14.03.2020 | 12:42 Uhr Kaum Grenzstaus in Sachsen vor geplanter Grenzschließung zu Polen

Polnische Spezialkräfte für Corona Kontrollen an polnischer Grenze kontrollieren Fahrzeuge.
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Die geplante polnische Grenzschließung für Ausländer in der Nacht zum Sonntag sorgt in Sachsen bisher nur für geringe Behinderungen im Grenzgebiet. Wie die Polizeidirektion Görlitz MDR SACHSEN auf Nachfrage mitteilte, bewegt sich der Grenzverkehr wie an den Vortagen im Rahmen des üblichen. Die polnischen Behörden nehmen seit Montag stichprobenartige Einreisekontrollen vor. Dadurch komme es zu Verzögerungen. Auch von den kleinen Grenzübergängen nach Polen in Zittau und Bad Muskau würden keine größeren Behinderungen gemeldet. Dennoch rief die sächsische Polizei Reisende per Twitter auf, genug Zeit einzuplanen und gegebenenfalls genügend Proviant mitzunehmen.

Warenverkehr soll weiter rollen

Wegen der Corona-Krise wird Polen ab Sonntag 00:00 Uhr seine Grenzen für Ausländer schließen. Polnische Staatsbürger, die ins Land zurückkehrten, würden für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, hieß es weiter. Dasselbe gelte für in Polen lebende Ausländer. Zudem sollen alle internationalen Flug- und Zugverbindungen ausgesetzt werden. So kündigte das Bahnunternehmen trilex an, dass alle grenzüberschreitenden Züge der Verbindung Dresden-Görlitz-Zgorczelec ab Sonntag in Görlitz enden.

Polens Ministerpräsident Mariusz Morawiecki sagte in Warschau, die Grenzen blieben für den Warenverkehr offen. Die Maßnahme gelte zunächst für zehn Tage, könne aber um weitere 20 Tage verlängert werden.

Schließung von Lokalen, Geschäften und Casinos

Polen wird alle Geschäfte in Einkaufszentren schließen, auch alle Kneipen, Restaurants und Spielcasinos. Lokale dürften aber einen Lieferservice betreiben, sagte Morawiecki. Geöffnet bleiben Lebensmittelläden und Apotheken. Ebenso sind Veranstaltungen mit mehr als 50 Besuchern verboten. Dazu gehören staatliche und religiöse Versammlungen. Die katholische polnische Bischofskonferenz rief die Bischöfe auf sicherzustellen, dass sich während Gottesdiensten höchstens 50 Menschen in Kirchen aufhalten. Besser sei es, auf Gottesdienstbesuche zu verzichten.

Sachsens Nachbarland Polen hat derzeit 93 Corona-Infizierte registriert, berichten polnische Medien. Zwei Menschen starben bisher.

Quelle: MDR/kna/tk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.03.2020 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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