Eine Frau und zwei Männer laden Bierkästen in der Nähe eines örtlichen Supermarktes auf einen Anhänger.
Mitarbeiter des IBZ St. Marienthal laden Bierkästen auf den Anhänger. Bildrechte: dpa

24.06.2019 | 12:55 Uhr Europaweiter Beifall für Bieraktion in Ostritz

Wegen des Alkoholverbotes auf dem Rechtsrockfestival in Ostritz haben Rechtsextreme im nahen Supermarkt für Nachschub gesorgt. Dann kauften Ostritzer ihnen spontan das Bier im Supermarkt weg. Die Aktion sorgt europaweit für Schlagzeilen.

Eine Frau und zwei Männer laden Bierkästen in der Nähe eines örtlichen Supermarktes auf einen Anhänger.
Mitarbeiter des IBZ St. Marienthal laden Bierkästen auf den Anhänger. Bildrechte: dpa

Dass ihre Aktion derart viele Sympathiebekundungen auslöst, damit hatten die Ostritzer nicht gerechnet. Sie haben eigentlich nur ein weiteres Zeichen setzen wollen, dass Neonazis und Rechtsextremisten in Ostritz nicht willkommen sind, so der Vorstandsvorsitzende des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal (IBZ), Michael Schlitt. Doch worum geht es?

Am Wochenende versammelten sich Hunderte Rechtsextremisten am Ostritzer Hotel "Neißeblick", um beim mittlerweile dritten Rechtsrockfestival ihre Gesinnung zu feiern. Der Stadt gelang es, ein Alkoholverbot auf dem gesamten Veranstaltungsgelände gerichtlich durchzusetzen. Noch vor Veranstaltungsbeginn ließ die Polizei mit Hilfe des Technischen Hilfswerks 4.200 Liter Bier abtransportieren.

Wortgefechte zwischen Ostritzern und frustrierten Rechten

"Das hat dazu geführt, dass viele Neonazis und Rechtsextremisten zum Supermarkt gepilgert sind, um sich dort mit Bier einzudecken", berichtet Schlitt. Damit sich die ungebetenen Gäste nicht weiter betrinken können, entschlossen sich Ostritzer Bürger und auch das IBZ, ihnen das Bier vor der Nase wegzukaufen. Schlitt und seine Mitarbeiter vom IBZ fuhren beispielsweise mit einem großen Anhänger vor, auf den sie Kasten um Kasten luden. Schlitt hätte gern noch eine Fuhre gemacht. Aber es kam zu Wortgefechten zwischen Bürgern und frustrierten Rechtsextremen. "Wir haben die Aktion deshalb nicht weiter fortgesetzt", so der Vorstandsvorsitzende.

Immerhin: Um die hundert Kästen wurden von den Ostritzern aus dem Verkehr gezogen. "Das hat europaweit für Schlagzeilen gesorgt", so Schlitt. Telefonisch und per Mail haben Hunderte die Ostritzer zu ihrem ungewöhnlichen Einsatz gratuliert. Dazu kommen jede Menge Spender, die dem IBZ das Bier bezahlen wollen. "Wir haben mit dieser Resonanz überhaupt nicht gerechnet", so Schlitt. Angesichts der Spenden, müsse nun erst mal beraten werden, wie man mit der neuen Situation umgeht. Eine Idee wäre ein Helferfest.

Bierkästen werden in der Nähe eines örtlichen Supermarktes auf einem Anhänger abtransportiert.
Es haben sich beim Internationalen Begegnungszentrum viele Spender gemeldet, die den Einkauf im Nachhinein unterstützen wollen. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.06.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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74 Kommentare

26.06.2019 06:33 Schulze an Peter 67 74

Schon bei flüchtiger Prüfung fällt auf, daß die CTS einen ganzen Sack voll Jugendhilfeeinrichtungen betreibt, in denen "muF" untergebracht sind (Umsatz pro Nase und Jahr 50.000 €). Warum Sie das nicht gesehen haben wollen, bleibt Ihr Geheimnis. Ich weiß nicht, wen Sie mit solchen Aktionen überzeugen wollen. Vermutlich sich selbt.

Ansonsten: einfach mal "muF Caritas" googeln. Ist ja eigentlich nicht schwer.

26.06.2019 01:56 Denkender Bürger 73

Auf jeden Fall haben die selbsternannten Moralshüter und die Verwaltung damit eines erreicht:
Der Sache die Aufmerksamkeit zu geben, die man eigentlich verhindern wollte.
Da frage ich mich:
War das nun unbedacht oder war das in Wirklichkeit eiskalte Berechnung?
Ein Schalk, wer Böses dabei denkt ...

25.06.2019 15:24 Orrnee 72

De ganze Agdschon is zwar wie e bissl Kindorgardn, abor ich feior das och mit. Nu sin de Rechdsradigaln weg, für immor. Nee, sinn se ni? Dann war die Agdschon etwa völlisch sinnlos? Egal ich feior drodzdem! Prost.

