Strukturwandel Künftig Kohlefasern statt Kohlestrom aus Boxberg

Braunkohlekraftwerk Boxberg
Das Braunkohlekraftwerk Boxberg in der Oberlausitz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das vor allem durch sein Braunkohlekraftwerk bekannte Boxberg in der Oberlausitz soll ein Forschungsstandort für "grüne" Carbonfasern werden. Wie das Sächsische Ministerium für Regionalentwicklung mitteilte, unterzeichnete Minister Thomas Schmidt am Mittwoch eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Kohleförderer Leag, den Fraunhofer-Instituten für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und Angewandte Polymerforschung (IAP) und der Technischen Universität Chemnitz.                          

Diese Kooperation ist beispielhaft dafür, wie nachhaltiger Strukturwandel aussehen kann. Für den Standort Boxberg eröffnet sich nun ein Weg in ein neues Industriezeitalter.

Thomas Schmidt Minister für Regionalentwicklung in Sachsen

Leichtere Bauteile mit weniger Energie herstellen

Das Projekt erhielt den Namen "InnoCarbEnergy". Seine Aufgabe: das Entwickeln von carbonfaserverstärkten Leichtbauteilen, die beispielsweise beim Fahrzeugbau oder in der Luft- und Raumfahrt genutzt werden können. Ihr Vorteil: Sie sind genauso stabil, wiegen aber deutlich weniger als die gleichen, ausschließlich aus Stahl oder Aluminium gefertigten Bauteile. Die Besonderheit in Boxberg: Dort sollen auch neuartige energiesparende Produktionsmethoden entwickelt werden. Dafür sieht die Vereinbarung als ersten Schritt vor, eine vollausgestattete Forschungspilotlinie zur Herstellung von Carbonfasern zu entwerfen und aufzubauen.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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