Ein CH-53 Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter der Bundeswehr
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26.04.2019 | 21:49 Uhr Kein Löschhubschrauber im Notfall - auch Sachsen betroffen

Durch die Trockenheit der vergangenen Wochen hat es erste Waldbrände gegeben. Dabei zeigte sich, dass es im Notfall gar nicht so einfach ist, einen Löschhubschrauber anzufordern. Im thüringischen Bleilochtal gelang dies nur, indem der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Auf diese Weise konnte der Hubschrauber Sikorsky CH-53 der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Wie ist die Lage in Sachsen?

Ein CH-53 Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter der Bundeswehr
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Der Freistaat Sachsen verfügt über keine eigenen Lösch-Hubschrauber. Das teilte das Innenministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Üblicherweise würden hierfür Maschinen der Bundeswehr oder Bundespolizei angefragt. Doch, was wenn die einmal nicht verfügbar sind? Das Innenministerium sieht einen zentralen Pool von Löschhubschraubern als denkbare Lösung für die Zukunft.

Gerade bei Bränden und Gefahr für Leib und Leben, braucht es schnelle Antworten, weiß auch der sächsische Katastrophenschutz. "Jeder Einsatzleiter muss wissen, dass er, wenn er Mittel wie einen Löschhubschrauber anfordert, auch eine klare Antwort bekommt", so Markus Kremser vom Katastrophenschutz Sachsen. "Dies kann sein: steht zur Verfügung, beziehungsweise steht zum Zeitpunkt X zur Verfügung. Wenn ich hingegen einfach warte und es passiert nichts, ist das schlecht."

Faktor Zeit ist entscheidend

Der Kreisbrandmeister im Landkreis Görlitz, Björn Mierisch, zeichnete im Gespräch mit MDR SACHSEN mehrere Szenarien auf. Im Brandfall gebe es einerseits die Möglichkeit, dass der Kreisbrandmeister in einem der drei Hubschrauber der Landespolizei mitfliegt, um aus der Luft die Lage zu erkunden und den Kameraden am Boden die Informationen durchzugeben. Zum Löschen seien die Hubschrauber nicht geeignet, weil sie keine großen Lasten tragen können, so Miersch. Bei der Bundeswehr sei das problematischer, weil dort nur ein ausgewählter Personenkreis mitfliegen darf. In den Hubschraubern der Bundespolizei könnten Lasten bis zu 500 Liter transportiert werden.

Am effektivsten ist im Katastrophenfall das Löschen aus einem Bundeswehrhubschrauber. Diese sind in der Lage, die in den Landkreisen Bautzen und Görlitz vorhandenen Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern anzuhängen, zum nächsten See zu fliegen und aufzufüllen. Die Behälter sind am Truppenübungsplatz Nochten stationiert, um schnell reagieren zu können. Entscheidend sei, dass im Katastrophenfall bürokratische Hürden so klein wie möglich gehalten werden, so Mierisch. Der Faktor Zeit sei sehr entscheidend.

Das Gute bei uns in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ist, dass es ein automatisches Überwachungssystem mit Kameras gibt. Da werden Bilder abgescannt. Bei kleinster Erkennung einer Rauchmeldung senden sie eine Peilung an die Feuerwehr. Die ist dann relativ zeitnah vor Ort. Das ist ein großer Vorteil, der in den letzten Jahren sehr geholfen hat. Je zeitiger wir da sind, desto größer ist die Schadensbegrenzung.

Björn Mierisch Kreisbrandmeister Görlitz

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 26.04.2019 | 19:00 Uhr

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