Violett blüht die Winterheide im Findlingspark Nochten.
Der Findlingspark Nochten startet mit blühender Winterheide in die Saison. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig

Tourismus Findlingspark Nochten will steinerne Geheimnisse lüften

Wie kommen die Findlinge aufs Feld und wo kommen sie her? Das soll im Findlingspark Nochten künftig erklärt werden. Eine große neue Dauerausstellung ist in Arbeit. Die soll Gäste auch anlocken, wenn es für Rundgänge zu heiß ist, so wie letztes Jahr. Da gab es einen Besuchereinbruch wegen der Hitze.

Violett blüht die Winterheide im Findlingspark Nochten.
Der Findlingspark Nochten startet mit blühender Winterheide in die Saison. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig

Vielleicht war es der Teufel? Oder doch die Vulkane, möglicherweise auch eine Flut? Jahrhundertelang gaben sie den Menschen Rätsel auf - diese Findlinge. Sie lagen lange in der Erde und kamen beim Pflügen oder beim Graben plötzlich zum Vorschein. Das hat die Fantasie beflügelt.

Anita Schwitalla sitzt mit dicker Jacke auf einer Bank im Findlingspark.
Anita Schwitalla ist zuständig fürs Marketing. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig

"Da gab es dann viele Geschichten und Ideen, woher die Steine kommen", sagt Anita Schwitalla. Sie ist zuständig fürs Marketing im Findlingspark Nochten und außerdem für Projekte. Ein solches hat sie nun gerade wieder auf dem Tisch. Gedruckt auf viele Seiten Papier in einer dicken schwarzen Mappe, in die Anita Schwitalla erst einmal nur ein bisschen Einblick gibt. Denn die Arbeit an dem großen Vorhaben hat gerade begonnen. Das Team des Parks südlich von Weißwasser entwickelt eine neue Dauerausstellung. Dort erfahren Besucher künftig, was es mit den geheimnisvollen Steinen auf sich hat, welche Mythen sich darum ranken, welche Ideen die Wissenschaft im Laufe der Zeit dazu entwarf. Was der Dichter Johann Wolfgang von Goethe damit zu tun hatte. Und des Rätsels Lösung – die gibt es auch. Denn der schwedische Geologe Martin Otto Torell konnte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachweisen, dass Norddeutschland im Zeitraum von vor 100.000 bis vor 10.000 Jahren immer wieder von Eis bedeckt war. Dieses Eis hat die Findlinge mitgebracht.

"Sie sind unsere Besonderheit", sagt die 35-Jährige Anita Schwitalla. Das soll mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Und zwar mit der neuen Ausstellung. Dafür gibt es Geld von der Europäischen Union und eine Zusammenarbeit mit der polnischen Stadt Lwówek Śląski (Löwenberg). Die geplante Schau wird Möglichkeiten zum Ausprobieren und anfassen bieten, aber auch zum Spaß haben. Die Besucher können sich beispielsweise beim Steine stemmen fotografieren.

Die Winterheide blüht noch, die ersten Narzissen schon

Wie die Findlinge in den Nochtener Park gekommen sind, ist kein Geheimnis. Es waren Bagger, Laster und menschliche Muskelkraft, die sie am Rande des Braunkohletagebaus platzierten. Immer wieder gehen sie trotz ihrer Größe aber fast unter zwischen all dem Heidekraut, den Büschen, Bäumen und vor allem den Blumen, die auch im März schon zu sehen sind.

