Zivilcourage gegen rechts Demokratiepreis für Initiative "Ostritzer Friedensfest"

Zwei Wochen nach dem letzten Friedensfest und Rechtsrock-Festival in Ostritz schauen die Medien wieder auf die kleine Stadt an der Neiße. Doch dieses Mal gibt es von dort nur Gutes zu berichten.

Die Bürgerinitiative "Ostritzer Friedensfest" ist am Sonnabend mit einem Demokratiepreis ausgezeichnet worden. Der Verein "Gegen das Vergessen – Für Demokratie" überreichte den Ostritzern im Landtag von Schleswig-Holstein seinen mit 7.500 Euro dotierten Preis. Mit ihrem Friedensfest sei es der Initiative gelungen, ein breites Bündnis aufzustellen, das mehr gewesen sei als eine reine Gegenveranstaltung gegen rechts. Durch ihr umsichtiges Vorgehen bei der Organisation des Festes habe sich die Initiative in diesem Jahr als Preisträger empfohlen, begründete die Jury ihre Wahl.

Dabei hatten sich Ostritzer Einwohner gemeinsam mit vielen Unterstützern klar gegen Rechtsextreme positioniert, die in der Kleinstadt an der Neiße ein Festival veranstalteten. Auch, dass sich Menschen in Zeiten politischer Polarisierung zusammenschließen, um positive Signale für ein friedliches Zusammenleben in ihrer Region zu senden, sei nicht selbstverständlich, heißt es in der Begründung weiter. Vereinsvorsitzender Bernd Faulenbach lobte im Kieler Landtag das Friedensfest als einen "Beitrag für die Zusammengehörigkeit von Gemeinwesen auf dem Land".

Zweite Ehrung in Folge

Es ist bereits die zweite große Auszeichnung, die die Ostritzer für ihr Engagement erhalten. Erst vor wenigen Tagen bekam die Initiative den Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2018. "Die Stadt zeigt beispielhaft, was gelingen kann, wenn Zivilgesellschaft und Kommune zusammenarbeiten, um Bestrebungen, den Ort zu einem rechtsextremen Eventzentrum zu machen, gemeinsam entgegenzutreten", hieß es in der Begründung der Stiftungen, die den Preis seit 2007 ausloben.

Im April und November dieses Jahres hatten sich Hunderte Neonazis zu einem Rechtsrock-Festival auf einem privaten Hotel-Grundstück in Ostritz getroffen. Um die Stadt nicht den Rechten zu überlassen, hatten Einwohner und viele Initiatoren aus der Oberlausitz ein Friedensfest organisiert, um auf diese Weise ein deutliches Zeichen gegen Neonazis zu setzen.

Quelle: MDR/ris/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.11.2018 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2018, 14:12 Uhr

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen