Thorsten Heise
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22.06.2019 | 16:25 Uhr Ostritz: Ermittlungsverfahren gegen Veranstalter von Neonazi-Festival eingeleitet

Thorsten Heise
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Die Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Veranstalter des Neonazi-Festivals Thorsten Heise eingeleitet. Das gab die sächsische Polizei via Twitter bekannt, nachdem auf der Plattform des Kurznachrichtendienstes die Diskussion um Heises Rede in Ostritz entbrannt war. Er soll namentlich einen Journalisten bedroht haben, indem er gesagt haben soll "Der Revolver ist schon geladen Herr ...".

Gericht lehnt Anträge auf Verbot des Neonazi-Festivals ab

Das Verwaltungsgericht Dresden hat die Anträge mehrerer Einwohner von Ostritz gegen das Neonazi-Festival abgelehnt. In einigen Fällen wurde die Entscheidung damit begründet, dass die Betroffenen nicht klagebefugt seien.

Polizei versperrt Nebeneingang zum Festival

Die Polizei hat auf Hinweise reagiert, wonach Teilnehmer am rechtsextremen Festival ohne Polizeikontrolle auf das Veranstaltungsgelände gelangt sind. Am Vortag hatten Augenzeugen beobachtet, dass zahlreiche Personen an den Polizeikontrollen vorbei durch einen Nebeneingang zu dem Neonazi-Treffen geschleust worden waren. Beamte hätten den Weg durch dieses Fußgängertor nun versperrt, teilte die Polizei am Sonnabend mit.

Sachsens Innenminister Wöller in Ostritz

Sachsens Innenminister Roland Wöller unterstützt die Proteste gegen Rechtsextremismus in Ostritz. Die Polizei sei bei dem sogenannten "Schild und Schwert Festival" mit einem massiven Sicherheitsaufgebot im Einsatz, erklärte der Minister. Am Sonnabend war Wöller vor Ort und sprach dort unter anderem mit den Einsatzkräften.

Wir werden deutlich machen, dass wir den Kampf gegen den Rechtsextremismus aus der Mitte der Gesellschaft führen.

Roland Wöller Innenminister Sachsen im Vorfeld

Polizei stellt verbotene Gegenstände sicher

Zu dem Festival mit Rechtsrock-Bands sind 750 Teilnehmer angemeldet. Am Abend zog die Polizei eine erste Zwischenbilanz. Demnach wurden an den Kontrollstellen im Stadtzentrum bei Teilnehmern der rechtsmotivierten Veranstaltung mehrere verbotene Gegenstände sichergestellt, darunter Schlagstöcke und Messer. Insgesamt sei es bei dem Festival sowie bei dem Friedensfest der Einwohner ruhiggeblieben.

Ostritz zwischen Neonazitreffen und Fußballjubiläum

Eigentlich wollten die Ostritzer ihren Fußballverein feiern, der am Wochenende 100 geworden ist. Zeitgleich veranstalten Neonazis ein Rechtsrockfestival. Eine Kleinstadt im Ausnahmezustand - Hier die Bilder.

Ostritz im Juni 2019
Polizei vor dem Eingang des Geländes, auf dem das rechtsextreme Festival stattfindet. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Polizei vor dem Eingang des Geländes, auf dem das rechtsextreme Festival stattfindet. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Nahezu alle Anreisenden und deren Gepäck wird von der Polizei auf verbotene Gegenstände kontrolliert. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Viele Männer zeigen ihre rechte Gesinnung offen mit radikalen Sprüchen und Symbolen auf T-Shirts oder wie hier gleich direkt auf der Haut. Bildrechte: xcitepress
Ostritz im Juni 2019
Der Eingang zum Gelände des rechtsextremen Schild und Schwert Festivals. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Unterdessen besuchten am Freitag Ex-DFB-Nationalspieler Cacau, Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange das Jubiläumsfest des örtlichen Fußballvereins. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Cacau beglückwünschte herzlich den Ostritzer Ballspiel Club zum 100-jährigen Bestehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Günther Vallentin, Vereinschef des Ostritzer Ballspiel Clubs, freute sich über den Besuch vom Ministerpräsidenten Kretschmer und dem Profifußballer Cacau: "Das bestärkt uns in unseren Bemühungen, Fußball zu feiern." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Der Ostritzer Ballspiel Club ist 100 Jahre alt geworden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Mit einem Plakat zeigte der Ostritzer Ballspiel Club klare Kante. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Am Sportplatz werden am Wochenenden nicht nur Turniere gespielt - es gibt auch Stände mit Bierausschank zum Feiern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Nicht weit vom Sportplatz entfernt, wird rechtes Liedgut präsentiert. Allerdings ohne Bier - das hat die Stadt auf dem als Kundgebung angemeldeten Konzert untersagt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz im Juni 2019
Kein Alkohol, Presserummel und lange Polizeikontrollen bremsen die Stimmung beim Nazifestival aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz Juni 2019
Draußen heißt es für die Anreisenden vor allem warten. Bildrechte: lausitznews
Ostritz im Juni 2019
Auf dem Gelände spielen Rechtsrockbands vor einem übersichtlichem Publikum. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ostritz Juni 2019
In Ostritz hat am Wochenende zum dritten Mal das rechtsextreme Schild und Schwert Festival stattgefunden. Bildrechte: lausitznews
Ostritz Juni 2019
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: lausitznews
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Verwaltungsgericht bestätigt Alkoholverbot für Ostritz

Das Verwaltungsgericht Dresden hat am Sonnabend per Fax noch einmal bestätigt, dass das Alkoholverbot der Stadt Ostritz nicht aufgehoben wird. Auf den Vorwurf einzelner Twitter-User, die Festival-Teilnehmer würden das Alkoholverbot umgehen und diesen vor dem Gelände zu sich nehmen, erkärte die Polizei, man habe Alkoholmessgeräte dabei. Offensichtlich alkoholisierte Teilnehmer würden dem Versammlungsgelände verwiesen. Entscheiden sei dabei immer der konkrete Fall und der jeweilige Grad der Alkoholisierung. Eine klare Promillegrenze gebe es nicht. Aktuell haben die Einsatzkräfte bei den Vorkontrollen am Sonnabend bereits 200 Liter Bier sichergestellt.

