03.06.2020 | 20:03 Uhr BUND will mit neuer Wanderausstellung für Insektensterben sensibilisieren

Maxi Weber beim Aufbau der Ausstellung im Zittauer Rathaus
Maxi Weber beim Aufbau der Ausstellung im Zittauer Rathaus Bildrechte: MDR/Uwe Walter

"Das Insektensterben in Deutschland ist dramatisch", stellt Maxi Weber vom BUND Sachsen fest. So belege beispielsweise die Krefelder Studie, dass die Biomasse von Fluginsekten in den vergangenen drei Jahrzehnten um 76 Prozent abnahm. An 63 Standorten wurden dafür von 1989 bis 2014 Insekten gefangen und gewogen. Auch die Rote Liste und viele regionale Studien zeigen den dramatischen Rückgang. "Wir sehen uns in der Pflicht, die Menschen darüber aufzuklären, was auf unseren Äckern, vor unserer Haustür passiert", erklärt Weber.

Deshalb hat Maxi Weber eine Wanderausstellung konzipiert. Im Zittauer Rathaus hat sie die zehn Roll-ups und fünf interaktiven Stationen nun das erste Mal für Publikum aufgebaut. Darin wird nicht nur über das Ausmaß und die Ursachen für das Insektensterben informiert. Die Ausstellungsmacher wollen die Besucher auch animieren, selbst für den Schutz der Insekten aktiv zu werden.

Das Stichwort ist Vielfalt. Wir brauchen mehr Vielfalt auf den Äckern. Wir brauchen aber auch mehr Vielfalt in den Privatgärten. Wir brauchen mehr Wildblumen, mehr strukturreiche Landschaften, also Hecken zum Beispiel.

Maxi Weber BUND Sachsen

Eine Holztafel stellt deshalb vor, wie ein Wildbienengarten aussehen könnte. Außerdem empfiehlt Weber, mehr Bioprodukte zu kaufen. "Damit hilft man Landwirten, die keine chemischen Pestizide einsetzen."

Interaktive Stationen für spielerische Wissensvermittlung

Georg Salditt hat im Zittauer Rathaus sechs Infobanner zur Situation heimischer Wildbienen aufgestellt.
Georg Salditt hat im Zittauer Rathaus sechs Infobanner zur Situation heimischer Wildbienen aufgestellt. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Kindern zeigt die Ausstellung, wie es ist, durch ein Insektenauge zu blicken und was Insekten zum Leben brauchen: einen Nistplatz und ein Blütenangebot. "Man kann Blühwiesen auf seinem Garten oder Balkon anlegen. Man kann aber auch die Bewirtschaftung seines Gartens umstellen, dass die Blüten auf der Wiese ein bisschen länger blühen können und nicht gleich wieder abgemäht werden", rät Georg Salditt, Umweltpädagoge des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal in Ostritz.

Das Ostritzer Begegnungszentrum steuerte zur Ausstellung sechs zusätzliche Informationstafeln zum Thema Bienen bei. Bis 10. Juli sind die nun noch im Zittauer Rathaus zu sehen. Anschließend wird die Ausstellung in Chemnitz, Zwickau, Görlitz und Mücka gezeigt.

Quelle: MDR/uwa/mk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.06.2020 | 17:20 Uhr

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