicherlich sehr zügig- zukommt. Geringer Abstand hin oder her. Die arme Mutter wird sicherlich psychologische Unterstützung bedürfen.

02.11.2017 08:05 jackblack 3

Leicht gesagt, auf Arme und Beine schiessen wenn jemand extrem aggressiv mit einer Waffe angreift, ich sehe das auch als Notwehr

02.11.2017 07:01 Realist! 2

Richtig so! Ganz klare Sache!

01.11.2017 19:45 Horst 1 1

diese Tat ist nicht zu rechtfertigen, aber man kann ja auch auf so eine kurze Entfernung auf die Beine oder die arme schießen!!!