Corona-Auflagen Friedensfest Ostritz findet statt, Neonazi-Festival nicht

Ein Mann schnürt zwei Pappaufsteller vom Ostritzer Friedensfest und einen vom Wir sind Kandl am Stand des Friedenfestes zusammen.
Das geplante Rechtsrock-Festival in Ostritz wurde abgesagt, die Gegenveranstaltung wird trotzdem stattfinden. Bildrechte: dpa

Das für den 25. und 26. September geplante Friedensfest in Ostritz an der Neiße kann stattfinden. Wie die Organisatoren mitteilten, genehmigte das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz das Hygienekonzept für die Veranstaltung. Demnach müssen die Besucher zum Schutz vor Corona-Infektionen teilweise eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gilt demnach im Eingangsbereich, bei den Mitmachangeboten, beim Toilettenbesuch und in Warteschlangen an Imbissständen und anderen Verpflegungsstellen. Zudem wird die Nutzung der Corona-Warn-App empfohlen.

Abgegrenzte Bereiche zum Schutz vor Corona

Das Ostritzer Friedensfest findet zum siebten Mal statt. Die Einwohner und Unterstützer wollen damit ein Zeichen gegen Rechts setzen. Wegen der Corona-Pandemie soll das Veranstaltungsgelände in verschiedene Viertel aufgeteilt werden, in denen sich jeweils nur eine begrenzte Zahl von Besucher aufhalten darf. Geplant sind unter anderem Musik, Vorträge, Kunst- und Mitmachaktionen, aber auch Ruhezonen. Höhepunkt ist ein Konzert der Rockband "Keimzeit".

Rechtsrock-Festival-Veranstalter zieht Anmeldung zurück

Teilnehmer werden von Polizisten vor dem Veranstaltungsgelände Hotel Neisseblick an der Grenze zu Polen kontrolliert.
In diesem Jahr werden sich keine Neonazis in Ostritz treffen. Bildrechte: imago/Paul Sander

Ins Leben gerufen wurde das Friedensfest als Gegenveranstaltung zu den Rechtsrock-Festivals, die seit einigen Jahren auf einem Privatgelände in der Kleinstadt stattfinden und Hunderte Neonazis aus ganz Deutschland und dem Ausland anziehen. In diesem Jahr war das sogenannte "Schild und Schwert"-Festival eigentlich für Juni geplant, wurde aber wegen der Corona-Pandemie auf Ende September verschoben. Inzwischen sagte es der Veranstalter aber komplett ab. Das Landratsamt Görlitz bestätigte, dass die Anmeldung Anfang des Monats zurückgezogen wurde. Das Ostritzer Friedensfest wird trotzdem stattfinden.

Quelle: MDR/stt/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

21 Kommentare

Direktdemokratie vor 4 Wochen

Wenigstens haben wir in Ostritz ein Friedensfest, denn Feiern stärkt den Zusammenhalt. Schaut doch einmal den schönen Markt an! Ansonsten gibt es ja nichts zu feiern, nach 30 Jahren starker Abwanderung, Deindustrialisierung, veralteter Bevölkerung, Kulturverarmung, Schliessung der Mittelschule, starker Grenzkriminalität u.v.w.

Monazit vor 4 Wochen

Gut, ich dachte, es wird aus dem Kontext heraus deutlich, dass ich die Rechten, die dort "feiern", meinte.

Ich stimme ihnen voll zu, dass eine Demokratie von verschiedenen Standpunkten lebt, daher hier noch ein paar Ausführungen zu meinem: Selbstverständlich muss man am Rechten Rand genauso wie am Linken Rand differenzieren. Es gibt den Unterschied zwischen dem proletenartigen Extremisten im 88 T-Shirt und einem Herrn Brandner im Bundestag und auch zu einem Herrn Meuthen im EU-Parlament. Wenn aber alle diese Kräfte eine für mich gesetzte rote Linie überschreiten, dann werde ich bei aller Differenzierung alle gleichermaßen dafür kritisieren und nicht in böser Nazi und lieber Rechtspopulist unterscheiden.

Dass sie der Meinung sind, meine Meinung sei nur das Ergebnis eines jahrelangen medialen Trommelfeuers, sagt übrigens sehr viel über ihr eigenes Demokratieverständnis aus, wo doch Demokratie von verschiedenen Standpunkten lebt.

JanoschausLE vor 4 Wochen

Dietmar, Meyer entlarvte sich schon des Öfteren... Naja, jetzt huldigt er die Nazis, die so verantwortungsbewusst seien, aber noch vor 2 Wochen im Verbund der Querdenker die Abschaffung aller Maßnahmen forderten. Meier selbst übrigens auch,der die "Demo" in Berlin versuchte zu rechtfertigen. Dabei haben die Nazis 1.: keinen Plan unter den Umständen ein corona-Konzept aufzustellen und 2.: sie haben nicht die Show, die sie sich wünschten

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