Bundespolizei in Ostritz
Bundespolizisten in Ostritz. Bildrechte: xcitepress

24.06.2019 | 16:33 Uhr Ostritz: Bundespolizist muss sich für fragwürdige Abzeichen verantworten

Bundespolizei in Ostritz
Bundespolizisten in Ostritz. Bildrechte: xcitepress

Während seines Einsatzes beim Neonazi-Treffen "Schild und Schwert" in Ostritz ist ein Bundespolizist durch fragwürdige Symbole an seiner Uniform aufgefallen. Das hat jetzt Konsequenzen. Gemäß Dienstvorschrift der Bundespolizei müssen Kennzeichnungen genehmigt werden, so der Sprecher der Bundesbereitschaftspolizei Philipp Herms. "Private Aufnäher etc. dürfen in und außerhalb des Dienstes nicht an der Uniform getragen werden." Der Vorgang werde nun dienstrechtlich geprüft.

Der Bundespolizist hatte an seiner Uniform ein sogenanntes Kreuzritter-Patch mit dem Leitspruch "recte faciendo neminem timeas", zu Deutsch: "Tue recht und scheue niemand". Dieser geht zurück auf den Ritter vom Elefanten-Orden, Gosche von Buchwaldt (1624-1700). Außerdem trug der Mann ein Symbol der Spartaner mit dem Motto "Molon Labe", was übersetzt "Komm und hol sie dir!" bedeutet. Damit soll ausgedrückt werden, sich nicht kampflos zu ergeben. In den USA ist das Motto allerdings unter Befürwortern des Waffenbesitzes verbreitet.

Strafrechtliche Konsequenzen haben die Abzeichen laut Polizeidirektion Görlitz nicht. Man hatte aber nach Bekanntwerden des Falls noch am Wochenende den Bundespolizisten aufgefordert, die Abzeichen abzunehmen. Ein Sprecher des für die Bundespolizei zuständigen Bundesinnenministeriums distanzierte sich von dem Mitarbeiter. Er betonte: "Unserer Ansicht nach haben solche Abzeichen nichts zu suchen an einer Uniform."

Wollen Polizisten dennoch eigene Patches tragen, müssen sie sich dafür eine extra Genehmigung einholen. "Dies ist in diesem Fall nicht geschehen und eine Genehmigung wäre auch nicht erteilt worden", so Bundespolizeisprecher Herms.

Polizisten richten Binde über SS-Totenkopf

Des Weiteren sorgt der Inhalt eines Videoschnipsels im Netz für Entrüstung. Darin ist zu sehen, wie ein Mann mit einem tätowierten SS-Totenkopf das Gelände des Rechtsrockfestivals in Ostritz betreten will. Die kontrollierenden Polizisten sehen in diesem Moment von einer Anzeige ab, sondern schieben lediglich die verrutschte Armbinde zurecht, die das Totenkopf-Tattoo verdecken soll.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.06.2019 | 19:00 Uhr

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