Auto-Kriminalität Gegen internationale Autoschieber: Fahndungswoche der Polizei Sachsen

Autoschieber stehlen hochwertige Autos, Kuriere bringen sie über die Autobahn A4 und Landstraßen in Sachsen nach Osteuropa. Das läuft so schnell ab, dass Opfer den Diebstahl manchmal noch nicht mal bemerken, während ihr Auto schon jenseits der Neiße ist. Das LKA Sachsen bekämpft die internationale Auto-Verschiebung mit abgestimmten Aktionen verschiedener Polizei-Einheiten. In dieser Woche vermelden die Beamten mehrere Fahndungserfolge.

Ein weißer Mercedes wird vom Abschleppdienst unter Aufsicht eines Polizeibeamten abtransportiert. Das Auto war in Hessen gestohlen worden und in Sachsen von der Polizei gesichert worden.
Unter Aufsicht der Polizei wird der sichergestellte Mercedes abtransportiert, der Fahrer des gestohlenen Autos flüchtete vor der Polizei zu Fuß. Bildrechte: Henry Gbureck

Fahnder der Polizei Sachsen haben insgesamt drei in Hessen gestohlene Autos in Sachsen sichergestellt und zwei Tatverdächtige festgenommen. Das teilte das LKA Sachsen am Ende dieser Fahndungswoche mit. "Sachsen ist nach wie vor ein Schwerpunkt der internationalen, organisierten Kfz-Kriminalität. Zunehmend sind wir auch Transitland für bundesweit gestohlene Kraftfahrzeuge auf ihrem Weg nach Polen und Osteuropa", sagte der Präsident des Landeskriminalamtes, Petric Kleine. Er verwies auf den gemeinsamen Einsatz verschiedener Polizeieinheiten, wie Autobahnpolizei, Fahnder und Hubschrauberstaffel. Sie arbeiteten unter der Führung der Soko KfZ und des LKA zusammen mit dem Ziel, den Verfolgungsdruck zu erhöhen und Täter abzuschrecken. Die Fälle im Details nach Informationen des LKA:

Donnerstag: Mercedes rast auf A 4 davon

Die Polizei stellt am Donnerstagmorgen auf der Autobahn A4 bei Hainichen einen weißen Mercedes fest, der mit gestohlenen Kennzeichen aus den Niederlanden viel zu schnell fährt. Am Autobahndreieck Dresden-Nord wird versucht, das Auto zu stoppen. Doch der Mercedes-Fahrer fährt gegen das Einsatzfahrzeug und rast über die A 13 davon. Kurz darauf stellen Brandenburger Polizisten das Auto auf der S 234 in Fahrtrichtung Hoyerswerda fest. Während der Verfolgung springt der Fahrer plötzlich aus dem Auto und flüchtet unerkannt zu Fuß weiter. Die Polizei stellt das Auto sicher: Der Mercedes war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Hessen gestohlen worden.

Dienstagfrüh: Erst verdächtig langsam - dann Tempo 200 auf A 4

Im Bereich Hainichen fällt Fahndern ein schwarzer BMW X3 mit einem hessischen Auto-Kennzeichen auf, der auffällig langsam fährt. Zuerst sieht es so aus, als würde der Fahrer dem "Bitte-Folgen"-Signal der Polizei nachkommen, dann gibt er Gas. Mit mehr als 200 Studenkilometern rast der BMW-Fahrer davon. "Trotz sofortiger Hinzuziehung weiterer Fahndungskräfte, Information an die Bundespolizei, die Autobahnpolizei, der Polizei in Brandenburg, dem Einsatz des Hubschraubers konnte der Pkw nicht wieder aufgenommen werden", heißt es dazu im Polizeibericht. Nachfragen beim Halter des Kennzeichens in Hessen ergeben, dass noch weitere Autos im Großraum Frankfurt am Main gestohlen wurden.

Dienstagmorgen: Wildwest-Hatz über B 96

Gegen 8 Uhr überprüft eine Streife auf der B 96 bei Kleinwelka Richtung Hoyerswerda die Daten eines BMW X3 mit belgischem Kennzeichen. Die Abfrage ergibt eine Zulassung des Kennzeichens auf einen Audi. Eine halbe Stunde später bemerkt der Fahrer den heranfliegenden Polizeihubschrauber und flüchtet über alle Fahrspruren der B 96, missachtet den Gegenverkehr und fährt in falscher Richtung einen Kreisverkehr. Nach der Fahrt über einen Feldweg bleibt das Auto am Feldrand stehen. Der Fahrer, ein 26 Jahre alter Pole, versteckt sich in einer engen Fahrbahnunterführung. Kurz darauf wird der Mann festgenommen. Dass der BMW in Hessen gestohlen worden war, hatten die Besitzer zu dem Zeitpunkt noch nicht gemeldet.

Dienstagvormittag: Mit geklautem BMW unter Drogen

Eine Streife der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Chemnitz bemerkt einen schwarzen BMW auf der A 4 zwischen Chemnitz und Hainichen. Das Autokennzeichen aus Belgien gehört eigentlich zu einem Kleinwagen. Die Beamten rufen weitere Kollegen und den Polizeihubschrauber hinzu. Zwischen den Anschlussstellen Dresden-Neustadt und Dresden Wilder Mann stoppen sie den Fahrer und nehmen ihn vorläufig fest. Der BMW 530d Touring ist wenige Stunden zuvor in Hessen als gestohlen gemeldet worden. Der Fahrer, ein 40 Jahre alter Pole, wird im Drogenschnelltest auf Amphetamine positiv getestet.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR um 2| 25.01.2019 | 14:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2019, 18:48 Uhr

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