Rechtsextremes Konzert in Ostritz
Zu den Konzerten des "Schild- und Schwertfestivals" reisten mehrere hundert Rechtsextreme und Neonazis an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ostsachsen Polizei greift bei rechtsextremem Konzert in Ostritz ein

Zum zweiten Mal in diesem Jahr stand das ostsächsische Ostritz im medialen Fokus. Doch anders als im April reisten zum rechtsextremen "Schild- und Schwertfestival" weniger Teilnehmer an. Eine erfreuliche Bilanz zogen auf der anderen Seite die Organisatoren des Friedensfestes.

Rechtsextremes Konzert in Ostritz
Zu den Konzerten des "Schild- und Schwertfestivals" reisten mehrere hundert Rechtsextreme und Neonazis an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Stadt Ostritz hat ihr Friedensfest gegen ein Neonazi-Festival als Erfolg eingestuft. Demnach kamen insgesamt 3.000 Menschen zu den Veranstaltungen. Vor allem an den beiden Abenden blieb im Festzelt kein Platz mehr frei. "Ich bin zutiefst berührt von dem, was hier in Ostritz passiert ist - von diesem Engagement, von dieser Herzlichkeit und von dieser Besonnenheit", sagte Bürgermeisterin Marion Prange. Die vielen Akteure hätten ganz unterschiedliche Akzente gesetzt und viel Resonanz bekommen.

18 Ermittlungsverfahren gegen Festivalteilnehmer

Parallel zur dem Bürgerfest hatten sich in Ostritz mehrere hundert Rechtsextreme versammelt. Die Polizei zog insgesamt ein positives Fazit. "Für die Görlitzer Polizei war es letztlich ein ruhiger Einsatz", erklärte der leitende Kriminaldirektor Klaus Hecht am Sonntagnachmittag. "An dem sogenannten Schild- und Schwert-Festival haben deutlich weniger Personen teilgenommen als noch im April."

Insgesamt hat die Polizei 2.000 Personen und 900 Fahrzeuge kontrolliert. 18 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet - allesamt im rechten Spektrum:

  • Verstöße gegen das Versammlungsgesetz (6)
  • Verstöße gegen das Waffengesetz (3)
  • Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz (1)
  • Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (6)
  • eine Körperverletzung
  • eine Sachbeschädigung

Die sichergestellten Messer, Sturmhauben oder Tierabwehrsprays zeigen, wie notwendig die Kontrollen der Polizei waren.

Klaus Hecht Leitender Kriminaldirektor

Polizei bricht rechtsextremes Konzert ab

Bei den Kontrollen des Versammlungsgeländes wurden mehrere T-Shirts und CD´s mit verbotenen Symbolen beschlagnahmt. In der Nacht zum Sonnabend hat die Polizei zudem eines der Konzerte abgebrochen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage von MDR SACHSEN sagte, hatte die betroffene Band gegen 2:15 Uhr ein "strafrechtlich relevantes Lied" gespielt und musste ihren Auftritt beenden. Die Personalien der Bandmitglieder wurden aufgenommen und der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei nicht.

Insgesamt waren 900 Polizeibeamte aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Baden-Württemberg, der Bundespolizei und der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Quelle: MDR/dk/ak/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.11.2018 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Eva Mattes 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2018, 16:28 Uhr

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38 Kommentare

05.11.2018 20:15 Horst 1 38

ich möchte mich herzlich bei dem verantwortlichen Redakteur für die nicht freigeschalteten Beiträge bedanken! Es wird nichts vergessen!

05.11.2018 18:38 Horst 1 37

an @35: Mit Ihren "Kommentaren müssten Sie eigentlich mare monstrum heißen! Mit dem Sprachgebrauch meinten Sie bestimmt in Richtung der links-extremen Garde!

05.11.2018 18:08 Ekkehard Kohfeld 36

@ Irmela Mensah-Schramm 30 Ihre Behauptung, ich würde Wände beschmieren, nehmen Sie bitte gefälligst zurück, denn das ist absolut unwahr!##Nein das werde ich nicht tun das ist meine Meinung dazu und so ähnlich sieht es auch der Staatsanwalt.

"Hassparolen übersprüht Staatsanwalt geht weiter gegen Irmela Mensah-Schramm vor berliner-zeitung."