Quelle: MDR Sachsen

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.06.2019 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten

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56 Kommentare

24.06.2019 01:23 DER Beobachter 56

Es heißt ja, dass die Polizei eines Landes oder Staats den Bevölkerungsdurchschnitt repräsentiert oder repräsentieren sollte. Zugleich haben sie geltendes Landes- und Bundesrecht gegenüber jedermann durchzusetzen und sind als Freund und Helfer jedermanns gefragt. Sie haben einen Eid abgelegt. Wie nun aber bspw. bei jenem Beamten der BPolDirPIR, der Rechtsrockerbartglatze pflegt und offenbar bewusst doppeldeutige, ausschließlich bei rechtsextremen Läden und Versandhandeln sowie einem gewissen Polizeiversandhandel erhältliche Devotionalien anlegt...?

24.06.2019 00:40 DER Beobachter zu "Sachse 43" 47 + Blumenfroind 19 55

Neben den gewohnten gekreuzten Handgranaten, Sonnenrädern und sonstigen gewohnten Devotionalien der Szene diesmal besonders begehrt: "Eines Tages werden sie sich wünschen, wir würden nur Musik machen"...

24.06.2019 00:07 DER Beobachter @ Wie bestellt... 53 54

Stimme Ihnen insgesamt zu. Nur das mit dem faulen Ei passt nicht so ganz. Ich spinne Ihre Analogie weiter auf die Situation in Ostritz und (nicht nur) Sachsen. Sie haben recht: "Nur ein faules Ei versaut eine ganze Mahlzeit". Nur: hier haben wir ganz viele faule Eier, die schon außerhalb der Schale stinken, erst recht, wenn man sie aufmacht. Nun könnte man sich fragen, ob der Bäcker/Koch sie aus ökonomischen verpassten Gründen verarbeitet oder mit der zielgerichteten Absicht einer Massenlebensmittelvergiftung. Jedenfalls ist der Fraß äußerst unappetitlich.. ;)

23.06.2019 19:01 Wie bestellt -so geliefert 53

Martin Vomberg@45 Es ist schon richtig, was sie sagen. Wie viele in der AfD haben etwas mit diesen braunen etwas zu tun? Nur ein faules Ei macht ein ganzes Gericht kaputt. Das ist auch der Kardinalfehler dieser Partei, sie muss sich von solchen Leuten konsequent trennen. So wie jetzt bieten sie immer wieder Angriffsflächen für die anderen. Aber Martin, warum konnte sich so eine Partei erst aufstellen? Haben sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht? Warum laufen den Altparteien die Wähler davon? Ihre ganze Problematik besteht darin die AfD zu verhindern, aber die Probleme zu lösen kommt ihnen nicht in den Sinn.So werden sie diese Partei aber nicht los, ganz im Gegenteil.

23.06.2019 18:59 Fakt 52

>>Medizinmann, #44:
"Laut § 5 GG herrscht Meinungsfreiheit."<<
--------
Das GG kennt keine Paragrafen, sondern Artikel.
Dass Art. 5 GG auch Grenzen hat, ist Ihnen bekannt? Falls nicht, sollten Sie Art.5, (2) GG lesen.

23.06.2019 18:52 GodehardvonHabicht 51

Meine Hochachtung an die patriotischen Demokraten in Ostritz.
Meine Verwunderung an die demokratisch gewählten Volksvertreter und Richter, dass solch ein Treffen gestattet wir. Anscheinend reicht ein Mord dem wehrhaften Staat immer noch nicht. Aber Herr Heise arbeitet ja anscheinend daran.
Mein Ekel an die Nationalisten, die Deutschland immer wieder in Krieg, Elend, Tod und Verachtung führen wollen.

23.06.2019 18:43 AfDler (an Sachse43) 50

"Endlich wieder Musik statt Hetze." Einfach mal ein paar Texte von den Bands da anhören. Ist dank Internet leicht möglich.Dann nochmal nachdenken und dann nochmal kommentieren.
Dann muss es richtig heisen "Musik gepaart mit Hetze"
Aber schön, dass manche mit ihren Kommentaren hier tief blicken lassen, welchen politischen Spektrum sie zuzuordnen sind. Solche Leute wie sie, brauch auch keine AfD. Mehr Schaden als nutzen.

23.06.2019 18:22 Udo K 49

@ DER Beobachter 40
Sie schreiben "der Lübckemörder", wissen Sie mehr als alle anderen?
Ist er etwa schon überführt und verurteilt worden?

23.06.2019 18:01 Martin Vomberg 48

@ Medizinmann Nr. 44
"Das entscheiden Sie wohl, dass das Festival nicht toleriert werden muss?"

Sorry, aber Sie hatten doch in Ihrem Post Nr. 10 behauptet, man MÜSSE dieses Rechtsrockkonzert tolerieren! Wer will hier also wem Vorschriften machen!? Bitte, verdrehen Sie hier also nicht die Tatsachen!

Was soll im Übrigen eine "linke Herrenrasse" sein? Soll das vlt. das Pendant zu der rechten "Herrenrasse" auf dem Festival sein?

23.06.2019 17:55 Sachse43 47

Endlich wieder Musik statt Hetze.

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