Industriegebiet Kodersdorf
Gütertransport über die Schiene. Ein Logistikunternehmen aus Forst will in Kodersdorf einen Containerumschlagplatz errichten. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Transport über die Schiene Kodersdorf wird zur Drehscheibe für den Güterwarenverkehr

Containerzüge aus Norddeutschland sollen demnächst bis in die Oberlausitz rollen. Die Firma Lion aus Forst will einen Warenumschlagplatz im Industriegebiet Kodersdorf direkt an der Autobahn 4 errichten.

Industriegebiet Kodersdorf
Gütertransport über die Schiene. Ein Logistikunternehmen aus Forst will in Kodersdorf einen Containerumschlagplatz errichten. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Was ist ein Containerterminal?

Der in Kodersdorf geplante Containerumschlagplatz ist Teil des sogenannten Seehafenhinterlandverkehrs - ein Beförderungssystem für den Import und Export von Waren. So kommen beispielsweise beim Import die Frachtschiffe mit den geladenen Containern in den Überseehäfen Hamburg und Bremerhaven an. Von dort wechseln die Container zum Weitertransport ins Inland auf Güterzüge. Denn auf langen Strecken rechnet sich der Transport über die Schiene. Auf den letzten Kilometern fahren dann Lkws die Waren ans Ziel. Dazu müssen die Container ein weiteres Mal an einem Terminal vom Zug auf die Lastwagen umverladen werden. Für Kodersdorf strebt der Investor Sven Noatzke von der Lion-Group an, in Zukunft bis zu 30.000 Container pro Jahr umzuschlagen. Dabei kommen auf einem Güterzug im Schnitt 44 Container an.

Ist der Schienentransport bis Kodersdorf eine Entlastung für die A4?

Nein. Für den Verkehr auf der Autobahn ändert sich erst einmal nichts. Denn das Unternehmen Lion verschiebt in diesem Fall sein Drehkreuz vom Norden nach Süden. Bisher rollen die Güterzüge auf dem Umschlagplatz im brandenburgischen Forst ein. Von dort wird ein großer Teil der Ladung über die Bundesstraße B115 in die Oberlausitz weitertransportiert. Nach Angaben des Unternehmens sind das täglich um die 200 Lkw. Mit dem neuen Standort wird also der Schwerlastverkehr auf der B115 deutlich weniger.

Welche Folgen hat die Investition für Kodersdorf?

Für die Gemeinde ist es ein Gewinn. "Der Industriestandort erhält einen weiteren Standortvorteil, sichert Arbeitsplätze und die Vorteile von Straße und Schiene können optimal genutzt werden", freut sich der Bürgermeister René Schöne. Mit dem Umschlagplatz erhöht sich zwar der Schwerlastverkehr, der aus dem Industriegebiet kommt, der kann aber auch gleich auf die A4 fahren. Gleichzeitig kommen weniger Laster über die B115 durch den Ort. Um die Anwohner weiter zu entlasten, hat die Gemeinde eine Studie zu einer Neuanbindung des Industriegebietes erstellen lassen, berichtet Schöne. Darauf aufbauend prüfe man mit dem Landkreis Görlitz und dem Freistaat Sachsen eine mögliche Ortsumfahrung.

Was entsteht alles mit dem neuen Umschlagplatz?

Laut Lion-Chef Noatzke werden 13 Millionen Euro in das neue Frachtdrehkreuz investiert. Auf einer Fläche von rund sechs Hektar entstehen mehrere Abstell- und Ladegleise. Dazu kommen ein Waschplatz für Containerstapler und etliche Parkflächen. Zudem ist der Bau einer weiteren Straße im Industriegebiet geplant.

Wer wird von Kodersdorf aus beliefert?

Unter anderem wird das am Terminal angrenzende Sägewerk im Industriegebiet direkt von der Schiene aus beliefert. Auch umliegende Automobil- und Lebensmittelwerke profitieren, weil Liefer-Lkw weniger Kilometer zurücklegen müssen.

Wann wird das Terminal gebaut?

Der Bau des Containerterminals ist von der Landesdirektion Sachsen Anfang Februar genehmigt worden. Im Moment wartet das Unternehmen auf eine Fördermittelzusage vom Eisenbahnbundesamt. Liegt sie vor, sollen im Frühsommer die Bauarbeiten beginnen. Die Inbetriebnahme des Terminals ist noch in diesem Jahr zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn Mitte Dezember vorgesehen.

Landkarte des Industriegebietes Kodersdorf
Auf der schraffierten Fläche am Rande des Industriegebietes soll der neue Containerumschlagplatz entstehen. Bildrechte: Gemeinde Kodersdorf

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.02.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 14:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

21.02.2019 21:39 Bravo, und weiter so! 1

Das ist endlich mal wieder eine ausserordentlich schöne Meldung.
Es gibt also doch noch Leute,
die weiterdenken können.

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen