29.01.2020 | 17:48 Uhr Leag trägt Kohleausstiegsplan mit - und baggert Mühlrose ab

Kohlekraftwerk
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Der Lausitzer Tagebau- und Kraftwerksbetreiber Leag wird den Kohleausstiegsplan der Bundesregierung für die Lausitz und Mitteldeutschland mittragen. Das haben die Aufsichtsräte beschlossen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Vorstandschef Helmar Rendez räumte ein, dass der Plan nicht den Wunschvorstellungen der Leag entspreche, aber die einzige Alternative wäre eine ordnungsrechtliche Abwicklung des Braunkohleausstiegs in der Lausitz gewesen.

Wir haben uns daher im Interesse der Beschäftigten in einer sehr schwierigen Situation für das kleinere Übel entschieden. Damit gewinnen wir nun aber auch Planungs- und Rechtssicherheit für die kommenden 19 Jahre.

Helmar Rendez Vorstandsvorsitzender der Leag

Kürzere Laufzeiten = weniger Kohleabbau

Die Leag will Rendez zufolge die Zeit bis 2038 nun nutzen, um in Geschäftsfeldern abseits der Braunkohle neue feste Standbeine zu entwickeln und damit möglichst vielen Mitarbeitern eine gesicherte berufliche Perspektive zu bieten. Doch zunächst soll geprüft werden, welche Änderungen im Revierkonzept vorgenommen werden müssen. Fest steht, dass die Leag durch die im Ausstiegsplan festgelegten kürzeren Kraftwerkslaufzeiten 340 Millionen Tonnen Braunkohle weniger fördern muss. Bis zum Sommer soll die Tagebauplanung entsprechend angepasst werden.

Keine Rettung für Mühlrose

Für den Ort Mühlrose am Rande des Tagebaus Nochten gibt es dennoch keine Hoffnung. Leag-Chef Rendez stellte eindeutig klar: Die Einwohner werden wie geplant umgesiedelt und der Ort abgebaggert. Zugleich forderte er die Bundesregierung auf, den Zeitraum des Kohleausstiegs bis 2038 jetzt verbindlich zu regeln. Es dürfe keine weiteren Einschnitte zu Lasten der Braunkohle in der Lausitz geben.

Gesetz auf dem Weg

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Gesetz zum Kohleausstieg auf den Weg gebracht, das neben den Abschaltdaten für die Kraftwerke auch Entschädigungszahlungen für die Betreiber vorsieht. Allerdings muss der Bundestag noch zustimmen. Das soll noch vor der Sommerpause geschehen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 29.01.2019 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

3 Kommentare

Elsburg vor 28 Wochen

..Die Ausstiegsreden, --texte, termine +-fristen sind wohlfeil mi.an Sicherheit grenzender Wahrscheinl'keit quasi tägli. wieder ganz/teilweise aufheb- +abäderbare Absichtserklärun-gen,da nie Gesetzgeber selbstverpflichtet zB durch festgelegte erhebl Konventional-strafen 100%Stafaufschlag als Schadenersatzpflicht iVm Beweislastumkehr +Ersatzvornahme zL StPfl=BRD zB zG jeweiliger Ldkr/Orte /Bevölkerung+Unternehmen uä ["Was passiert,wenn nix-unvollständig-planwidrig passiert !?]! CDU+SPD+DGB+Konzern-spitzen können's [+wollens!] so doch garnicht sauber-grundlich-detailiert sachlich +kostensparend (transparent+gut) umsetzen.

Sie konnten's schon nicht bei Konversion Rhein-RuhrGebiet trotz unzäliger "konzertierter Aktionen" i.Bonn ua.60J statt 30J!

Fehlende kontinuierl Umsetzung ab sofort bis ins Detail Pläne+Vollzug incl.sofort-kontinuierlicher Umsetz-Erfüll-Kontrollen
sieh: Internetbau~>'18, Co2->'20; ..vgl.zB Dieselgate,KBA-Prüfpfl seit 2o08,KBA-nie kontrolliert tat nix!]. Kö'Kurt-neu!?

Harald Schulze vor 28 Wochen

Auch wenn es viele nicht verstehen mögen:
Die Einwohner von Mühlrose haben ENDLICH eine Planungssicherheit. Viel zu lange wurden sie in der Schwebe gehalten. Mit der Aussicht auf Umsiedelung wurden nur noch die nötigsten Investitionen an den Grundstücken vorgenommen, in die Infrastruktur wurde nicht mehr investiert, der Ort war regelrecht abgeschnitten. Nun wissen die Einwohner endlich, woran sie sind.
Warum wird eigentlich nicht über die Aufrufe der Mühlroser berichtet, die den selbsternannten "Umweltaktivisten" die Grenzen aufzeigen wollten? 360 Tage im Jahr wissen diese nicht einmal, wo die Lausitz oder Mühlrose liegen, aber zum Krawall machen kommen sie dann plötzlich in ihre "Klimacamps".
Lasst doch endlich die Lausitz in Ruhe. Wir wissen selbst, was das Beste für UNSERE REGION ist...

quito vor 28 Wochen

@HaraldSchulze
Sind Sie sicher Harald Schulze zu sein. Sie haben mit Mühlrose nur arbeitsmäßig mal was zu tun gehabt. Stimmts.

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