Schwere Badeunfälle in Sachsen Tod in Fluss und See: Drei Badeopfer in nur wenigen Stunden

Der Grenzfluss Neiße wirkt auf den ersten Blick nicht wie eine reißende Todesfalle. Trotzdem ist der Fluss tückisch. Ein 16-Jähriger verlor beim Baden sein Leben. Und es gab zwei weitere tragische Badeunfälle im Raum Leipzig, bei denen ein ebenfalls 16-Jähriger unterging und ein Mann ertrank.

Rettungskräfte der polnischen Feuerwehr (Straż) kontrollieren den Grenzfluss Neiße auf der Suche nach einem 16-Jährigen. Der Junge wurde am Abend des 25.7.2018 leblos im Fluss gefunden.
Kameraden der polnischen Feuerwehr blicken auf die Neiße bei Zentendorf auf der Suche nach einem 16-Jährigen. Bildrechte: Christian Essler

Ein polnischer Jugendlicher ist in der Neiße bei Zentendorf ertrunken. Der 16-Jährige war mit zwei Freunden auf polnischer Seite am Mittwoch im Fluss baden gegangen und wurde unter Wasser gezogen. Feuerwehrleute aus Polen und Sachsen suchten nach dem Jugendlichen. Auch ein Suchhund und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Am späten Mittwochabend fand ein Taucher den leblosen Körper des Jungen. Der Vater des Badeopfers musste nach Reporterangaben die Bergung seines Kindes vom Ufer aus mit anschauen.

Baden in fließenden Gewässern ist gefährlich.

Thomas Knaup Sprecher der Polizeidirektion Görlitz

Nach Angaben der Rettungskräfte ist das Flussbett der Neiße vielerorts nur zwei Meter tief. Aber an der Unglücksstelle beträgt die Wassertiefe vier Meter und ist von starker Strömung gezeichnet. Die Polizei Görlitz warnte vor dem Baden in Fließgewässern.

Strömungen werden oft unterschätzt.

Sebastian Knabe Landesverbandsgeschäftsführer der DLRG Sachsen
Männer auf einem Kahn suchen in der Neiße nach dem Jungen.
Feuerwehrleute suchen in der Neiße nach dem Badeopfer. Bildrechte: xcitepress

Auch Sebastian Knabe von der DLRG rät vom Abkühlen in Fließgewässern ab. Und wenn man unbedingt in einen Bach oder Fluß gehen will, empfiehlt der Rettungsschwimmer: "Ich rate allen, die sich unbedingt in einem Fluss abkühlen müssen, nur höchstens knietief oder bis zur Hüfte hineinzugehen." Das Tückische an Strömungen in Flüssen sei, dass man die Unterströmungen eines Flusses nicht sehen und einschätzen könne. "Man erkennt nicht auf der Wasseroberfläche, wie tief und wie stark zum Beispiel Strudel sind", erklärte Knabe auf Anfrage von MDR-SACHSEN.
Die DLRG empfiehlt allen Bade-Interessierten, immer in bewachten Freibädern oder an bewachten Stränden in Sachsen zu baden, sich nicht zu überschätzen und vor dem Baden richtig abzukühlen, um einen Hitzeschlag zu vermeiden.

Tod in Seen bei Leipzig

Auch in der Leipziger Region mussten Rettungskräfte zu Badeunfällen ausrücken. In Werben bei Pegau ging am Dienstagabend ein 77-Jähriger beim Schwimmen im See unter. Seine Frau rief die Rettungskräfte, die aber nur noch die Leiche des Senioren bergen konnten.
Etwa zur selben Zeit ging im Markkleeberger See ein 16-jähriger Jugendlicher baden, obwohl er nicht schwimmen konnte, informierte die Polizei Leipzig. Er ging unter und wurde erst nach drei Minuten aus dem Wasser gezogen. Der Rettungsdienst versuchte, ihn zu reanimieren. Sein Zustand ist laut Polizei kritisch. In beiden Fällen wird ein Fremdverschulden ausgeschlossen.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.07.2018 | 10:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPAIEGEL | 26.07.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2018, 12:32 Uhr

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