Blick durch einen Torbogen über den Untermarkt auf den Rathausturm.
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27.05.2019 | 01:35 Uhr OB-Wahl: In Görlitz ist zweiter Wahlgang nötig

Sebastian Wippel von der AfD hat bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz die meisten Stimmen bekommen, gefolgt von Octavian Ursu (CDU) und Grünen-Politikerin Franziska Schubert. Wer Oberbürgermeister wird, steht aber noch nicht fest.

Blick durch einen Torbogen über den Untermarkt auf den Rathausturm.
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Am Ende erhielt Sebastian Wippel von der AfD doch nicht so viele Stimmen, wie während der Auszählung prognostiziert wurden. Von bis zu 45 Prozent war zwischenzeitlich die Rede, doch es wurden schließlich "nur" 36,4 Prozent. An zweiter Stelle steht nun der CDU-Kandidat Octavian Ursu mit 30,3 Prozent, dicht gefolgt von Grünen-Politikerin Franziska Schubert. Sie erhielt 27,9 Prozent. Die Briefwähler, die erst am Ende ausgezählt wurden, hatten das Ergebnis noch einmal so verschoben. Deren Auszählung zog sich bis nach Mitternacht hin, weshalb das endgültige Ergebnis auch erst spät vorlag.

AfD erleichtert über Ergebnis

Sebastian Wippel
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AfD-Kandidat Wippel reagierte erleichtert auf das für ihn gute Ergebnis. Es zeige, dass die Görlitzer offenbar einen Wechsel wollen, so Wippel gegenüber MDR SACHSEN. Ein weiter so mit den alten Mehrheiten sei offensichtlich nicht erwünscht. Nun müsse die AfD in Görlitz sehen, dass sie die anderen Wähler überzeugen könne. Deshalb werde man im weiteren Wahlkampf noch einmal intensiv das Gespräch mit den Bürgern suchen.

Enttäuschung bei der CDU

CDU-Kandidat Octavian Ursu hatte am Mittag nach der Stimmabgabe noch auf ein "gutes Ergebnis" gehofft, allerdings vergeblich. Er und seine Parteikollegen von der CDU hätten zwar sehr viel gemacht, es sei aber wohl nicht überzeugend genug gewesen, so Ursu nach der Wahl. Man werde darüber sprechen müssen, welche Gründe es für dieses Ergebnis gebe und danach entscheiden, in welche Richtung man gehen werde.

Schubert wenig überrascht vom Ergebnis

Grünen-Politikerin Franziska Schubert zeigt sich wenig überrascht vom Wahlausgang. Sie habe angesichts der starken AfD-Ergebnisse bei der letzten Bundestagswahl erwartet, dass die Partei auch diesmal in Görlitz gut abschneiden werde. Damals holte die AfD an der Neiße 32,9 Prozent der Zweitstimmen. Auch wenn sie im ersten Wahlgang nicht gewonnen habe, sei es ein "Wahnsinnsergebnis" für sie. Darauf könnten alle, die daran mitgearbeitet haben, stolz sein. Ob sie noch einmal antritt, ließ Schubert am Abend offen. Wenn sie denke, dass sie den Abstand nicht überbrücken könne, werde sie überlegen, ob sie zum zweiten Wahlgang antrete.

Franziska Schubert
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Ich bin mir meiner Verantwortung für diese Stadt sehr bewusst. Ich möchte nicht, dass Görlitz einen AfD-Bürgermeister hat.

Franziska Schubert OB-Kandidatin des Bürgerbündnisses in Görlitz

2. Wahlgang am 16. Juni

Die rechtspopulistische AfD feierte unterdessen ihren Etappensieg ausgelassen in einer Gaststätte in der Altstadt. Auch Landeschef Jörg Urban war angereist. Er sieht das Ergebnis aus Görlitz als "richtungsweisend für das ganze Land". Ob Sebastian Wippel tatsächlich Oberbürgermeister in Görlitz wird, entscheidet sich am 16. Juni. Dann steht der zweite Wahlgang zur OB-Wahl in Görlitz an.

Grafik OB-Wahl Görlitz
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Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.05.2019 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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