Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Marion Prange, Bürgermeisterin von Ostritz
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Für Toleranz und Demokratie "Gemeinsam Gesicht zeigen" - Familienministerin Giffey beim Friedensfest in Ostritz

Das sächsische Ostritz setzt an diesem Wochenende zum dritten Mal innerhalb eines Jahres mit einem Friedensfest ein Zeichen für Toleranz. Es findet als Reaktion auf ein für Sonnabend geplantes Rechtsrockfestival statt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Marion Prange, Bürgermeisterin von Ostritz
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Im ostsächsischen Ostritz hat das Friedensfest als Zeichen für Weltoffenheit und gegen Rassismus begonnen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey besuchte die dritte Auflage des Festes, um das demokratiefreundliche und friedliebende Engagement der Menschen zu würdigen. Es gehe nicht darum, die Rechtsextremen zu beeindrucken, sondern die schweigende Mehrheit "aus der Ecke des Schweigens" zu holen, sagte die SPD-Politikerin.

Ich bin hier, um Ihnen den Rücken zu stärken. Wir müssen gemeinsam Gesicht zeigen: Bund, Land, Kommune, diejenigen, die in der Bürgergesellschaft was machen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey Rede in Ostritz

Giffey warnte zudem vor einer Vorverurteilung ostdeutscher Länder. Es schmerze sie, wenn sie höre, im Osten seien die ganzen Rechten. "Unsere Heimat, der Ostteil von Deutschland, muss zeigen, dass wir noch viel, viel mehr sind, dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die hier genau wissen, was Demokratie bedeutet und wie wichtig es ist, dafür auch einzutreten."

Mit dem zweitägigen Friedensfest an diesem Wochenende reagieren Veranstalter, Vereine und Anwohner auf ein neuerliches Treffen von Rechtsextremen in der ostsächsischen Kleinstadt. Für den Sonnabend ist ein Rechtsrock-Konzert im ehemaligen Hotel "Neißeblick" angemeldet worden. Die Polizei rechnet mit rund 500 Teilnehmern. Dagegen zeigen 150 Künstler und andere Akteure mit Theater, Konzerten, Lesungen und Kabarett Flagge. Höhepunkt des Friedensfestes soll am Samstagabend eine Menschenkette um den Marktplatz sein.

Ostritz muss sich auf weitere Veranstaltungen einstellen

Für Juni haben Rechtsextreme in Ostritz eine weitere Veranstaltung angemeldet. Auch für dieses Wochenende planen die Einwohner der Stadt Aktionen.

Das Gelände des Hotels Neißeblick, das sich im Besitz eines Geschäftsmannes aus Hessen befindet, war 2018 wiederholt Schauplatz rechtsextremer Zusammenkünfte. So fanden dort zwei "Schild & Schwert-Festivals" statt. Laut Staatsregierung verfügt die Szene in Sachsen derzeit über 22 rechtsextremistisch genutzte Immobilien.

Quelle: MDR/kk/ms/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.03.2019 | ab 12:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 12:36 Uhr

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