18.12.2019 | 16:48 Uhr Im Muskauer Park regnete es 2019 Geld, aber kaum Wasser

Der Pückler-Park in Bad Muskau konnte sich 2019 über eine millionenschwere Förderzusage des Bundes für verschiedene Bauprojekte freuen. Wermutstropfen aber war die Trockenheit, die für den Park zunehmend zum Problem wird. Besonders eine Baumart ist betroffen.

Luftaufnahme des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Der Pückler-Park in Bad Muskau hatte auch 2019 unter Hitze und Trockenheit zu leiden. Bildrechte: MDR/Bertram Kober

Finanziell gesehen war es ein gutes Jahr für den Muskauer Park. Im Frühjahr haben die Stiftung Fürst-Pückler-Park und die Stadt Bad Muskau knapp 11 Millionen Euro Fördermittel zugesprochen bekommen. Sie stammen aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" und fließen bis 2023 in verschiedene große und kleine Bauprojekte in Park und Stadt. Doch so wichtig der Geldregen auch war, er half nicht bei der Wasserknappheit in der Parkanlage. Denn es war das zweite Jahr in Folge zu trocken und zu heiß.

Buchen besonders betroffen

Pückler-Park Bad Muskau
Auch der Rasen im Pückler-Park hatte unter den trockenen Sommern 2018 und 2019 zu leiden. Bildrechte: MDR/Viola Simank

"Die Hitzesommer haben zu erheblichen Schäden im Gehölzbestand geführt", sagt Stiftungsdirektor Cord Panning. Dabei ist der Schlosspark rund um das Neue Schloss weniger betroffen, da die nahe Neiße für einen relativ hohen Grundwasserstand sorgt. Die Schäden seien hier auf den ersten Blick noch überschaubar, so Panning. Probleme würden vielmehr die Buchen auf dem Bergpark machen. Dort sei der Wasserstand rapide gesunken, so dass die flachwurzelnden Buchen zu trocken stünden. Deshalb seien etwa 50 Bäume abgestorben. Cord Panning schaut deshalb mit Sorge auf das kommende Jahr: "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden wir in ernste Probleme geraten."

Klimawandel als elementare Herausforderung

Dabei ist der Muskauer Park im Vergleich zu anderen historischen Garten und Parks wie in Wörlitz oder Potsdam Sanssouci noch glimpflich davongekommen, meint Panning. Allen aber sei klar, dass die Folgen des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten zur elementaren Herausforderung würden: "Das brennt allen unter den Nägeln." Man müsse Anpassungsstrategien entwickeln, also mit Gehölzen experimentieren oder das Wassermanagement verbessern. Das könne man als einzelne Parkanlage nicht leisten. Deshalb seien die Parkverwaltungen bereits miteinander im Gespräch und überlegen, wie man ein gutes Netzwerk aus Praxis und Forschung bilden kann, um solche Lösungen zu finden. Im Januar werde dies auch Thema bei einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen sein, in der sich die Schloss- und Gartenverwaltungen in öffentlicher Trägerschaft zusammengeschlossen haben.

Nordfassade der Brauerei wird 2020 saniert

Beim Thema Bauprojekte blickt Cord Panning optimistischer auf das kommende Jahr. Eines der großen Vorhaben ist die Sanierung der alten Brauerei an der Grenze des Parks zur Stadt. Nach der Wende lag das fünfgeschossige Gebäude ungenutzt da und drohte zu verfallen, jetzt soll ihm wieder Schritt für Schritt Leben eingehaucht werden. So wird im kommenden Jahr zunächst die Nordfassade der Brauerei wieder hergerichtet. Dabei soll sie gereinigt und die historischen Fenster wieder rekonstruiert werden. Eine erste Probeachse sei bereits angelegt worden, sagt Panning. Diese sanierte Fassadenseite werde sich auch im Stadtbild sehr positiv auswirken.

Darüber hinaus laufen die bereits begonnen Projekte weiter, wie die Bauvorhaben im Badepark. Außerdem werden drei historische Brücken saniert und es soll ein Musikpavillon an historischer Stelle wieder errichtet werden. Panning hofft, dass dieser im Herbst eröffnet werden kann.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN | 18.12.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen.

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