Wissenschaft Görlitzer Forscher untersuchen effektiven Einsatz von Corona-Tests

Reagenzglas wird mit Pipette befüllt
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Ein Forscherteam in Görlitz untersucht den optimalen Einsatz von Corona-Tests. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird das Projekt von einer Abteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) durchgeführt. Das "Center for Advanced Systems Understanding" (CASUS) in Görlitz ist darauf ausgelegt, Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus verschiedensten Wissenschaftsgebieten durchzuführen.

Software-Prototyp für 2021 geplant

Hände auf einer Tastatur
Am Ende der Forschung soll eine Software entstehen, die den optimalen Einsatz von Tests berechnet. Bildrechte: colourbox.com

Zunächst will das Forscherteam in Zusammenarbeit mit den Behörden und Ämtern Daten zu der Anzahl und den Ergebnissen durchgeführter Tests zusammentragen. Anschließend sollen epidemiologische Modelle eingebunden werden. Mit sogenannten "Was-wäre-wenn"-Szenarien wollen sie verschiedene Teststrategien untersuchen. Ziel ist es den Angaben zufolge, eine Software zu entwickeln. Sie soll errechnen, wann wo unter welchen Umständen getestet werden soll, damit die vorhandenen Tests möglichst effektiv eingesetzt werden können. Ein Prototyp der Software soll im Herbst kommenden Jahres fertig sein.

Kretschmer: "Tests sind wertvolle Ressource"

Dass eine Veränderung im Bezug auf Testungen nötig ist, hatte bereits Ministerpräsident Michael Kretschmer am Dienstag auf einer Pressekonferenz eingeräumt: "Tests sind eine wertvolle Ressource. Auch wir merken hier in Sachsen: Mehr Tests sorgen dafür, dass die Zeiten sich verlängern, bis das Ergebnis kommt, und auch manchmal die Kapazitäten rar werden." Er hatte eine Lösung dafür von Bund und Robert Koch-Institut gefordert.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz im Innenministerium.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer räumte ein, dass es auch in Sachsen zu Engpässen bei Corona-Tests kommen kann. Bildrechte: dpa

Forscher wollen Beitrag leisten

Prof. Justin Calabrese von CASUS erklärt: "Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht überwunden und obwohl die Testkapazitäten in Deutschland sehr groß sind, wird mit steigenden Infektionszahlen ihr effektiver Einsatz schwieriger. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, um Strategien zu entwickeln, wie man die vorhandenen Testkapazitäten so effektiv wie möglich nutzen kann."

Gemkow: Auch auf zukünftige Pandemien anwendbar

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow teilte mit, dass die Ergebnisse nicht nur auf die aktuelle Pandemie angewandt, sondern auch bei künftigen möglichen Infektionsgeschehen eingesetzt werden könnten: "Die dank einer digitalen Lösung bestmögliche Nutzung von Tests ist wichtiger Bestandteil einer Strategie zur Eindämmung von Pandemien." Der Schwerpunkt der Forschung liege zunächst auf Sachsen und könne aber nach Angaben des Helmholtz-Zentrums anschließend deutschland- oder gar weltweit ausgedehnt werden.

Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt nach eigenen Angaben mit einer Million Euro. Die Gelder kommen aus dem Etat des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und dem Corona-Bewältigungsfonds des Freistaats.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.10.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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