Petition Tagebau Turów im Dreiländereck Thema im Europaparlament

Das polnische Kohlekraftwerk Turow
Polen will den Tagebau Turów erweitern. Dagegen regt sich Protest. Bildrechte: imago images / CTK Photo

Der Petitionsausschuss des Europaparlaments in Brüssel befasst sich heute mit einer Petition gegen die geplante Erweiterung des polnischen Tagebaus Turów im Dreiländereck. Die tschechische Regionalbehörde in Liberec hatte gemeinsam mit zehn Gemeinden und Greenpeace Tschechien die Petition Ende vergangenen Jahres eingereicht. Mehr als 10.000 Menschen haben sie unterzeichnet. Sie befürchten vor allem, dass die Fortführung des Tagebaus die Trinkwasserversorgung in der Region gefährdet.

Polen hat nun ebenfalls eine Petition eingereicht - gegen eine vorzeitige Schließung des Kraftwerks Turów. Diese wurde von mehr als 30.000 Polen unterschrieben und soll nun ebenfalls dem EU-Petitionsausschuss vorgelegt werden.

Kohlekraftwerk und Tagebau Turow im polnischen Bogatynia
Turów liegt nahe an der Grenze zu Sachsen und Böhmen. Bildrechte: MDR.DE

Studie belegt drohende Probleme an der Neiße

Erst im Juni war eine Studie des polnischen Wasserexperte Sylwester Krasnicki veröffentlicht worden, wonach die Erweiterung des Tagebaus im polnischen Turów erhebliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Zittauer Becken sowie auf die Wasserqualität in der Neiße haben soll. Darin heißt es unter anderem, dass der Neiße eine dauerhafte Kontaminierung durch Schwermetalle droht.

Der polnische Bergbaukonzern PGE, der mehrheitlich dem polnischen Staat gehört, will in dem Gebiet um Turów mindestens noch 25 Jahre Kohle abbauen und den Tagebau dafür erweitern. Im März hatte die Umweltbehörde in Wroclaw die in diesem Jahr auslaufende Lizenz für den Tagebau zunächst um sechs Jahre verlängert.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.07.2020 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

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