13.06.2020 | 11:30 Uhr Jubel nach Grenzöffnung zwischen Görlitz und Nachbarstadt Zgorzelec

Grenzoeffnung Polen Görlitz
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (re.) und sein Zgorzelecer Amtskollege Rafał Gronicz begrüßen sich mit dem Ellenbogen. Bildrechte: Lausitznews

Polen hat seine Grenzen seit Sonnabend wieder für EU-Bürger geöffnet. In einem symbolischen Akt haben um Mitternacht der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und sein Zgorzelecer Amtskollege Rafał Gronicz die Kette am Grenzzaun auf der Altstadtbrücke durchtrennt und die Absperrung zur Seite geschoben. Nach knapp drei Monaten ist damit die Teilung der deutsch-polnischen Europastadt beendet. Mehrere hundert Menschen feierten das.

Hunderte feiern die Wiedervereinigung der deutsch-polnischen Europastadt

Grenzoeffnung Polen Görlitz
Freunde und Familien in der deutsch-polnischen Europastadt Görlitz/Zgorzelec feierten nachts die Öffnung der Grenze. Bildrechte: Lausitznews
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Freunde und Familien in der deutsch-polnischen Europastadt Görlitz/Zgorzelec feierten nachts die Öffnung der Grenze. Bildrechte: Lausitznews
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Ein Autokorso bewegte sich nach der Grenzöffnung über die Brücke. Bildrechte: Lausitznews
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Die Leute jubelten und waren in Feierlaune. Bildrechte: Lausitznews
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Um Mitternacht hatten sich auf polnischer und deutscher Seite Bürger versammelt, um bei der Grenzöffnung dabei zu sein. Bildrechte: Lausitznews
Ein verketteter Grenzzaun wird geöffnet
Der Zgorzelecer Stadtchef Rafał Gronicz durchtrennt die Kette am Grenzzaun. Auf der anderen Seite setzt der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu den roten Bolzenschneider an. Bildrechte: Danilo Dittrich
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Medienrummel. Die Stadtchefs begrüßen sich mit den Ellenbogen. Bildrechte: Lausitznews
Grenzoeffnung Polen Görlitz
Auf der Altstadtbrücke zwischen Görlitz und Zgorzelec kann jetzt wieder der Verkehr rollen. Bildrechte: Lausitznews
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Es sei für alle ein toller Moment, auf den seit Wochen gewartet wurde, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister MDR SACHSEN. Denn die Situation sei privat und wirtschaftlich schwierig gewesen. Ursu nannte als Beispiel auch den Megastau von mehr als 60 Kilometern auf der A4, der sich mit den ersten Grenzkontrollen bildete. "All diese Dinge wollen wir nie wieder so erleben."

Es war eine schwierige Situation für Familien, Freunde, Geschäfte und Unternehmen.

Octavian Ursu Oberbürgermeister von Görlitz

Die polnische Regierung in Warschau hatte die Grenzen Mitte März als Schutzmaßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus für Ausländer geschlossen. Dagegen hatten immer wieder Bürger an beiden Ufern der Neiße protestiert. Denn sowohl Görlitz als auch Zgorzelec profitieren seit Jahren von der offenen Grenze. So leben mittlerweile rund 4.000 Polen in Görlitz und die Görlitzer schätzen polnische Waren und Dienstleistungen und sorgen mit ihrem Geld für einen wirtschaftlichen Aufschwung in der polnischen Grenzregion.

Zenker: Keine Normalität im Dreiländereck

Bereits am Freitag waren die Kontrollen an der litauisch-polnischen Grenze weggefallen. Seit Sonnabend 0 Uhr gilt dies auch für die Grenzen zu Deutschland, Tschechien und der Slowakei.

Die sächsisch-tschechische Grenze war bereits am 5. Juni geöffnet worden. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker sieht dennoch keine Normalität im Dreiländereck. Alle, die ein gemeinsames Europa der Menschen und nicht nur der Wirtschaft wollten, seien unter Handlungsdruck. Wichtige Projekte zur Partnerschaft müssten fortgesetzt werden. Als Beispiele nannte Zenker den Tourismus, aber auch Feuerwehren und Katastrophendienste.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.06.2020 | ab 6:00 Uhr in den Nachrichten

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