Prozess wegen Totschlags Krankenpfleger aus Pulsnitz vom Totschlagsvorwurf freigesprochen

Totschlag Prozess Landgericht Görlitz
Der Angeklagte war seit Ende 2017 der gesetzliche Betreuer des verstorbenen Patienten. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Ein Krankenpfleger aus Pulsnitz ist vom Verdacht des Totschlags freigesprochen worden. Das Landgericht Görlitz sah die Unschuld des 32 Jahre alten Angeklagten als erwiesen an. Der Pfleger war Betreuer eines im April 2019 verstorbenen Mannes, der seit 2003 im Wachkoma lag. Ihm war vorgeworfen worden, seinem Patienten unverzichtbare Medikamente vorenthalten zu haben.

Die Richter stellten in ihrem Urteil am 28. September fest, dass der Angeklagte zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die Behandlung des Verstorbenen hatte. Die habe in den Händen des Krankenhauses und des Hausarztes gelegen.

Angeklagter hatte keinen Einfluss auf Behandlung

Wegen eines Harnwegsinfekts musste der Patient im März 2019 ins Krankenhaus. Der Betreuer entschied sich kurz danach dafür, den Mann wieder ins Pflegeheim zurückverlegen zu lassen. Dabei ist er laut Gericht vom Arzt ausdrücklich darüber belehrt worden, dass der Patient Medikamente brauche. Um deren Verschreibung und Verabreichung habe sich der Betreuer laut Anklage nicht gekümmert. Wenig später starb der Patient an Multiorganversagen.

Nach dem Ergebnis des in der Hauptverhandlung gehörten Hausarztes und des Gutachtens der Gerichtsmedizin stand fest, dass der Geschädigte seine erforderliche Medikation erhalten hatte. Es fanden sich keine Anhaltspunkte für irgendein strafbares Verhalten.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.09.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen