10.04.2019 | 16:02 Uhr Razzia gegen Hooligans mit Verbindungen nach Sachsen

In mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen ein Hooligan-Netzwerk vorgegangen. Schwerpunkt war laut Polizei Cottbus. Doch es gibt Verbindungen nach Sachsen. Auch die Ausschreitungen in Chemnitz sollen mit dem Netzwerk in Verbindung stehen.

Mit Hausdurchsuchungen in vier Bundesländern ist die Polizei am Mittwochmorgen gegen rechtsextreme Hooligans vorgegangen - darunter auch in Görlitz. Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Polizei in Brandenburg gegen etwa 20 Menschen aus der Hooligan-, Kampfsport- und rechtsextremen Szene. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Ausschreitungen in Chemnitz gesteuert?

Der Schwerpunkt der Razzien lag im Raum Cottbus. Dort hatte sich nach Recherchen des RBB eine Hooligan-Gruppe zwar aufgelöst, sie wirke aber weiter in der Fußball-Fanszene von Energie Cottbus und sei verankert in der rechtsextremen Szene. Auf die Aktivitäten dieses Netzwerks seien auch die Ausschreitungen in Chemnitz im August 2018 zurückzuführen. Bei der Beerdigung des Rechtsextremen Thomas Haller waren ebenfalls hunderte Hooligans aus ganz Deutschland angereist.

Die Verbindungen der Gruppe sollen auch ins Ausland reichen. Konkret wird den Beschuldigten der Verstoß gegen insgesamt 50 Straftatbestände vorgeworfen, so etwa Bedrohung, Körperverletzung, illegalen Waffenbesitz, Steuerhinterziehung und ähnliche Delikte. Festnahmen gab es nach Angaben der Ermittler zunächst nicht. Der Einsatz sollte voraussichtlich bis zum Nachmittag andauern.

Der Verfassungsschutz in Brandenburg hatte bereits Anfang des Jahres auf das rechtsextremistische Potential im Raum Cottbus hingewiesen. Rund 400 Personen werden dort der rechtsextremen Szene zugeordnet, die vielschichtig sei. Sie reiche vom Rockermilieu über die Türsteher-Szene bis hin zu Teilen des Security-Gewerbes. Wirtschaftliche Grundlage für Mitglieder der Szene sind zum Beispiel Tattoo-Studios oder Shops, die rechte Modelabel oder Fitnesspräparate verkaufen.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.04.2019 | 19:00 Uhr

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