Baby mit blauer Mützer liegt im Bett und weint
Im Kreißsaal von Bischofswerda schreit ab dem 21. Dezember kein Baby mehr. Bildrechte: Colourbox.de

Herber Verlust für Bischofswerda und die Region Das Aus für die Geburtenstation ist endgültig

Baby mit blauer Mützer liegt im Bett und weint
Im Kreißsaal von Bischofswerda schreit ab dem 21. Dezember kein Baby mehr. Bildrechte: Colourbox.de

Viele Gespräche wurden geführt und Tausende Unterschriften gesammelt, um die Geschäftsführung der Oberlausitzkliniken von der Bedeutung der Geburtenstation zu überzeugen. Als im Oktober bekannt wurde, dass die Abteilung des Krankenhauses schließt, kritisierte Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große den Schritt scharf und kündigte an, um den Standort zu kämpfen. Ohne Erfolg. Im Krankenhaus kommen künftig keine Babys mehr auf die Welt.

Seitens der Bürger und der Verwaltung habe man alles versucht, sagte Große MDR SACHSEN. "Die Klinik hat hier für sich die Entscheidung getroffen. Wir müssen das jetzt so hinnehmen, auch wenn es leider für die Bischofswerdaer und die Bürger im Umland einen großen Verlust bedeutet", so der Oberbürgermeister. Als kleinen Lichtblick fügt er hinzu, dass man sich mit der Klinikleitung bezüglich der Gesamtentwicklung des Krankenhauses in guten Gesprächen befinde.

Ursprünglich sollte die Geburtenstation bis Ende des Jahres geöffnet bleiben. Nun teilten die Oberlausitzkliniken mit, dass sie bereits am 21. Dezember schließt. "Der Kreißsaal ist bis zum 20. Dezember in Betrieb, ab dem 21. Dezember 0.00 Uhr erfolgen in Bischofswerda keine Geburten mehr", konkretisiert Kliniksprecher Steffen Lahode gegenüber MDR SACHSEN. Schwangere, die kurz vor Mitternacht die Wehen ereilen, sollten sich also besser in ein anderes Krankenhaus fahren lassen. Etwa nach Bautzen, wo mit der Schließung der Geburtenstation in Bischofswerda das neue Frauen- und Kinderzentrum am Krankenhaus seine Arbeit aufnimmt. Dort bündeln die Oberlausitzkliniken alle stationären medizinischen Leistungen der Kinderheilkunde, Geburtshilfe und Gynäkologie.

Mütter werden nicht nach Bautzen verlegt

Geburtsvorbereitende Kurse sowie geplante ambulante gynäkologische Eingriffe sollen jedoch perspektivisch weiterhin in Bischofswerda angeboten werden. Außerdem werden Mütter, die vor dem 21. Dezember in der dortigen Geburtenstation aufgenommen wurden oder gerade entbunden haben, mit ihren Babys bis zur Entlassung weiter betreut. "Eine Verlegung nach Bautzen soll vermieden werden", so Lahode.

Die Schließung des Kreißsaals in Bischofswerda, begründen die Oberlausitz-Kliniken unter anderem mit fehlendem Personal. 20 Jahre Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Krankenhaus Bischofswerda gehen damit zu Ende. Seit 1998 wurden hier mehr als 7.500 Kinder geboren und ebenfalls mehr als 10.000 Frauen operiert und medizinisch betreut.

Quelle: MDR/ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.12.2017 | ab 08:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2017, 11:37 Uhr

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