Landkreis Görlitz Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Sachsen

19.06.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Kaliss: Wildschweine stehen in einem Wildgatter.
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In Sachsen gibt es den ersten bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das Friedrich-Loeffler-Institut hat bestätigt, dass ein am 27. Oktober im Landkreis Görlitz geschossenes Wildschwein infiziert war. Das Tier wurde in der Landesuntersuchungsanstalt am 29. Oktober untersucht, einen Tag später hat sich der Verdacht bestätigt.

Appell an die Schweinezüchter

Die vordringlichste Maßnahme sei jetzt, die Verbreitung in den Wildschweinbeständen nachhaltig einzuschränken oder zu unterbinden, so das sächsische Sozialministerium. "Ich appelliere an die Schweinehalter, in ihren Bestrebungen, die Hausschweine zu schützen, nicht nachzulassen und Biosicherheitsmaßnahmen konsequent weiter zu verfolgen", so Staatsministerin Petra Köpping. "Aufgabe ist es, nun besonnen zu reagieren und gemeinschaftlich zu handeln. Wir sind gut auf den Ernstfall vorbereitet."

Elektrozaun an der Grenze zu Polen als Schutz vor der Schweinepest
Im Januar wurde entlang der Grenze zwischen Sachsen und Polen ein Elektrozaun errichtet, um sich vor der aus Osteuropa nach Westen ausbreitenden Schweinepest zu schützen. Bildrechte: MDR

Infiziertes Wildschwein in der Gemeinde Krauschwitz erlegt

In Absprache mit dem Landkreis und der Bundeswehr werde nun die Einrichtung sogenannter Restriktionszonen vorbereitet, so das Sozialministerium. Zudem werde ein Krisenstab des Sozialministeriums und des Landestierseuchenbekämpfungszentrums eingerichtet.

Das weibliche Wildschwein wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Krauschwitz erlegt. Ein zeitgleich geschossener Frischling war negativ getestet worden. Damit hat sich die Strategie des Freistaates Sachsen, im grenznahen Bereich zu Polen alle Wildschweine auf das Vorkommen der Erkrankung zu untersuchen, als Frühwarnsystem bewährt. Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich.

Was passiert jetzt? Wie zuvor schon in Brandenburg greifen nun die Vorgaben der Schweinepest-Verordnung. Vorrangiges Ziel für die Behörden in Sachsen ist es, eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern. Dazu gehört, Sperrbereiche (Restriktionszonen) mit besonderen Schutzmaßnahmen auszuweisen. In Brandenburg wurden Dutzende Kilometer von 1,20 hohen Zäunen gesetzt. Es bestand oder besteht noch immer Leinenpflicht für Hunde, ein Jagdverbot und es gab ein Verbot für die Landwirtschaft in den betroffenen Regionen. Welche von diesen Maßnahmen auch für Sachsen in Frage kommen, konnte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Sonnabend noch nicht sagen.

Ein nachgewiesener Seuchenfall hat allerdings gravierende Auswirkungen für die schweinehaltenden Betriebe. So gibt es rigide Exportbeschränkungen. Mehr als 3.000 Landwirte halten in Sachsen insgesamt rund 669.000 Schweine.

Bislang sind in Deutschland nur in Brandenburg Fälle bekannt geworden. Nach Angaben der Landesregierung wurde bei 116 Wildschweinen ASP festgestellt, die meisten davon im Landkreis Oder-Spree.

Quelle: MDR/al/dk

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.10.2020 | ab 17:00 Uhr in den Nachrichten

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