Diesel-Affäre Landgericht Görlitz: Klägerin bekommt Kaufpreis für Diesel-Audi zurück

Eine Frau aus Görlitz klagt gegen VW und gewinnt. Jetzt muss der Konzern den Kaufpreis ihres Audi quattro zurückzahlen. Das hat das Landgericht Görlitz entschieden.

In einem vom Landgericht Görlitz jüngst gefällten Urteil kann eine Klägerin ihr Diesel-Fahrzeug an den VW-Konzern zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet. Damit hat das Landgericht der Klage gegen den VW-Konzern stattgegeben.

Richter: "Sittenwidrige Schädigung"

Die Klägerin erwarb den Audi Q3 2.0l TDI quattro nach Angaben ihrer Anwaltskanzlei im Dezember 2013 für 34.000 Euro als Neuwagen. Demnach bejahten die Richter das Vorliegen einer sittenwidrigen Schädigung durch VW und verurteilten den Wolfsburger Konzern zur Rücknahme des Fahrzeugs zu einem Betrag von 29.501,67 EUR (Urteil vom 5. März 2019, Az. 1 O 188/18). Zusätzlich erhält die Klägerin noch Zinsen auf den Kaufpreis seit dem Kaufdatum. Insgesamt fällt der zu zahlende Betrag damit höher aus als der gezahlte Kaufpreis.

Chancen für Verbraucher

"Solche Urteile erhöhen die Chancen für den Verbraucher deutlich und machen anderen Betroffenen Mut, ebenfalls selbst eine Klage gegen Volkswagen anzustrengen", erklärte der Kölner Anwalt Marco Rogert, der die Klägerin in Görlitz vertrat. "Man hat als Verbraucher eben doch eine reelle Chance gegen einen Weltkonzern." Diesem Urteil könne sich auch das Oberlandesgericht Braunschweig bei der Beurteilung der Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen nicht verschließen.

Über 370.000 VW-Kunden haben sich deutschlandweiter Sammelklage angeschlossen

Mehr als 370.000 VW-Kunden haben sich einer Musterfeststellungsklage gegen den Wolfsburger Autobauer angeschlossen. Stellvertretend für die vom Abgasskandal betroffenen VW-Kunden ziehen der Bundesverband der Verbraucherzentralen und der ADAC vor Gericht. Ziel dieser Sammelklage - der sogenannten Musterfeststellungsklage - ist es, dass den Betroffenen Schadenersatz zugesprochen wird. Die Besitzer eines VW oder einer anderen Marke des Konzerns hatten bis zum Jahreswechsel Zeit, einen Eintrag in das Klageregister zu beantragen.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.03.2019 | ab 14:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 17:44 Uhr

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