Bei Ausgrabung gefundene Münze mit Kopf
Bildrechte: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar

17.10.2019 | 15:21 Uhr Internationale Fachtagung zu Silberschätzen

Bei Ausgrabung gefundene Münze mit Kopf
Bildrechte: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar

In Görlitz beginnt heute eine internationale Fachtagung zu den Hacksilberschätzen im Oder-Neiße-Raum. Drei Tage lang werden sich rund 50 Experten aus Deutschland, Schweden, Polen, Tschechien und Großbritannien mit diesen Schmuckstücken und ihrer Herkunft wissenschaftlich beschäftigen. Die filigranen Feinschmiedearbeiten aus Silber, wie aus Drähten gewundene Hals-, Arm- und Fingerringe, sowie mit Filigran-Drähten besetzte Anhänger und Perlen, gehören zu den eindrucksvollsten Hinterlassenschaften aus dem 10. und 11. Jahrhundert.

Hacksilber Hacksilber war im Mittelalter ein gängiges Zahlungsmittel. Dabei bemaß sich der Wert der Münze allein an der Menge des enthaltenen Silbers. Je nach Bedarf wurden Münzen und Schmuck zerteilt ("zerhackt") um den Tauschwert anzupassen.

Seit Mai 2017 untersuchen Experten im Rahmen einen Forschungsprojekts die Silberschätze aus dem Oder-Neiße-Raum. Bei der nun anstehenden Tagung sollen die Untersuchungsergebnisse ausgewertet werden. Die Forscher erhoffen sich Rückschlüsse auf die Herkunft der Schmuckstücke und damit neue Erkenntnisse zu mittelalterlichen Handelswegen im slawischen Raum. Viele der Münzen und Feinschmiedearbeiten weisen arabisch-orientalische oder byzantinische Formen auf, was als Hinweis auf Handelsbeziehungen zwischen den Nordslawischen Gebieten und dem Mittelmeerraum gesehen werden kann.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.10.2019 | 14:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 15:21 Uhr

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