31.3.2020 | 11:12 Uhr Frottana in Großschönau produziert Mundschutz gegen Coronaviren

In der Corona-Krise wird derzeit über eine Mundschutz-Pflicht in der Öffentlichkeit diskutiert. Noch fehlen solche Masken aber vor allem in Krankenhäusern und in der Pflege. Im Landkreis Görlitz hilft der Textilhersteller Frottana. Auf Initiative des Landratsamtes hat das Unternehmen seine Produktion umgestellt. Auch im Erzgebirge werden schon Corona-Schutzmasken hergestellt. Eine Hilfsaktion in Bautzen lässt zu Hause Mundschutzmasken nähen.

Mund-Nasen-Schutz der Frottana Textil GmbH
Eine Mund-Nasen-Schutzmaske von Frottana Bildrechte: Frottana Textil GmbH

Frottana produziert Corona-Mundschutz in Großschönau

Der Oberlausitzer Textilhersteller Frottana in Großschönau produziert ab sofort einen Mund-Nasen-Schutz für das Gesundheitswesen. Hintergrund ist ein drohender Mangel an Schutzmasken insbesondere für Ärzte und Pflegekräfte. Wie das Landratsamt Görlitz mitteilte, sind die Masken waschbar und der verwendete Stoff ist als bakterien- und virendicht eingestuft. Die ersten der weißen Masken seien bereits im Gebrauch. Eine entsprechende Zertifizierung für die Schutzmasken sei beantragt, das Ergebnis werde in den kommenden Tagen erwartet.

Ich hoffe, dass die Versorgungsengpässe in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Görlitz dadurch minimiert werden können.

Martina Weber Zweite Beigeordnete des Landkreises Görlitz

Die Bestellung des Mund-Nasen-Schutzes soll vom Landratsamt koordiniert werden, auch die Initiative für die Produktion ging von der Behörde aus. Sie hat nach eigenen Angaben alle ambulanten und stationären Pflege-und Gesundheitseinrichtungen im Landkreis Görlitz angeschrieben, um den Bedarf zu ermitteln. Bei Frottana werden normalerweise Hand- und Duschtücher oder Bademäntel sowie Badematten hergestellt.

Aktion "Helfen Sie den Helfern" in Bautzen angelaufen

Im Landratsamt Bautzen sind nach dem Aufruf "Helfen Sie Helfern" die ersten genähten Mundschutz-Masken abgegeben worden. Sie werden jetzt gewaschen und an Pflegeheime und soziale Dienste bei Bedarf verteilt. Das Landratsamt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Beteiligung an dieser Aktion vollkommen unbedenklich ist. Anlass ist ein im Internet verbreitetes Schreiben einer Münchner Anwaltskanzlei, in dem darauf hingewiesen wird, dass bei einer falschen Bezeichnung der hergestellten Mundschutze Abmahnungen drohen. Die Spendenaktion des Landratsamtes sei davon aber nicht betroffen, so die Behörde.

Tüfteln am "Super-Mundschutz" im Erzgebirge

Auch bei der Textil-Spezialfirma Brändl in Geyer im Erzgebirge läuft die Produktion von Mundschutzen gerade auf Hochtouren. Dort werden aus einem waschbaren Stoff mit eingewebten Silberfäden Masken für Krankenhäuser, Pflegeheime und Bundesbehörden hergestellt.

Geschäftsführer Jörg Brändl sagte MDR SACHSEN, man arbeitet dort auch an einer "Supermaske", die im besten Falle Viren herausfiltern soll. Dazu arbeitet Brändl mit dem Mildenauer Vlies-Hersteller Norafin zusammen. Die Maske wird derzeit von einem Institut getestet und bewertet. Brändl hofft, im April mit der Serienproduktion beginnen zu können.

Quelle: MDR/kb/sb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.03.2020 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

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