Eröffnung Zittauer Museen zeigen neue Daueraustellung historischer Waffen

In Zittau wurde in den Städtischen Museen im Franziskanerkloster eine neue Dauerausstellung zu den Waffen der Zittauer Bürger eröffnet. Die Schau in der neuen Rüstkammer dürfte in Sachsen einzigartig sein, denn in kaum einer anderen Stadt ist der Inhalt der früheren Rüstkammer erhalten geblieben. Zu sehen sind Waffen aus mehreren Jahrhunderten, mit denen die Zittauer ihre Stadt bei Angriffen verteidigten

Exponate der Rüstkammer Zittau und Schriftzug 'Scharfe Sache'
Bildrechte: Städtische Museen Zittau

Bürger zur Verteidigung ihrer Stadt verpflichtet

Die im 19. Jahrhundert aufgelöste Zittauer Rüstkammer befand sich nach Angaben des Museums ursprünglich im Rathaus und später im Salzhaus, das nicht zuletzt deshalb auch als Marstall bezeichnet wurde. Das Museum teilte mit, Zittaus Bürger seien zur Treue gegenüber ihrer Stadt verpflichtet gewesen und damit auch zur Verteidigung dieser. Eigene Waffen mussten dafür bereitgehalten werden. Die Bürger konnten auch zur Teilnahme an Feldzügen des Landesherrn oder die aktive Durchführung einer Fehde gegen Adelige oder andere Städte herangezogen werden. Die Kampftauglichkeit wurde bei Schützenfesten erprobt.

400 Jahre Stadt- und Waffengeschichte

Schwert aus der Rüstkammer Zittau
Dieses Schwert stammt ebenfalls aus Zittau und blieb über Jahrhunderte erhalten. Bildrechte: Städtische Museen Zittau

Die heutige museale Rüstkammer beschreibt den Angaben zufolge etwa 400 Jahre Zittauer Geschichte und sei somit Quelle für Kultur- und Militärgeschichte, aber auch für Handwerkskunst. Neben Schutzwaffen wie Helm, Harnischbrust, Handschuh und Schild werden unter anderem auch Angriffswaffen, zum Beispiel Schwert, Säbel, Degen und Dolch gezeigt. Zubehör wie Pulvermaße und –hörner, Kugelzangen, Schrotkugeln und Feuersteine sowie Köcher mit Armbrustbolzen ergänzen die Ausstellung.

Quelle: MDR/uw/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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