Rechtsextremer Szenetreff Auch Cunewalde will rechtes Tattoo-Studio nicht

Über dem Rolltor einer Anbaugarage neben einem Haus in Cunewalde hängt ein Schild mit der Aufschrift "Tattoo"
Bildrechte: Xcitepress

Der Gemeinderat von Cunewalde will verhindern, dass im Ort ein Treffpunkt für die rechtsextreme Szene in der Oberlausitz entsteht. Bei einer Sitzung am Mittwochabend wurde Bürgermeister Thomas Martolock beauftragt, alles dafür zu tun, entsprechende Projekte zu verhindern. Alle Fraktionen mit Ausnahme der AfD stimmten für diesen Beschluss.

Kein Erfolg in Bischofswerda und Bautzen

Hintergrund ist das Vorhaben des Rappers Chris Ares, in Cunewalde ein Tattoo-Studio zu eröffnen. Der gebürtige Baden-Württemberger wird vom bayerischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Er wollte erst ein rechtes Jugendzentrum in Bischofswerda und dann ein Tattoostudio in Bautzen eröffnen. Dagegen gab es sowohl Widerstand in der Öffentlichkeit als auch in den Stadträten.

Werbung hängt schon

Nun soll der Anlaufpunkt für die rechtsextreme Szene an der Hauptraße von Cunewalde, südöstlich von Bautzen, entstehen. Wie Bürgermeister Martolock den Gemeinderat informierte, hat ein Bekannter von Ares die Eröffnung eines Tattoostudios angemeldet. Der rechtsextreme Rapper ließ verlauten, alle Genehmigungen lägen vor. Die Werbung am mutmaßlichen Geschäftsstandort wurde bereits installiert.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.09.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

9 Kommentare

Teilnehmer vor 5 Wochen

Was halten Sie von folgender Möglichkeit:
Die AfD wehrt sich als einzige Partei dagegen, rechtlich nicht zu beanstandende Genehmigungen aus ideologischen Gründen zurückzuziehen.

Ihre Beurteilung ist nichts anderes als eine Ansammlung von unbewiesenen Unterstellungen.

Jana vor 5 Wochen

Es ist gut, dass nicht nur die rechtsextreme Szene vernetzt ist, sondern dass auch zunehmend unsere Gemeinden sich untereinander koordinieren und über rechtsextreme Aktivitäten und Protagonisten informieren. So kann man schon bevor solch ein rechter Szenetreff entsteht entgegenwirken und ein besonderes Augenmerk darauf richten. Ich denke alle Bürger sind froh und dankbar, wenn Rechtsextremismus in ihrem Umfeld erst gar nicht zugelassen wird. Dementsprechend handeln auch die politischen Parteien im Bürgerauftrag, wenn sie sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Dass die angeblich bürgerlichkonservative AfD Rechtsextremismus keinerlei glaubhafte Anstrengungen unternimmt sich gegen Rechtsextremisten in Stellung zu bringen, dass muss jeder Bürger für sich selbst beurteilen.

Jana vor 6 Wochen

Wer steckt wohl hinter diesem Rechtsextremisten, der anscheinend versucht rechte Stützpunkte zu errichten? Ein Jugendzentrum ist in der Regel ein defizitärer Betrieb und da frage ich mich, wer die Hintermänner sind, die so etwas finanzieren. Fördergelder für einen Nazistreff wird es ja wohl kaum geben. Vielleicht können der Blumenfreund und ralf meier uns hier weiterhelfen, denn die scheinen sich in der Szene gut auszukennen.

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