Neue Allgemeinverfügung in Arbeit Landkreis Görlitz überschreitet 400-er-Inzidenzwert

'Bitte Maske tragen' steht am Eingang einer Galerie in Berlin Mitte.
Der Landkreis Görlitz verschärft die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Bildrechte: dpa

Der Landkreis Görlitz hat am Sonnabend 240 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet und einen weiteren Anstieg an Infektionen im Vergleich zu den vergangenen Tagen registriert. Betroffen sind 228 Erwachsene und zwölf Kinder.

Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals bei 400,8. Das heißt im Verlauf von einer Woche haben sich im Landkreis pro 100.000 Einwohner gut 400 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Anfang November wird die Sieben-Tage-Inzidenz von 200 dauerhaft überschritten. Das ist der Schwellenwert, ab dem eine Region als sogenannte Corona-Hochinzidenzregion eingestuft wird.

Registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Görlitz
Datum Neuinfektionen
23.11. 39
24.11. 147
25.11. 208
26.11. 179
27.11. 155
28.11. 240
   
Gesamt 1.013

Ab nächster Woche Ausgangsbeschränkungen

Entsprechend der sächsischen Corona-Schutzverordnung muss der Landkreis ab Dienstag, 1. Dezember, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie verschärfen. Eine entsprechende Allgemeinverfügung sei in Vorbereitung, teilte das Landratsamt am Sonnabend mit. Sie soll am Montag veröffentlich werden.

Dazu zählt eine Ausgangsbeschränkung. Demnach darf die Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen werden: zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule und zur Kita. Zudem gilt ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum, eine weitgehende Maskenpflicht im öffentlichen Raum sowie die grundsätzliche Beschränkung von Versammlungen auf maximal 200 Teilnehmer.

Erste Stationen geschlossen

Bei der medizinischen Versorgung der Patienten ist der Landkreis Görlitz inzwischen an seine Grenzen gestoßen. Aktuell werden hier 191 Menschen mit Covid-19 stationär im Krankenhaus behandelt, 23 von ihnen intensivmedizinisch. Zehn Personen mussten nach Cottbus, Dresden und Freital verlegt werden, weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen.

Aufgrund der zunehmenden Anzahl an Covid-19-Patienten wurden bereits Stationen geschlossen und aufschiebbare Behandlungen verschoben. Kapazitäten für Patienten, die aufgrund anderer Infektionskrankheiten (Noroviren, Rotaviren, Influenza) behandelt werden müssen, sind derzeit nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Landkreis Görlitz

Landrat Bernd Lange hat inzwischen die Landesregierung um Hilfe gebeten. Zudem läuft ein Hilfeleistungsantrag, die Unterstützung der Bundeswehr bis mindestens zum 31. Januar zu verlängern.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.11.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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