Noch bis Mitte Juli untersuchen zwei Archäologen und sechs Arbeiter des Landesamts für Archäologie das Bauland am Groß Dübener Weg in Schleife.
Noch bis Mitte Juli untersuchen zwei Archäologen und sechs Arbeiter des Landesamts für Archäologie das Bauland am Groß Dübener Weg in Schleife. Bildrechte: Landesamt für Archäologie Sachsen

11.07.2019 | 19:11 Uhr Archäologen finden Bronzezeitspuren bei Schleife

Am zukünftigen Umsiedlungsstandort von Mühlrose haben Archäologen ein frühes Industriezentrum entdeckt. Sie fanden Überreste von hundert sogenannten Rennöfen, die zur Verhüttung von Raseneisenerz benutzt wurden.

Noch bis Mitte Juli untersuchen zwei Archäologen und sechs Arbeiter des Landesamts für Archäologie das Bauland am Groß Dübener Weg in Schleife.
Noch bis Mitte Juli untersuchen zwei Archäologen und sechs Arbeiter des Landesamts für Archäologie das Bauland am Groß Dübener Weg in Schleife. Bildrechte: Landesamt für Archäologie Sachsen

Am zukünftigen Umsiedlungsstandort für Mühlrose in der Oberlausitz, in Schleife, haben Archäologen bis in die Bronzezeit reichende Spuren gefunden. Neben einem einzelnen Urnengrab aus der Zeit um 1.000 vor Christus entdeckten sie auf einer Fläche nahe dem heutigen Friedhof eine Siedlungsstelle. Wie das Landesamt für Archäologie am Donnerstag mitteilte, wurden auf dem insgesamt zwölf Hektar großen Areal über 400 Einzelbefunde aus verschiedenen Zeiten gesichert.

Überreste von hundert Öfen

Über 400 Einzelbefunde haben die Archäologen im Norden von Schleife gesichert. Unter anderem entdeckten sie Überreste von Rennöfen zur Verhüttung von Eisenerz.
Über 400 Einzelbefunde haben die Archäologen im Norden von Schleife gesichert. Unter anderem entdeckten sie Überreste von Rennöfen zur Verhüttung von Eisenerz. Bildrechte: Landesamt für Archäologie Sachsen

So legte man ein frühes Industriezentrum mit Überresten von hundert sogenannten Rennöfen frei. Diese wurden einst zur Verhüttung von Raseneisenerz benutzt. Der Großteil davon stand dicht an dicht wie eine regelrechte Batterie, erklärte Grabungsleiter Olaf Ullrich. Das deute auf Eisengewinnug im großen Stil hin. Auch ein kleines Grubenhaus wurde gefunden. In diesem wurde das Eisen wahrscheinlich weiterverarbeitet. Nach Angaben des Landesamtes siedelten Menschen am Ende der Bronzezeit um 800 vor Christus bei Schleife und später in der Römischen Kaiserzeit im Jahr 200.

Grabungen laufen seit dem Frühjahr

Seit dem Frühjahr führt das Landesamt für Archäologie Sachsen in Schleife mit Unterstützung der LEAG Grabungen durch. Dorthin sollen die Mühlroser bis Ende 2024 umziehen. Betroffen sind rund 200 Einwohner. Mit ihrer Umsiedlung wird der Weg frei für die Erweiterung des Braunkohletagebaus Nochten durch die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG).

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.07.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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