Rundgang durch den Findlingspark

Christrosen blühen im Findlingspark Nochten.
Die Christrosen blühen im Findlingspark Nochten. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Christrosen blühen im Findlingspark Nochten.
Die Christrosen blühen im Findlingspark Nochten. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Ein Stein mit einem aufgemalten Gesicht liegt auf der Erde.
Manche Steine empfangen die Besucher mit einem schelmischen Grinsen. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Winterheide blüht violett, im Hintergrund die Kühltürme des Kraftwerks Boxberg.
Typisch Findlingspark: Im Vordergrund blüht violett die Winterheide, im Hintergrund sind die Kühltürme des Kraftwerks Boxberg zu sehen. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Die Blüten eines Schneeballstrauches.
Auch die Schneeball-Sträucher haben bereits Blüten. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Winterlinge und Alpenveilchen wachsen auf einem Hügel.
Winterlinge und Alpenveilchen setzen Farbtupfer. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Drei große Steine liegen auf einer Halde.
Die Findlinge sind das Besondere des Parkes und geben ihm den Namen. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
Zwei Narzissen blühen gelb.
Einige wenige Narzissen sind schon aufgeblüht. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig
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Wie die Findlinge in den Nochtener Park gekommen sind, ist kein Geheimnis. Es waren Bagger, Laster und menschliche Muskelkraft, die sie am Rande des Braunkohletagebaus platzierten. Immer wieder gehen sie trotz ihrer Größe aber fast unter zwischen all dem Heidekraut, den Büschen, Bäumen und vor allem den Blumen, die auch im März schon zu sehen sind. Gelbe Krokusse, violette Winterheide, weißblühende Schneeballsträucher, kleine Alpenveilchen und die ersten Narzissen können Besucher beim Rundgang entdecken.

Zehn Gärtnerinnen schneide die Sommerheide von Hand zurück

Violett blüht die Winterheide.
Im Moment blüht die Winterheide im Park. Bildrechte: MDR/Rosmarie Hennig

Zehn Gärtnerinnen zupfen Unkraut und werden in den kommenden Wochen in Handarbeit die Sommerheide und den Lavendel beschneiden. "Damit steigt die Lebensdauer der Pflanzen", sagt Anita Schwitalla. Im vergangenen heißen Sommer sei es allerdings eine echte Herausforderung gewesen, die Gewächse zu erhalten. Außerdem bescherte die Hitze dem Park einen Besucherrückgang. Statt wie normalerweise 60.000 Gäste kamen nur 52.000. "Vor allem ältere Menschen sind bei diesen Temperaturen lieber daheim geblieben", sagt Schwitalla. Die gebürtige Polin bemüht sich, in ihrem Heimatland, aber auch in Tschechien neue Besucher zu gewinnen. Erst kürzlich sei sie deswegen auf einer Reisemesse in Breslau gewesen. Für die Gäste sollen künftig auch die Informationen beim Parkrundgang verändert werden. Anita Schwitalle möchte der mehr zum Anfassen bieten. "Vielleicht sogar ein kleines Abenteuer", überlegt die Marketing-Mitarbeiterin. Und sie hofft, dass der Sommer 2019 nicht so heiß wird, wie der letzte. Für den Saisonauftakt am 15. und 16. März hätte sie sich allerdings ein bisschen mehr Sonne gewünscht.

Veranstaltungen im Findlingspark Nochten - 1. April, 15 Uhr, offizieller Saisonstart mit Diskussion zur Zukunft der Lausitz, eine Ausstellung über die Geschichte von Nochten wird eröffnet
- 7. April, Frühlingsfest
- 22. April, Familienfest mit Ostereiersuche
- 1. Mai, Frühjahrspflanzenbörse
- 23. Juni, Kunstfestival "Find Art"
- 14. Juli, Konzert mit dem Orchester Lausitzer Braunkohle
- 29. September, Herbstpflanzenbörse
- geöffnet: täglich 10 bis 18 Uhr, Veranstaltungen laufen normalerweise zwischen 11 und 17 Uhr

"Hoffentlich wird es Anfang April besser", so Schwitalla. Dann gibt es die offizielle Parkeröffnung nach der Winterpause. Und dabei wird es politisch. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutiert mit anderen über die Zukunft der Lausitz und den Ausstieg aus der Braunkohle. Der hat auch für den Findlingspark Bedeutung. Nicht nur, weil die Anlage neben dem Braunkohlekraftwerk Boxberg liegt, sondern auch, weil der Energiekonzern Leag als Betreiber von Kraftwerk und Tagebau den Park bislang finanziell unterstützt. Anita Schwitalla glaubt, auch beim Geld muss das Team künftig wohl neue Wege gehen.

Quelle: MDR/nng

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 15.03.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 11:53 Uhr

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