25.06.2019 14:19 Martin Vomberg 71

@ Frieder Nr. 68

"wenn man stets die Wahrheiten schreibt hat man keinerleien Anlaß an die Medien kritik auszuüben"

Aber, vermutlich auch nur, wenn sich diese "Wahrheit" mit der Ihren deckt! Falls einem der Inhalt eines Artikels nicht "schmeckt" und dieser nicht ins eigene politische Weltbild passt, ist das Medium dann eben automatisch "Lügenpresse". In der eindimensionalen, schwarz-weißen Denkwelt dieser Leute klingt das eigentlich ganz logisch. Aber auch nur in deren holzschnittartiger Welt und genau das ist das Problem! ,-))) Es gab übrigens schon einmal eine Zeit in D, wo eine bestimmte Partei und deren fanatische Anhängerschaft ihre Meinung zur vermeintlichen "Wahrheit" und für absolut erklärte. Ehrlich gesagt, möchte ich diese Zeiten nicht wiederhaben!

25.06.2019 13:53 Martin Vomberg 70

@ na so was Nr. 62

"Wenn ein Bericht ohne Nennung des Redakteurs veröffentlicht wird"

Schauen Sie ganz unten am Ende des verlinkten Videos: Quelle: MDR/ma. Was genügt Ihnen daran nicht? Vielleicht wollte der Redakteur ja nicht namentlich nicht genannt werden, weil er sonst hätte befürchten müssen, dass bei ihm zuhause die Fenster mit Steinen eingeworfen werden oder ihm gar noch Schlimmeres passiert wäre (siehe Schicksal von Walter Lübcke!). Heutzutage ist so etwas ja leider dank der Stimmung, die gewisse Leute in diesem Lande mit ihren Hassparolen schüren und weiter befeuern, nicht mehr auszuschließen und muss durchaus mitbedacht werden.

25.06.2019 13:43 Fakt 69

>>na so was, #62:
"..gehört selbstverständlich der Verfasser ebenfalls genannt."<<
--------
Wenn Sie unter den Artikel schauen, finden Sie dort den Sender und ein Autorenkürzel. Das ist presserechtlich vollkommen ausreichend. In fast jeder Tageszetung werden Sie die Aufmacher der einzelnen Seiten mit der vollen Namensnennung der Autoren finden, Unterleger oder Einspalter i. d. R. mit dem Kürzel der Autoren.
Ergo: Alles im grünen Bereich.

25.06.2019 13:33 Frieder 68

@ 6 2 richtig ja so habe ich es auch gemeint wenn man stets die Wahrheiten schreibt hat man keinerleien Anlaß an die Medien kritik auszuüben warum sollte man das machen ? aber es ist bei weitem nicht so und das denke ich wissen diese leute auf ihrem Stuhl selber aber warscheinlich dürfen diese es nicht anders ?
wie kann man Aktivisten schreiben vom MDR die alles nieter trampeln auf einem gepflanztem Feld und dann aber auf Klimfreundl. machen wollen das sind keine Aktivisten sondern Straftäter war nur ein kleines Beispiel zu der Arbeit vom MDR , und es ist vielmals so wo es Überschriften gibt das man nur noch mit dem Kopf schütteln kann als normal denkender Bürger ! fühlt man sich in so einer Haut wohl ?

25.06.2019 13:19 Peter 67

@61 Schulze: Echt jetzt, die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH betreibt Flüchtlingsheime.
Ich hab mir mal deren Beiteiligungen angesehen: Jugendhilfe, Krankenhäuser, Rehakliniken, Ärztehaus, Seniorenhäuser, Hospiz, Behindertenhilfe.
Von Flüchtlingsheimen steht da nichts.
Die werden von denen wahrscheinlich "schwarz" geführt.

25.06.2019 13:05 aus Dresden 66

"@57 Martin Vombruch
@ Frieder Nr. 53
Die Meinungsfreiheit, von der Sie sprechen, gilt ja dann wohl genauso umgekehrt für den MDR! Oder wollen Sie und Ihresgleichen den Medien vorschreiben, was Sie zu berichten und zu veröffentlichen haben und was nicht?"

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein von der Allgemeinheit finanzierter Teil der öffentlichen Gewalt und als solcher grundsätzlich grundrechtsverpflichtet, nicht berechtigt (wie wir Kommentatoren).
Der MDR ist, um Teil der Medienlandschaft samt deren Grundrechtsberechtigungen etwa im Hinblick auf die Meinungsfreiheit sein zu können, organisatorisch getrennt von der Staatsverwaltung und im Inhalt seiner Berichterstattung an die die Allgemeinnützlichkeit sicherenden Vorgaben im Staatsvertrag gebunden.

25.06.2019 13:03 Schulze an Peter 60 65

Ihre Vermutung, die caritativen Einrichtungen hätten keine Gewinnabsichten, habe ich ja nun klar und deutlich widerlegt. Tatsächlich reden wier hier von Konzernen mit Millionengewinnen. Wie gesagt wir sprechen hier von bundesweit insgesamt bis zu 55 Milliarden jährlichen Kosten. Das wiegen die paar unproduktiven Arbeitsplätze im Security- und Betreuerbereich nicht mal ansatzweise auf. Tatsächlich wird hier der Sozialstaat geplündert - auf Kosten derer, die als Arbeitnehmer mit ihren Abgaben das Geld erwirtschaften.

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