Erschließung abgeschlossen Braunkohleabbau: Nächster Schritt für Umsiedlung von Mühlrose

Das Lausitzer Dorf Mühlrose wird als eines der letzten der Braunkohle weichen. Nachdem die Erschließung des neuen Dorfes nun abgeschlossen ist, sollen bald die neuen Häuser gebaut werden. Sorbenvertreter halten die Umsiedlung weiterhin für nicht notwendig.

Baustelle Mühlrose - ein gelber Bagger schüttet Sand
Die künftigen Straßen werden die aus Mühlrose bekannten Namen tragen: Jagdschlossweg, Am Dorfanger und Am Damm. Parallel zu den Erschließungsarbeiten wurde der Schleifer Friedhof um den Mühlroser Friedhofsteil ergänzt. Geplant ist, ihn am Totensonntag offiziell seiner Bestimmung zu übergeben. Bildrechte: Leag

Die Erschließungsarbeiten für den neuen Standort des Dorfes Mühlrose in der Lausitz sind weitgehend abgeschlossen. Wie der Energiekonzern Leag mitteilte, soll ab Ende Juli der Bau der ersten Eigenheime im Süden von Schleife beginnen. Die Arbeiten lägen im Plan, so die Leag. "Bereits im Herbst dürften hier die ersten Bodenplatten für die neuen Häuser auf den vollständig erschlossenen Bauparzellen zu sehen sein."

Nicht alle Mühlroser ziehen an den neuen Standort

In den vergangenen zwölf Monaten wurde das 14 Hektar große Gelände erschlossen, auf dem sich laut Leag zunächst 41 von 60 Mühlroser Grundstückseigentümern ansiedeln werden. Neun bleiben in der Gemeinde Trebendorf, wie es in einer Mitteilung der Leag heißt. Die anderen Einwohner hätten sich dafür entschieden, ganz woanders hinzuziehen. "Allerdings besteht auch jetzt noch die Option, sich dafür zu entscheiden und mit der Mehrheit des Ortes nach Schleife umzusiedeln. Der Baugrund dafür ist vorhanden", so Martin Klausch, Leiter Infrastruktur Bergbau bei der Leag.

Mühlrose in der Gemeinde Trebendorf soll dem Tagebau weichen, weil ab Ende dieses Jahrzehnts die unter dem Dorf liegende Braunkohle durch den Tagebau Nochten gefördert werden soll.

"Umsiedlung ist menschenfeindlich"

Luftbildaufnahme von Mühlrose
Bildrechte: Lausitznews.de

Hagen Domaschka, Mitglied im Ausschuss Verfassung & Recht des Serbski Sejm, sieht diese Notwendigkeit nicht. Er verweist in einem Gespräch mit MDR SACHSEN am Donnerstag auf Berechnungen, wonach die Braunkohle unter Mühlrose gar nicht mehr gefördert werden muss, weil die Stromversorgung bis zum Kohleausstieg mit den bestehenden Ressourcen abgedeckt sei. "Der Tagebau ist noch lange nicht bei Mühlrose und es gibt auch noch gar keine Genehmigung zur Abbaggerung." Die Umsiedlung des Ortes ist aus seiner Sicht nicht notwendig. Zumal es Einwohner gebe, die nach wie vor im Ort bleiben wöllten. "Dass jetzt noch Menschen gezwungen werden wegzuziehen, ist menschenfeindlich."

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Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.07.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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