Alkoholverbot - In Ostritz wird das Bier vom Veranstaltungsort abtransportiert.
In Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk transportierte die Polizei 4.200 Liter Bier ab. Bildrechte: Danilo Dittrich

21.06.2019 | 18:00 Uhr Alkoholverbot: Polizei holt 4.200 Liter Bier von Ostritzer Neonazi-Festival ab

Alkoholverbot - In Ostritz wird das Bier vom Veranstaltungsort abtransportiert.
In Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk transportierte die Polizei 4.200 Liter Bier ab. Bildrechte: Danilo Dittrich

Für die Teilnehmer des Neonazi-Festivals in Ostritz ist auf dem gesamten Veranstaltungsgelände des Hotels "Neißeblick" Alkohol verboten. Das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte am Freitag die Auflage des Landkreises Görlitz. Der Anmelder des sogenannten "Schild und Schwert Festivals" hatte sich dagegen gewehrt, weil vorherige Veranstaltungen trotz Alkoholkonsums friedlich geblieben seien. Die Verwaltungsrichter sehen dagegen im Ausschank alkoholischer Getränke ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Am Freitagnachmittag ab 15 Uhr transportierte die Polizei deshalb in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk 4.200 Liter Bier ab. "Bis Sonntag 3 Uhr darf kein Alkohol ausgeschenkt, getrunken oder auf das Gelände gebracht werden", sagte Polizeisprecher Torsten Jahn. Die Bierfässer befinden sich bis dahin in Obhut der Stadt.

Ostritz zwischen Neonazitreffen und Fußballjubiläum

Eigentlich wollten die Ostritzer ihren Fußballverein feiern, der am Wochenende 100 geworden ist. Zeitgleich veranstalten Neonazis ein Rechtsrockfestival. Eine Kleinstadt im Ausnahmezustand - Hier die Bilder.

Ostritz im Juni 2019
Polizei vor dem Eingang des Geländes, auf dem das rechtsextreme Festival stattfindet. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Polizei vor dem Eingang des Geländes, auf dem das rechtsextreme Festival stattfindet. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Nahezu alle Anreisenden und deren Gepäck wird von der Polizei auf verbotene Gegenstände kontrolliert. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Viele Männer zeigen ihre rechte Gesinnung offen mit radikalen Sprüchen und Symbolen auf T-Shirts oder wie hier gleich direkt auf der Haut. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Der Eingang zum Gelände des rechtsextremen Schild und Schwert Festivals. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Unterdessen besuchten am Freitag Ex-DFB-Nationalspieler Cacau, Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange das Jubiläumsfest des örtlichen Fußballvereins. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Cacau beglückwünschte herzlich den Ostritzer Ballspiel Club zum 100-jährigen Bestehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Günther Vallentin, Vereinschef des Ostritzer Ballspiel Clubs, freute sich über den Besuch vom Ministerpräsidenten Kretschmer und dem Profifußballer Cacau: "Das bestärkt uns in unseren Bemühungen, Fußball zu feiern." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Der Ostritzer Ballspiel Club ist 100 Jahre alt geworden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Mit einem Plakat zeigte der Ostritzer Ballspiel Club klare Kante. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Am Sportplatz werden am Wochenenden nicht nur Turniere gespielt - es gibt auch Stände mit Bierausschank zum Feiern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Nicht weit vom Sportplatz entfernt, wird rechtes Liedgut präsentiert. Allerdings ohne Bier - das hat die Stadt auf dem als Kundgebung angemeldeten Konzert untersagt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Kein Alkohol, Presserummel und lange Polizeikontrollen bremsen die Stimmung beim Nazifestival aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz Juni 2019
Draußen heißt es für die Anreisenden vor allem warten. Bildrechte: lausitznews
Ostritz im Juni 2019
Auf dem Gelände spielen Rechtsrockbands vor einem übersichtlichem Publikum. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz Juni 2019
In Ostritz hat am Wochenende zum dritten Mal das rechtsextreme Schild und Schwert Festival stattgefunden. Bildrechte: lausitznews
Ostritz Juni 2019
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: lausitznews
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Gegenproteste nicht in unmittelbarer Nähe

Eine neue Entwicklung gibt es auch bei den Gegenprotesten. Die angekündigten Proteste gegen die Veranstaltung dürfen nicht in unmittelbarer Nähe stattfinden. Das legte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen fest. Die Polizei könne die Lager dort nicht ausreichend voneinander trennen, so die Richter.

Ostritzer wollen ein Verbot des Nazi-Treffens

Kurzfristig hatte das Internationale Begegnungszentrum Sankt Marienthal in Ostritz am Freitag beim Verwaltungsgericht Dresden einen Antrag auf ein Verbot des Neonazi-Treffens gestellt. Man wisse aus den letzten Veranstaltungen des Schild und Schwert Festivals, dass sich gewaltbereite Neonazis treffen, die zum Teil mehrfach vorbestraft sind, sagte der Leiter des Begegnungszentrums Michael Schlitt MDR SACHSEN. "Nach dem Mord an dem Regierungspräsidenten in Kassel wissen wir, dass den Worten der Neonazis oftmals auch Taten folgen. Und deshalb müssen wir davon ausgehen, dass den ausländerfeindlichen Parolen, die dort im Hotel Neißeblick skandiert werden, auch Taten folgen." Schlitt fürchte um die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Gäste, die zum großen Teil aus dem Ausland kommen. Auch mehrere Ostritzer haben solch einen Verbotsantrag beim Verwaltungsgericht gestellt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Quelle: MDR Sachsen

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.06.2019 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

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