Fallzahlen sprunghaft gestiegen Landkreis Görlitz ist Corona-Risikogebiet

Peterskirche Görlitz
Der Landkreis Görlitz hat den kritischen Inzidenzwert von 50 schon am 8. Oktober überschritten. Bildrechte: Pfarrkirche St. Peter und Paul Görlitz

Im Landkreis Görlitz ist der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sprunghaft angestiegen. Wie das Landratsamt mitteilte, lag der Wert am Sonnabend (24.10.2020) bei rund 130. Eine Sprecherin des Landratsamtes sagte, die Region liege schon seit dem 8. Oktober über dem kritischen Inzidenzwert von 50, der für eine Einstufung als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut (RKI) maßgeblich ist. Grund für die abweichenden Zahlen seien Verzögerungen bei der Übermittlung. Laut RKI lag der Inzidenzwert am Montag bei 71,2 (Stand 26.10.2020, 0 Uhr). Damit gilt der Landkreis offiziell als Risikogebiet.

Lange Wartezeiten für Testergebnisse

Das Landratsamt gab am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt, dass es mittlerweile bis zu 72 Stunden dauert, bis die Ergebnisse von einem Corona-Abstrich vorliegen. Bei der Situation derzeit seien täglich 250 bis 300 Laboruntersuchungen notwendig. Das sind fast doppelt so viele, wie derzeit vom sächsischen Gesundheitsministrium zugewiesen, sagte am Nachmittag der Görlitzer Landrat Bernd Lange. "Wir haben Kapazitäten für 150 Tests am Tag, das wird zum Teil überschritten. Deshalb verschieben sich dann teilweise Tests. Hier muss nachgebessert werden." Man brauche konkrete Laboradressen für die Tests, so Lange.

Bundeswehr hilft bei Kontaktverfolgung

Um der Situation Herr zu werden, unterstützen im Görlitzer Landratsamt seit Sonnabend 20 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten die Mitarbeiter bei der Ermittlung von Kontakten. Vier Rettungssanitäter der Bundeswehr helfen bei mobilen Teams des Gesundheitsamtes. Auch die Allgemeinverfügung zum Corona-Schutz wurde angepasst. An privaten Feierlichkeiten dürfen ab sofort nur noch maximal zehn Personen teilnehmen, bei Veranstaltungen höchstens 100. Die Maskenpflicht gilt auch an Bushaltestellen und bei Ansammlungen im öffentlichen Raum und für die Gastronomie die Sperrstunde ab 22 Uhr.

Wieder Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen

In Görlitz wird ab Mittwoch wieder der Stab für außergewöhnliche Ereignisse zusammentreten. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, setzt sich dieser unter anderem unter Führung von Oberbürgermeister Ursu aus verschiedenen Fachbereichen der Stadtverwaltung und weiteren externen Partnern von Polizei, Bundespolizei, oder Verkehrsbetrieben zusammen. Damit sollen schnelle und koordinierte Entscheidungen ermöglicht werden, hieß es. Dabei geht es in erster Linie um den Informationsaustausch und die Beratung über die aktuelle Lage zum Coronavirus, über die anschließend auch öffentlich informiert wird. Oberbürgermeister Ursu appelliert in diesem Zusammenhang noch einmal an die Bevölkerung, weiterhin ruhig und besonnen zu bleiben und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Es gebe keinen Grund zur Panik, sagte er.  

  

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.10.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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