Wirtschaft Marktfrisch sorgt seit 30 Jahren für Obst und Gemüse aus der Lausitz

Marktfrisch ist der einzige regionale Großhändler für Obst und Gemüse in der Oberlausitz. Das Unternehmen beliefert seit 30 Jahren Supermärkte, Läden, Großküchen und Restaurants mit frischen Produkten. Davon profitieren auch regionale Gärtnereien und Landwirte.

Mann hält Gemüsekiste
Rüdiger Hackel ist Geschäftsführer von Marktfrisch, einem regionalen Großhändler aus Rothenburg. Bildrechte: MDR/Viola Simank

In der Lagerhalle von Marktfrisch in Rothenburg stapeln sich grüne Kisten mit Obst und Gemüse. Jeden Tag packen hier die Mitarbeiter Bestellungen für die Kunden zusammen. Der regionale Großhändler beliefert kleine Dorfläden ebenso wie Supermärkte oder Großküchen in der gesamten Lausitz. Dabei setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem auf regionale Ware, die es jetzt im Herbst noch in großer Auswahl gibt.

Frisches aus der Lausitz

Wirsing
Frisch und knackig: Lausitzer Wirsingkohl hat gerade Saison. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Porree, Blumenkohl, Sellerie oder verschiedene Salate finden sich in den Kisten. Alles sieht frisch und knackig aus, schließlich stand es gestern noch auf dem Feld. Denn Marktfrisch beziehe seine Waren wenn möglich von Gärtnereien und Landwirten aus der Region, erzählt Geschäftsführer Rüdiger Hackel. Schließlich liegen die Anfänge des Großhändlers selbst im Landwirtschaftsbereich. Das Unternehmen sei aus einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft hervorgegangen, sagt Hackel. "Als die Wende kam, lagen die Kartoffelhäuser voll mit Kartoffeln und man stand vor der Aufgabe, einfach die Ernte zu vermarkten. Das war der Punkt, an dem es losging."

Von der Kartoffel bis zum Feldsalat Am 1. November 1990 wurde Marktfrisch gegründet. Schnell wurde klar, dass die Kunden nicht nur Kartoffeln, sondern auch Gurken, Tomaten und andere frische Ware wollten. Das Sortiment wuchs rasch an. Inzwischen beschränkt es sich nicht mehr nur auf Regionales. Heute gibt es alles, was der Obst- und Gemüsemarkt hergibt, von der Ananas bis zur Zucchini im Winter.

Hackel versucht heute, so viele regionale Produkte wie möglich anzubieten, auch wenn sie manchmal witterungsbedingt nicht ganz perfekt aussehen. So wie vor zwei Jahren, als Hitze und Trockenheit den Oberlausitzer Gärtnern und Landwirten zu schaffen machten.

Mann
Bildrechte: MDR/Viola Simank

Wenn wir Regionalität wollen, müssen wir auch die Ware vermarkten, die nicht nur die Allerschönste ist. Sonst gibt es den Produzenten nächstes Jahr nicht mehr, wenn er wieder schöne Ware haben könnte.

Rüdiger Hackel Geschäftsführer Marktfrisch

Die Gärtnerei Windrich aus Zittau ist einer der regionalen Produzenten. Auf sechs Hektar baut der Familienbetrieb Gemüse an. Seit 30 Jahren liefere er seine Ware ausschließlich an Marktfrisch, erzählt Maik Windrich. Er betreibt gemeinsam mit seinen Eltern die Gärtnerei. So könne man sich auf den Anbau konzentrieren und müsse nicht auf den Markt fahren. Auf den Feldern wachse alles, was der Gemüsegarten hergibt, vom Wirsingkohl bis zum Feldsalat. Dank der Gewächshäuser könne den ganzen Winter frisch geerntet werden, sagt Maik Windrich und sieht darin einen großen Vorteil des regionalen Gemüses. Das müsse schließlich nicht durch halb Europa gefahren werden.

Man braucht im Winter keinen Eisbergsalat aus Spanien, der zu lange auf der Straße ist, wenn hier der Feldsalat wächst.  

Maik Windrich Gemüsegärtner

Schwieriges Jubiläumsjahr

In diesem Jahr steht das Gemüse auf den Feldern der Gärtnereien gut, die Qualität stimmt. Dafür gab es viele andere Schwierigkeiten, mit denen Marktfrisch zu kämpfen hatte, erzählt  die Prokuristin des Großhändlers, Elke Loitsch. Denn natürlich hat auch Marktfrisch die Folgen des Coronavirus zu spüren bekommen, als die Restaurants plötzlich nichts mehr bestellten. Dazu kam die kurzfristige Umstellung auf den neuen Mehrwertsteuersatz, außerdem zum ersten Mal in 30 Jahren Kurzarbeit.

So  ein verrücktes Jahr habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt.

Elke Loitsch Prokuristin Marktfrisch

Die Feierlaune lassen sich die 100 Marktfrisch-Mitarbeiter trotzdem nicht ganz verderben.  Auch diese Herausforderung wollen sie meistern, da sind sich Rüdiger Hackel und sein Team sicher.

Marktfrisch: Frisches aus der Lausitz

Gemüse im Gewächshaus
In den Gewächshäusern der Gärtnerei Windrich in Zittau wächst der Salat, auch wenn es draußen kalt wird. Bildrechte: MDR/Viola Simank
Gemüse im Gewächshaus
In den Gewächshäusern der Gärtnerei Windrich in Zittau wächst der Salat, auch wenn es draußen kalt wird. Bildrechte: MDR/Viola Simank
Gemüse auf einem Feld
Der Familienbetrieb baut auf sechs Hektar Gemüse an und liefert seit 30 Jahren an Marktfrisch. Bildrechte: MDR/Viola Simank
Lagerhalle
In der Lagerhalle von Marktfrisch wird täglich die Ware zusammengestellt. Bildrechte: MDR/Viola Simank
Gemüsekisten
Wenn möglich bezieht der Großhändler seine Ware von Gärtnereien und Landwirten aus der Region. Bildrechte: MDR/Viola Simank
Blumenkohl
Der Vorteil: Kurze Wege und frische Ware, wie bei diesem Blumenkohl. Bildrechte: MDR/Viola Simank
LKW
Die Fahrzeugflotte von Marktfrisch. Sie liefert jede Nacht die frische Ware aus. Bildrechte: MDR/Viola Simank
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Quelle: MDR/sim

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.10.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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