22.05.2019 | 15:55 Uhr Begegnung bei Großpostwitz: Wolf war Hund

Das Tier, das Anfang vergangener Woche einer Joggerin am Mönchswalder Berg bei Großpostwitz an die Beine gelaufen ist, ist kein Wolf gewesen. Zu diesem Ergebnis kommen Gutachter der Fachstelle Wolf im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Die Experten erklärten: Es sei ein Tschechoslowakischer Wolfshund gewesen, der die Frau erschreckt habe. Anhand von Fotos, die die Joggerin von dem Tier aufgenommen hatte, sei das eindeutig festzustellen. Der Wolfshund treibe sich schon eine Weile in der Gegend herum und sei dort bereits mehrfach gesichtet worden. Er trägt ein Halsband, was auch die Joggerin bestätigte.

Wolf und Wolfshund im Vergleich

Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.
Bildrechte: dpa
Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.
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Tschechoslowakische Wolfhunde
Tschechoslowakische Wolfshunde Bildrechte: dpa
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Wölfe (links) und Wolfshunde (rechts) können von Laien durchaus verwechselt werden.

Halsband überführt Hund

Fachleute hatten von Anfang an daran gezweifelt, dass es ein Wolf gewesen sein könnte. Das Wolfsforschungsinstitut Lupus erklärte, es gebe keine Wölfe mit Sendern und deshalb auch keine mit Halsband in der Region. Der Bautzener Landrat Michael Harig hat hingegen der Frau Glauben geschenkt, die das Tier für einen Wolf gehalten hatte. "Die betroffene Person ist sehr sachlich und glaubwürdig. Sie meint, dass es ein Wolf gewesen ist", sagte der CDU-Politiker.

Nach Angaben des Fachmagazins "Partner Hund" wurde der Tschechoslowakische Wolfshund 1955 durch Kreuzen eines Deutschen Schäferhundes mit einem Karpatenwolf gezüchtet. Er gelte als aktiv und mutig, Fremden gegenüber aber misstrauisch.

In Thüringen hatten unbeabsichtigte Mischungen aus Wolf und Hund für Diskussion gesorgt.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.05.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

AKTUELLES AUS SACHSEN

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14 Kommentare

23.05.2019 22:07 Petra Wagner-Dogan 14

Es dürfte sich doch schon längst rumgesprochen haben, dass Rotkäppchen ein Märchen ist. Der Wolf ist extrem scheu. Ich führe einen Wolfshund immer wieder Gassi, die Leute reagieren fasziniert, schade, dass sie nicht klar Stellung gegen den Beschluß beziehen. Nachdenken ist dringend erforderlich.

23.05.2019 18:54 G.Schmitz an Sonnenklar 13

Die Nahrungskette des Wolfes schrumpft?
Der Bestand an Rot- und Schwarzwild ist keinenfalls bedroht.
Woher haben Sie Ihre Zahlen?

23.05.2019 17:56 Huhu 12

Ich möchte fast meinen das jeder 4. Autofahrer eine größere Gefahr für seine Umwelt darstellt als irgendein Wolf.

23.05.2019 17:01 Sonnenklar 11

Der Abschuß des Wolf ist gerechtfertigt. Durch den Schutz des Weidevieh ist er in seiner Umgebung eingeschränkt und seine Nahrungskette wird immer kleiner.
Bis ein Angriff auf Menschen stattfindet, dauert nicht mehr lange.
Ich hoffe es erwischt einen Wolfsbekenner. Deutschlan hat einfach nich die Flächen zur Verfügung wie Norwegen oder Russland.

23.05.2019 15:01 Maxi15 10

Ja, dazu muss ich nun auch mal etwas loswerden. Ich finde es eine Schande, dass dieses Gesetz zum Abschuss der "Problemwölfe" nun verabschiedet wurde. Da haben die Jäger-Lobby und die Wolfsgegner einen waren Gummiparagraphen zur Hand. Denn nach der ganzen allg. Hexenjagd auf dieses Tier wird nun sicherlich jeder Wolf ein "Problemwolf" sein. Der Wolf war schon früher in Deutschland heimisch und wurde vom Menschen ausgerottet. Aber anstatt froh über seine Rückkehr zu sein, nehmen unglaublich viele wohl immer noch das Märchen der Gebrüder Grimm für bare Münze.
Was ist denn eigentlich mit Wildschweinen, die auch in Städte und Dörfer kommen und dort sogar teilweise gefüttert werden? Sind die vielleicht nicht gefährlich?
Wilde Hunde können schlimmer sein als Wölfe, weil sie vor nichts Halt machen.

23.05.2019 10:28 Biene 9

Ich kann hier allen Schreibern die hier bis jetzt geschrieben haben nur recht geben. Diese Wolfshysterie wie sie derzeit hier in Deutschland an den Tag gelegt wird, vorallem von den Medien schön verbreitet wird dass ist ja langsam richtig abartig wenn ich das so sagen darf. In anderen Ländern wo Wölfe leben wird auch nicht so ein Aufsehen drum gemacht. Naja unsere Politiker haben ja sonst nix zu tun, läuft ja alles prima hier im Land. xD Jetzt werden schon Wölfe gesehen wo gar keine sind. Wir haben in unserem Rudel ein Husky Mix der einem Wolf ähnelt. Also wenn ihr in den Nachrichten mal hören solltet, Rotkäppchen wurde mit dem bösen Wolf im Wald gesichtet, das war ich. ;-) Wie hier schon erwähnt wurde, kein Wolf geht so nah an einen Menschen ran. Wir haben im Urlaub in Italien selbst schon einige Wölfe sogar mit Welpen gesehen und siehe da. Wir leben noch. Wenn das nich alles so traurig wäre könnte ich glatt drüber lachen. Warum Jäger gegen die Wölfe sind dürfte fast jedem klar sein.

23.05.2019 06:16 Sr.Raul 8

Nu, aber erst einmal wieder Panik verbreitet. Stellt sich die Frage, welcher Kreis gesammelten Fachwissens die Fotos der Läuferin ausgewertet hat. Mag gar nicht daran Denken, dass diese Personen u.u. mit Gewehren durch den Wald streifen. Erinnert auch so ein wenig an den alten Witz von der Staatsjagd, wo Erich Mielke einen Hasen an den Ohren gepackt Backpfeifen verpasst und dabei sagt: "Gib endlich zu, das du ein Hirsch bist!" Da hat der "Wolf" ja noch einmal Glück gehabt.

23.05.2019 00:18 John Kay 7

Dieser Bautzener Landrat Michael Harig sollte sich lieber nach einen anderen Job umsehen. Als Politiker ist er nicht tragbar.

22.05.2019 21:59 Peter W. 6

Für viele Sachsen scheint der Wolf quasi der Migrant der Tierwelt zu sein.

22.05.2019 21:04 mattotaupa 5

was las ich letztens? ~30 tote menschen durch jäger (jagdunfälle und von jägern verübte kriminalität) in 2017. fordert jemand deswegen den abschuß von jägern? wieviel tote menschen gehen pro jahr aufs konto von kühen? wird da auch das abschießen gefordert? der wolf hat einfach nur das pech weder die lobby der jäger noch die der landwirte als unterstützer zu haben. die statistik der toten durch jäger ist bis 2002 im netz verfügbar und stellt jeden wolf und anderen terror hierzulande in den schatten. die gefahr ist nicht der wolf, zumindest nicht der mit 4 pfoten.

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