05.11.2018 12:44 mare nostrum 35

@ 31

Sachse bemüht sich vergeblich, AfD-internen Sprachgebrauch der breiten Masse zugänglich zu machen. <---- Außer Spesen nichts gewesen! :)

05.11.2018 12:05 Mediator an Sachse43(31) 34

Warum soll die Polizei denn bitte Anwohner und friedliche Demonstrationsteilnehmer ohne konkreten Verdacht kontrollieren? Bei gewaltbereiten Neonazis hingegen besteht ein hinreichender Verdacht, wie die Kontrollen ähnlicher Veranstaltungen gezeigt haben, dass Waffen, verbotene Gegenstände oder strafrechtlich relevante Symbole mit sich geführt haben. Dass für sie Rechtsradikale und Rechtsextremisten nicht per se etwas Negatives sind, das müssen sie nicht ständig betonen. Für Menschen wie sie ist das ja schon fast eine normale Geisteshaltung.

05.11.2018 11:49 Janine 33

Es ist richtig, dass die Polizei diesen Neonazis nichts durchgehen lässt, auch wenn diese im Rudel aufgelaufen sind und wohl oft darauf hoffen, dass einzelne Straftaten in der Masse nicht auffallen. Das Friedensfest zeigt diesen Rechtsradikalen, dass sie auch in diesem kleinen Ort keinen Fuß auf den Boden kriegen und dass die Demokraten in unserer Gesellschaft im Zweifelsfall immer mehr sind.

@Junker(27): Schalten sie einfach einmal den Kopf ein, bevor sie hier so tun als wäre die AfD so etwas wie eine antifaschistische Partei! Die Kontakte der AfD in die rechtsextreme Szene und zu verfassungsfeindlichen Gruppierungen sind bekannt und dass die AfD ein Problem mit Rechtsextremismus in ihren eigenen Reihen hat zeigt die Tatsache, dass aktuell ein Landesverband der AfD Jugendorganisation nach dem anderen aufgelöst wird, weil das Treiben darin die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes auf sich gezogen hat.

05.11.2018 11:28 Gaihadres 32

@Nr.31: Die Polizei ist für die allgemeine Sicherheit zuständig und kontrolliert nicht nach politischer Einstellung. Alles andere wäre auch nicht zu vertreten. Sofern also ein Verdacht vorliegt, werden auch diese von der Polizei kontrolliert worden sein. Der Grund für die erhöhte Polizeipräsenz liegt ohnehin in der allgemein erhöhten Gefahrenlage durch die Zahl der Menschen auf engen Raum begründet und nicht durch das Konzert selbst - für deren Sicherheit ist der Veranstalter zuständig. Was also wollen Sie denn gerne hören? Bei dieser Aussage geht es Ihnen doch augenscheinlich nur darum ihre persönlichen Ansichten bestätigt zu wissen - die Antwort wäre Ihnen ohnehin nicht recht, wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind.

05.11.2018 08:36 Sachse43 31

Wurden die Bunttoleranten denn auch von der Polizei kontrolliert?

05.11.2018 08:27 Irmela Mensah-Schramm 30

@ Eckkehard Kohfeld
Ihre Behauptung, ich würde Wände beschmieren, nehmen Sie bitte gefälligst zurück, denn das ist absolut unwahr!
Richtig ist: Ich tilge öffentlich - und vermutlich auch von Ihnen - oft sogar mehrere Jahre alte geduldete rassistische, antisemitische Parolen, d.h. auch Dinge die lt. StGB verboten sind.
Außerdem regt sich sogar mancher Zeitgeist darüber auf, wenn ich die NS-Symbole wegputze. Begründung: "Meinungsfreiheit stehe denen auch zu"!
Zum Friedensfest selbst: ja es ist eine gute Sache, allerdings kommen wohl eher von auswärts Leute - zudem zur kostenlos gelieferten Musik!

05.11.2018 01:13 Fakt 29

>>Horst 1, #17:
"und nicht alle ,die eine andere Meinung haben,sofort in die braune Ecke drücken?"<<

Erstens hat äußerst rechtes bis rechtsextremes Gedankengut wenig bis gar nichts mit "Meinung" zu tun, zweitens braucht niemand die Rechten in die "braune Ecke zu drücken" - da laufen die ganz freiwillig hin.

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