Nach nur drei Monaten Bombardier Görlitz bekommt neuen Werkleiter

Der Schienenfahrzeugbauer Bombardier Transportation hat einen neuen Standortleiter für sein Werk in Görlitz bestellt. Es ist bereits der vierte Wechsel an der Spitze des Betriebes in diesem Jahr.

Mitarbeiter gehen am Werkseingang vom Waggonhersteller Bombardier in Görlitz.
Bombardier hatte in den vergangenen zwei Jahren sein Werk in Görlitz immer mal wieder in Frage gestellt. Die Gewerkschaft IG Metall und Betriebrat rangen der Geschäftsführung eine Standort- und Beschäftigungsgarantie ab. Die läuft Ende 2019 aus. Bildrechte: dpa

Im Görlitzer Werk des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier Transportation kehrt keine Ruhe ein. Nach nur drei Monaten bekommen die rund 1.300 Mitarbeiter wieder einen neuen Chef. Er heißt Stephan Gallien und wird übergangsweise den Betrieb an der Neiße leiten. Der bisherige Werkleiter Martin Herrmann verlässt aus persönlichen Gründen das Unternehmen, sagt Bombardier-Sprecher Andreas Dienemann.

Vierter Werkleiter innerhalb dieses Jahr

Porträt eines Mannes um die 50 mit dunklen Haaren.
Neuer Werkleiter in Görlitz: Stephan Gallien. Bildrechte: Bombardier

Der 52-jährige Gallien ist gebürtiger Berliner und hat seine gesamte Karriere bei Bombardier Transportation und dessen Vorgängerunternehmen verbracht. Derzeit ist er im Konzern für die Neuaufstellung der Wagenkastenproduktion verantwortlich. Daher kenne er den Standort Görlitz sehr gut, begründet Dienemann die Personalie.

Der gelernte Kfz-Mechaniker und studierte Ingenieur Stephan Gallien ist bereits der vierte Werkleiter in Görlitz in diesem Jahr. Im Sommer trennte sich Bombardier - völlig überraschend für die Belegschaft - von Mike Vetter, der seit 2016 den Standort leitete. Er sollte eigentlich die Umstrukturierung im Werk – weg vom Bau ganzer Züge und hin zur Produktion von Wagenkästen – organisieren. Auf ihn folgte übergangsweise ein Franzose, und zwar der Produktionschef von Bombardier Transportation Pierre Fleury. Wenige Wochen später übernahm mit Martin Herrmann ein Nicht-Bombardier-Mann die Geschäfte in Görlitz. Gallien wird den Job auf Zeit in Görlitz zusätzlich zu seinen anderen Aufgaben im Unternehmen erledigen.

Hunderte Stellen im Görlitzer Werk abgebaut

Vor zwei Jahren hatte der kanadische Schienenfahrzeugbauer angekündigt, in Deutschland rund 2.500 Stellen zu streichen und sein Geschäft neu auszurichten. Seither wurden in Görlitz einige hundert Stellen bei festen Mitarbeitern und Leiharbeitern abgebaut. In Bautzen ist die Zahl der Mitarbeiter mit rund 1.200 nahezu gleich geblieben. Seit Monaten stellt Bombardier seine beiden sächsischen Werke in Görlitz und Bautzen neu auf. Die Görlitzer, die bisher Züge gebaut haben, sollen künftig nur noch Wagenkästen herstellen. Im Bautzener Werk, das auf die Produktion von Straßenbahnen spezialisiert war, werden jetzt Züge montiert. Straßenbahnen werden dort kaum noch gebaut.

Quelle: MDR/ris

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.12.2018 | 5:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2018, 13:37 Uhr

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